1. Bundesliga 16/17
| 09.21 Uhr

Klopp-Klub buhlt um Nationalspieler
Liverpool bietet 25 Millionen Euro für Götze

Ancelotti rät Mario Götze zu Wechsel
München/Düsseldorf. Der Nationalspieler und Bayern München warten lieber die EM ab. Sie könnte den Marktwert steigern. Von Robert Peters

Der FC Liverpool macht Ernst. Ein paar Stunden nachdem Bayern Münchens neuer Trainer Carlo Ancelotti dem Nationalspieler Mario Götze öffentlich den Rat gegeben hatte, sich um einen neuen Klub zu kümmern, legte der Premier-League-Klub ein Angebot vor. 25 Millionen Euro Ablöse bietet der Europa-League-Finalist für den Schützen des WM-Siegtores 2014.

Für normale Menschen ist das sehr viel Geld, für die Bayern wäre es ein Verlustgeschäft. Vor drei Jahren haben sie 37 Millionen Euro an Borussia Dortmund überwiesen, weil sie sich unbedingt die Dienste des talentiertesten deutschen Spielers sichern wollten. Götze galt als großes Versprechen auf eine Weltkarriere. Während Altersgenossen froh waren, in den A-Juniorenteams ihrer Vereine unfallfrei über die Runden zu kommen, wuchs Götze zu einem prägenden Spieler der Dortmunder Mannschaft, die zwei Jahre in Folge Meister wurde, 2012 das Double aus der Meisterschaft und DFB-Pokal gewann und den Bayern 2013 ein großes Champions-League-Finale lieferte. Den Weg nach London durfte Götze mitgestalten, im Endspiel fehlte er verletzt.

Seine Karriere geriet ins Stocken, weil Trainer Pep Guardiola keine rechte Verwendung für ihn fand. Vor allem, als der Klub auch noch Robert Lewandowski aus Dortmund geholt hatte, waren alle Planstellen vergeben, auf die Götze Anspruch erheben konnte. Lewandowski blockierte die Angriffsmitte, die Außen waren mit Franck Ribéry, Arjen Robben oder neuerdings Douglas Costa und Kingsley Coman doppelt besetzt. Im Mittelfeld gab es kein Vorbeikommen an Thomas Müller, Thiago und Arturo Vidal.

Ancelotti hat nur noch mal deutlich gemacht, dass Götze in dieser Mannschaft keine Aussicht auf einen Stammplatz finden wird. Für den Nationalspieler wird es aber nun langsam Zeit, in einem Team zur festen Größe heranzuwachsen. In der Nationalmannschaft hat er in der EM-Qualifikation bewiesen, dass er im richtigen System durchaus (wieder) zu einem Großen werden kann. In der DFB-Auswahl genießt er auch in Ermangelung anderer Spitzenkräfte im zentralen Offensivbereich die volle Rückendeckung von Bundestrainer Joachim Löw. Und man kann davon ausgehen, dass sein ehemaliger Dortmunder Förderer Jürgen Klopp ihm in Liverpool ebenfalls den roten Teppich ausrollen würde.

Beweisen muss Götze sich allerdings selbst. Noch ist nicht heraus, ob er die englische Wettkampfhärte mitbringt, und ob es ihm gelingt, mit dem Image des verwöhnten Schnösels aufzuräumen. Auf dem Weg dahin ist das EM-Turnier eine wichtige Etappe. Vorher wolle er sich nicht mit einem Wechsel befassen, hat Götze gesagt. Das ist auch im Interesse seines augenblicklichen Arbeitgebers. Ein gutes Turnier würde den Marktwert steigern, Liverpool bekäme mit 25 Millionen Euro sicher keinen Zuschlag. Das Bieten hat also erst begonnen.

Quelle: RP
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