1. Bundesliga 17/18
| 10.25 Uhr

"Eine bessere Lösung gibt es nicht"
Boateng schwärmt schon von Heynckes

Spektakuläre Trainer-Comebacks in Deutschland
Spektakuläre Trainer-Comebacks in Deutschland FOTO: ap, TH BJ AMB
Belfast. Nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft in Belfast dreht sich fast alles um einen Mann, der gar nicht vor Ort war: Jupp Heynckes. Das Bayern-Comeback des Triple-Gewinners wird ausnahmslos begrüßt.

Jérôme Boateng rollte dem hochgeschätzten "Don Jupp" im fernen Belfast schon mal den Roten Teppich aus. "Jupp Heynckes hat alles, was ein guter Trainer braucht. Das ist ein ganz großer Trainer", schwärmte der Abwehrspieler des FC Bayern. Vor und nach dem 3:1 am Donnerstagabend gegen die Nordiren war auch im DFB-Lager die praktisch gelöste Trainerfrage in München ein ganz großes Thema.

Auch Bundestrainer Joachim Löw und Teammanager Oliver Bierhoff positionierten sich deutlich – durchaus auch aus Eigennutz. Denn mit Blick auf die Nationalmannschaft und das Ziel WM-Titelverteidigung im Sommer 2018 in Russland sind sie auf leistungsstarke Bayern-Profis angewiesen. In Belfast hatte Löw immerhin fünf Münchner in der Startelf aufgeboten. Die Krisen-Bayern als Gerüst des Weltmeisters.

Lob von Löw und Bierhoff

Löw stufte ein viertes Heynckes-Engagement in München, von dem auch im Kreise der Nationalmannschaft alle fest ausgehen, als sinnvolle Option ein. "Er ist natürlich ein unglaublich erfahrener Trainer, der schon große Erfolge hatte und der eine tolle Ausstrahlung auf die Mannschaft hat", begründete der Bundestrainer bei RTL: "In der Situation, in der Bayern sich befindet, ist es sicherlich eine sehr gute Lösung."  Bierhoff meinte: "Er ist eine herausragende Trainerpersönlichkeit. Das wäre sicherlich eine Topwahl."

Boatengs Augen leuchteten in den Katakomben des Windsor Parks. "Ich glaube, eine bessere Lösung gibt es nicht", sagte der 29-Jährige. "Wenn es so kommt, freue ich mich natürlich riesig. Das ist eine super Lösung für den ganzen Verein, weil er kennt ihn in- und auswendig."

Dieser Aspekt ist wichtig, zumal Boateng auch auf Präsident Uli Hoeneß und Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge anspielte: "Ich glaube, dass er auch gut mit den Oberen zurechtkommt." Heynckes besitze zudem eine Gabe, die Boateng beim gefeuerten Carlo Ancelotti anscheinend vermisste: "Er ist ein Trainer, der Fingerspitzengefühl hat." Die gemeinsame Vergangenheit mit Heynckes hat Boateng in allerbester Erinnerung: "Wir haben sehr gut unter ihm trainiert. Er kennt sich im internationalen Fußball und in der Bundesliga aus."

Boatengs Abwehrkollege Mats Hummels ist gespannt. Scherzhaft erinnerte er in Belfast daran, dass er sich über Heynckes bislang eher geärgert habe. 2013 besiegten die Bayern mit dem Trainer Heynckes Borussia Dortmund mit dem Spieler Hummels im Champions-League-Finale im Londoner Wembley-Stadion. "Ich habe nur Positives über ihn gehört. Und logischerweise, wenn man das Triple holt, war verdammt viel gut in dem Jahr", äußerte Hummels.

Das Bayern-Sextett Jérôme Boateng, Mats Hummels, Thomas Müller, Joshua Kimmich, Sebastian Rudy und Niklas Süle wartet im Kreise des DFB-Teams gebannt darauf, dass die Trainerfrage in München geklärt wird. "Das Wichtigste ist, dass es eine Entscheidung gibt, mit der alle glücklich und zufrieden sind. Wir als Mannschaft werden dann versuchen, das Beste daraus zu machen", kündigte Hummels an.

Kimmich ist gespannt. Auch der Münchner Jungstar rechnet fest mit Heynckes als Chef. "Ich selber kenne ihn gar nicht. Viele von uns kennen ihn schon. Bayern hat unter ihm das Triple geholt, von dem her denke ich, dass er ein sehr guter Trainer ist", sagte der 22-Jährige.

Wenn Heynckes am Donnerstagabend daheim vor dem Fernseher gesessen haben sollte, dürfte er erfreut den Auftritt seiner künftigen Spieler beobachtet haben. Rudy erzielte das erste Tor, Kimmich das dritte für Deutschland. Jetzt muss "Don Jupp" nur noch dafür sorgen, dass die Münchner Nationalspieler auch im Bayern-Trikot wieder so liefern.

(dpa)
 
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