1. Bundesliga 16/17
| 16.12 Uhr

Nach Ritterschlag von Müller
Boateng will nicht "Kaiser" genannt werden

Leno trainiert erstmals mit dem DFB-Team
Leno trainiert erstmals mit dem DFB-Team FOTO: dpa, ade vfd
Frankfurt/Main. Jerome Boateng hat ein neues Level erreicht als Fußball-Profi. Als einen der drei besten Innenverteidiger der Welt sieht ihn sein Rivale und Kollege Gündogan. Der Wahl-Münchner Boateng sieht sich selbst gereift – aber "Kaiser" will er lieber nicht genannt werden.

Thomas Müller hatte den neuen Spitznamen für Jerome Boateng kreiert: "Der Kaiser". Frei nach Franz Beckenbauer. Der gebürtige Berliner Boateng ist nicht erst seit seiner jüngsten Gala-Vorstellung beim 5:1-Triumph seines FC Bayern gegen Borussia Dortmund in die Kategorie Weltklasse eingestuft worden. "Für mich zählt er zu den Top Drei der Innenverteidiger der ganzen Welt", sagte Ilkay Gündogan, am Sonntag noch Rivale, jetzt bei der Nationalmannschaft wieder Mitspieler von Boateng.

Weltmeister ist er schon, auch Meister und Pokalsieger wie Beckenbauer. Doch nie zuvor wirkte Boateng so abgeklärt und beständig wie jetzt. "Er ist ein absoluter Weltklasse-Spieler", lobte auch der echte Fußball-Kaiser seinen 27 Jahre alten Nachfolger. Boateng ist Abwehrchef, bedingungsloser Zweikämpfer, Spieleröffner und nun auch noch wie gegen den BVB Torevorbereiter. "Ich habe eine gute Entwicklung genommen. Ich fühle mich wohl", sagte der Wahl-Münchner vor dem Abschluss der EM-Qualifikation gegen Irland und Georgien.

Aber bester Verteidiger der Welt? "Das sollen andere beurteilen. Für mich ist es wichtig, dass ich Leistungen bringe, ich mich weiter verbessere und der Mannschaft helfe." Der 54-malige Nationalspieler ist gereift, ruht in sich. Mittlerweile habe er auch "die Ernsthaftigkeit des Spiels" erreicht, meinte Beckenbauer. Den Kaiser-Titel aber lehnt Boateng höflich ab: "Das ist nur ein kleiner Spaß am Rande. Er hat mich gelobt, es ist super gelaufen. Der Pass kam gut an", beschrieb er die Kommunikation mit Kollege Müller.

Gündogan lobt Boateng

Für Gündogan ist Boateng "noch konstanter geworden" in den vergangenen Monaten. "Man wünscht sich als Mittelfeldspieler so einen Mann hinter sich. Ich bin froh, dass das auf Nationalmannschaftsebene so ist", sagte der BVB-Profi. Unbewusst brachte er damit auch das Thema Mats Hummels wieder ins Spiel, der in Dortmund und der Nationalelf als Innenverteidiger hinter ihm spielt. Hummels hatte zuletzt gleich mehrfach seine Borussen-Mitspieler für Versäumnisse gescholten. "Ich sehe das nicht so dramatisch. Es wurde nicht alles so widergespiegelt, wie er es gesagt hat", bemerkte Gündogan.

Auch Boateng, der am Donnerstag in Dublin wieder neben Hummels verteidigen wird und Deutschland das EM-Ticket sichern soll, sieht das Thema gelassen: "Mats ist Kapitän bei Dortmund. Er hat das Recht, Sachen anzusprechen." Und bei der Nationalmannschaft habe man ohnehin "eine ganz normale Kommunikation".

Ob er auch in der Nationalelf nun lange Bälle spielen wolle wie beim jüngsten Erfolgserlebnis mit dem FC Bayern, wurde Boateng am Dienstag gefragt. "Unser Spiel ist nicht angelegt auf lange Bälle. Aber gegen Diagonalbälle oder Seitenwechsel hat der Trainer sicher nichts", antwortete der Münchner: "Wenn ein langer Ball da vorn rein kommt und zu einem Tor führt, hat er auch nichts dagegen."

(dpa)
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