1. Bundesliga 17/18
| 13.15 Uhr

Carlo Ancelotti setzt auf andere Spieler
Weiter kein Platz für Renato Sanches

Das ist Renato Sanches
Das ist Renato Sanches FOTO: afp, CS
Düsseldorf/München. Beim FC Bayern sind schon einige prominente Zugänge an den hohen Erwartungen gescheitert. Man denke nur an Jean-Pierre Papin und Lukas Podolski zurück. Aktuell kommt der portugiesische Europameister Renato Sanches in München nicht zum Zug. Trainer Carlo Ancelotti findet keine Verwendung für den 20-Jährigen. Von Denis Canalp

Beim Heimspiel der Bayern zur Bundesliga-Saisoneröffnung saß der Mittelfeldspieler 90 Minuten lang auf der Bank. Mal wieder. Das Talent, das im Sommer 2016 von Benfica Lissabon nach München wechselte, wartet bereits seit einem Jahr auf seinen Durchbruch bei den Bayern. Und es deutet einiges darauf hin, dass der Youngster vergeblich wartet.

Schon in der vergangenen Spielzeit setzte Ancelotti nicht auf den jungen Portugiesen. Auf gerade einmal 25 Einsätze kam Sanches, nur zwei Spiele durfte er die vollen 90 Minuten für seinen neuen Arbeitgeber ran – zu wenig für ein Talent, das dringend Spielpraxis benötigt. Sanches wirkt völlig verunsichert und konnte in seiner Zeit in München bislang nie sein Leistungsniveau auch nur ansatzweise erreichen. Die Zukunft des 35-Millionen-Euro-Transfers ist ungewiss. Die Bayern glauben zwar offiziell weiter an Sanches und trauen ihm noch den Durchbruch zu, doch die Vorbereitung auf die laufende Saison zeigte schon, dass sich die Situation des Portugiesen an der Säbener Straße keineswegs entspannt.

Die Vertragslaufzeiten der Bayern-Profis FOTO: dpa, geb cul

Überangebot im Mittelfeld

Im Sommer holten die Bayern in Corentin Tolisso und Sebastian Rudy gleich zwei Spieler für die eine zentrale Mittelfeldposition. Sowohl der französische Rekordtransfer als auch der ablösefreie deutsche Nationalspieler überholten Sanches in der Vorbereitung und standen beide in der Startelf gegen Bayer Leverkusen – und überzeugten beim Debüt. Sanches bleibt an der Säbener Straße somit weiter nur die Statistenrolle. Und das, obwohl zum Bundesliga-Auftakt in Thiago Alcantara, Javi Martinez und James Rodriguez gleich drei prominente Namen aus dem Bayern-Mittelfeld verletzt fehlten.

Bayern stellt Hummels und Sanches vor FOTO: afp, CS

"Wenn jetzt alle zurückkommen, dann haben wir einen tollen Kader", sagte FCB-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge, der bei dieser Aussage auch noch an die baldige Rückkehr von Manuel Neuer und Jerome Boateng gedacht haben dürfte. "Dann haben wir das, was in der Öffentlichkeit immer als Luxusproblem bezeichnet wird. Dann haben wir Topspieler, die in den sauren Apfel beißen müssen und sich auf der Bank wiederfinden." Ob Rummenigge bei diesen Worten auch an Sanches dachte, ist nicht überliefert.

Holt Klopp Sanches auf die Insel?

Fotos: Die Rekord-Transfers des FC Bayern München FOTO: ap, LR

Doch Interessenten gibt es für das Mittelfeld-Talent genug. Manchester United soll zwar mittlerweile abgewunken haben, auch der AC Mailand konnte sich mit den Bayern nicht auf einen Transfer verständigen, doch es halten sich hartnäckig Gerüchte, dass der FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp nach der erfolgten Qualifikation für die Champions League in Sanches die erhoffte Verstärkung für das Zentrum sieht. Auch der AS Rom soll an einer Verpflichtung interessiert sein.

Ein Verkauf steht für die Münchner aber nicht zur Diskussion. "Wenn, würden wir ihn maximal ausleihen für ein Jahr", hatte Rummenigge schon vor Wochen gesagt. Mit diesem Modell hatten die Bayern schon bei den Personalien Philipp Lahm und David Alaba in der Vergangenheit Erfolg, beide kehrten nach ihrer Ausleihe nach Stuttgart und Hoffenheim stärker zurück und erkämpften sich in der Folge einen Stammplatz in München.

(can)
 
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