1. Bundesliga 16/17
| 15.46 Uhr

FC Bayern München verlängert mit David Alaba
Mia san international wettbewerbsfähig

Fotos: David Alaba – das Bayern-Eigengewächs aus Österreich
Fotos: David Alaba – das Bayern-Eigengewächs aus Österreich FOTO: afp, CHRISTOF STACHE
Düsseldorf. David Alaba widersteht den Lockrufen von der Insel und hält dem FC Bayern München die Treue. Der Rekordmeister setzt damit ein deutliches Zeichen: Der Gewinn der deutschen Meisterschaft ist auf Dauer nicht genug, die Münchner wollen auch in Zukunft mit den internationalen Größen der Branche auf Augenhöhe agieren. Von Denis Canalp

Alaba ist einer der besten Linksverteidiger der Welt. Sein Wert für die Mannschaft lässt sich aber auch daran messen, dass er in der österreichischen Nationalmannschaft im zentralen Mittelfeld spielt und bei den Bayern derzeit in der Innenverteidigung eingesetzt wird. Alaba kann nämlich eigentlich alles auf dem Platz. Vielleicht nicht im Tor, allerdings müsste der Beweis für diese These auch erst einmal erbracht werden. Und Alaba, der mit 17 Jahren für den FC Bayern in der Bundesliga debütierte, ist immer noch jung. Während der EM in Frankreich feiert der Alleskönner aus Wien erst seinen 24. Geburtstag. Die Zukunft gehört ihm, ganz gleich auf welcher Position.

Und diese Zukunft liegt weiter in München. Der Rekordmeister steht einem Bericht der "Bild" zufolge unmittelbar vor der vorzeitigen Vertragsverlängerung mit dem Publikumsliebling, der ohnehin noch bis Sommer 2018 an den FC Bayern vertraglich gebunden war. Die Unterschrift sei nur noch Formsache, heißt es in dem Bericht. Sein Jahresgehalt von bisher fünf Millionen Euro werde mehr als verdoppelt, was einer leistungsgemäßen Bezahlung gleicht. Der aktuelle Champions-League-Sieger FC Barcelona holte sich ebenso eine Abfuhr ab wie Alabas Noch-Trainer Pep Guardiola, der seinen Lieblingsschüler im Sommer gerne mit zu Manchester City genommen hätte, auch wenn Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge am Montag betonte: "Das ist falsch. Pep Guardiola hat David Alaba nie angesprochen und zu einem Wechsel zu Manchester City zu überreden versucht."

Deutliches Signal an die Konkurrenz

Das Signal der Bayern vor allem an die internationale Konkurrenz lautet demnach: Mia san wettbewerbsfähig. Und das trotz des TV-Deals aus England, der wie ein Damoklesschwert über dem europäischen Fußball auf dem Festland hängt, weil durch ihn englische Abstiegskandidaten plötzlich finanziell mit den Bayern mithalten können. Üppiges Festgeldkonto hin oder her. Die Verhandlungen mit Alaba dauerten mehrere Monate, schon im Dezember verkündeten die Bayern die Verlängerungen von Javi Martinez, Jerome Boateng und Thomas Müller bis ins Jahr 2021. Bei Alaba war der Rekordmeister damals noch nicht soweit, was viele Experten als schlechtes Zeichen werteten und einen baldigen Abgang des Sohnes einer Philippinin und eines Nigerianers aus München prophezeiten. Alabas neuer Vertrag in München soll aber mindestens so lange laufen.

Die Bayern rüsten sich mit diesen Personalien für die Zukunft. Der Klub hat somit alle jüngeren Leistungsträger langfristig gebunden, einzig Mario Götzes Vertrag endet im Sommer 2017. Der künftige Bayern-Trainer Carlo Ancelotti soll sich selbst ein Bild machen und entscheiden, ob er weitere Verwendung über die kommenden Saison hinaus für den Weltmeister hat. Schon mit der Verpflichtung des italienischen Übungsleiters hatten die Bayern gezeigt, was die Ziele des Klubs sind.

Selbst wenn mit Borussia Dortmund durchaus ein ernsthafter Gegner auf nationaler Ebene bereitsteht, schaut der FC Bayern nach Europa, orientiert sich an den Spitzenklubs aus Barcelona, Madrid, London oder Manchester. Seit der Spielzeit 2009/10 erreichten die Bayern in der Champions League fünf Mal mindestens das Halbfinale, 12/13 sprang am Ende der Titel dabei raus. Die Basis für weitere Erfolge wurde auf personeller Ebene schon gelegt.

(can)
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