1. Bundesliga 16/17
| 10.35 Uhr

Bayern München
Ein neues Gefühl namens Druck

Bayern albern vor Arsenal-Spiel im Training rum – Guardiola grübelt
Bayern albern vor Arsenal-Spiel im Training rum – Guardiola grübelt FOTO: afp, CS/bb
München. Noch führt Bayern die Gruppe F in der Champions League an. Eine zweite Niederlage gegen Arsenal könnte das ändern.

Nach der Hinspiel-Niederlage vor zwei Wochen gegen den FC Arsenal London (0:2) und der enttäuschenden Nullnummer in der Fußball-Bundesliga bei Eintracht Frankfurt will Bayern München auf dem Weg zum eingeplanten Gruppensieg in der Champions League zurück in die Erfolgsspur. Dabei gilt für die Bayern vor allem eines: jetzt bloß keine Schwächephase! "Das ist ein wichtiges Spiel. Wir sollten und müssen gewinnen, sonst kommen wir irgendwann unter Druck", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge vor dem zweiten Duell mit den Weltmeistern Per Mertesacker und Mesut Özil heute Abend im eigenen Stadion.

Noch führt der Spitzenreiter Bayern mit zwei Siegen vor dem punktgleichen Olympiakos Piräus in der Gruppe F. Der englische Pokalsieger folgt mit drei Zählern. Sollte das Starensemble von Trainer Pep Guardiola aber erneut keine spielerischen Lösungen gegen das "nach italienischem Catenaccio-Vorbild ausgerichtete Bollwerk" (Rummenigge) der Kanoniere finden, droht Gruppenplatz eins in Gefahr zu geraten. "Wir haben leider das Hinspiel unglücklich 0:2 verloren. Es gilt jetzt ganz einfach, dieses Ergebnis von London hier in München zu korrigieren", sagte Rummenigge dem klubeigenen TV-Kanal: "Unser Ziel hat sich nicht geändert: Tabellenerster zu werden."

Doch der englische Premier-League-Klub ist in starker Form: In der Meisterschaft hat sich die Mannschaft des französischen Teammanagers Arsene Wenger punktgleich mit Tabellenführer Manchester City auf Platz zwei vorgespielt. Bei den jüngsten Auftritten in München hat Arsenal überzeugt. In der vergangenen Saison gab es einen 2:0-Sieg, in der Spielzeit zuvor ein 1:1 - beide Ergebnisse reichten aber nicht, um das Aus im Achtelfinale zu verhindern. Eben deshalb hat Bayern-Kapitän Philipp Lahm "nur positive Erinnerungen". Doch das könnte sich ändern. Er erwarte die Gunners "wie in London oder wie Frankfurt es praktiziert hat: sehr defensiv eingestellt", sagte Rummenigge.

Der Vorstandschef ermahnte Cheftrainer Pep Guardiola und die Spieler, "nicht über ultradefensive Gegner zu lamentieren. Wir sollten uns damit abfinden." Trotz der jüngsten Enttäuschungen ist Rummenigge optimistisch, "dass wir das packen können". Zumal der FC Bayern alle seine sieben Heimspiele in der Fußball-Königsklasse seit dem 0:4-Debakel gegen Real Madrid im Halbfinale am 29. April 2014 gewonnen hat und dabei 27 Tore erzielte.

Um die erwartete "englische Mauer" zu sprengen, müsse das Münchner Pass- und Positionsspiel stimmen, sagte Philipp Lahm, "damit wir die entscheidenden Spieler frei oder ins Eins-gegen-Eins bekommen". Das wird umso wichtiger, weil der FC Bayern fast jeden Gegner - auch die eigentlich offensiv eingestellten Gunners - zu einer vorsichtigen Spielweise zwinge, wie Coach Guardiola weiter ausführte. Arsenal wolle ja angreifen, betonte der Katalane, "aber wenn wir unser Spiel spielen, werden sie es über Konter und lange Bälle versuchen". Wie im Hinspiel vor gut zwei Wochen.

Denn beim ersten Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften hatte Arsenal mit dieser Taktik Erfolg. Per Mertesacker, neben Mesut Özil der zweite Weltmeister im Arsenal-Team, erwartet deshalb "wütende" Bayern. "Wir waren die erste Mannschaft, die sie wirklich herausgefordert und geschlagen hat", sagte der frühere Nationalspieler, "sie werden beweisen wollen, dass sie besser sind als wir." Wie das gelingen kann, erklärte Guardiola: "Wir müssen gut aufbauen, viel laufen, schneller angreifen, mehr flanken, mit zehn Spielern Gegenpressing betreiben und die langen Bälle gewinnen. Wenn du das schaffst, ist der Gegner gar nichts."

Interessant dürfte auch ein weiteres Duell, und zwar das der beiden Top-Keeper Manuel Neuer und Petr Cech werden. "Cech ist einer der besten Torhüter der Welt, aber das Tor ist immer noch groß genug", sagte Bayern-Chefcoach Guardiola über den 33-jährigen Tschechen im Kasten der Londoner Gäste. Aber auch auf Bayerns Neuer ist Verlass.

(sid)
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