1. Bundesliga 16/17
| 09.55 Uhr

Uli Hoeneß wird aus der Haft entlassen
Abteilung Attacke resozialisiert

Uli Hoeneß schaut beim Bayern-Training vorbei
Uli Hoeneß schaut beim Bayern-Training vorbei FOTO: dpa, geb fux
München. Uli Hoeneß wird spätestens am Montag aus der Haft entlassen. Für die Zeit danach hat er schon ein paar Pläne – er will Geld spenden und verreisen. Zu seinem ersten öffentlichen Auftritt kommt er am 13. März nach Mönchengladbach. Von Gianni Costa

Uli Hoeneß meldet sich langsam wieder im normalen Leben zurück. Eine erste Botschaft hat er nun verkündet. Der ehemalige Präsident des FC Bayern München, berichtet die "Sport Bild", hat seinen kompletten Lohn aus seiner Freigängerzeit einem guten Zweck zukommen lassen. "Mein Vertrag läuft hier bei Bayern am 29. Februar, am Tag meiner Entlassung, aus. Ich habe das volle Gehalt der FC Bayern Hilfe e.V. gespendet", sagt der 64-Jährige. Es soll sich dabei um einen Betrag "im hohen fünfstelligen Bereich" handeln. Der Verein unterstützt unschuldig in Not geratene Menschen. Am 2. Juni 2014 trat Hoeneß seine Haftstrafe (drei Jahre, sechs Monate) wegen Steuerhinterziehung an, seit 2. Januar 2015 lebt er im offenen Vollzug und hat als Freigänger in der Jugendabteilung der Bayern gearbeitet. Bereits 2014 soll er eine Steuerschuld von mehr als 30 Millionen Euro nachträglich beglichen haben.

Möglicherweise kommt Hoeneß schon am Freitag auf Bewährung frei. "Der Entlassungszeitpunkt kann bis zu zwei Tage vorverlegt werden, wenn dringende Gründe dafür vorliegen, dass die Gefangenen zu ihrer Eingliederung hierauf angewiesen wären", heißt es im bayerischen Strafvollzugsgesetz. Ein Grund könnte das zu erwartende Medienaufkommen sein, das sich um die Justizvollzugsantalt positionieren wird - gleichwohl dürften Hoeneß ein paar Kameras auch nicht nachhaltig verstören.

Sein Weg in Freiheit ist ziemlich genau geplant. Zunächst einmal will er mit seiner Frau Susi verreisen. Kurz danach, am 13. März, steht sein erster öffentlicher Auftritt im Terminkalender. Dann hält er in Mönchengladbach die Laudatio auf Trainerlegende Jupp Heynckes, der für "seine herausragenden Verdienste um die sportliche Bedeutung der Stadt" mit dem Ehrenring ausgezeichnet wird. Heynckes hatte sich ausdrücklich Hoeneß als Redner gewünscht - und von seinem langjährigen Weggefährten auch sofort eine Zusage bekommen. Hoeneß kümmert sich hernach um weitere Dinge aus der Kategorie "Herzensprojekt". Die Fertigstellung eines gigantischen neuen Nachwuchsleistungszentrums zum Beispiel. Bis 2018 soll unter anderem eine Jugendakademie, ein Vereinsheim mit Büroräumen und eine Dreifachsporthalle für insgesamt rund 70 Millionen Euro entstehen.

Was bleibt, ist die Frage, welche Rolle Hoeneß langfristig beim FC Bayern spielen wird. Er selbst hat eine Erklärung für den 1. Juli angekündigt. Es galt für viele als sicher, dass er auf der Mitgliederversammlung des deutschen Rekordmeisters im Herbst wieder als Präsident kandidieren wolle - dann endet die Amtszeit seines engen Vertrauten Karl Hopfner, der nur mit Widerwillen in die erste Reihe gerückt ist. Noch ist allerdings völlig unklar, ob Hoeneß das nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre überhaupt möchte. Hopfner will Hoeneß den Schritt überlassen: Er müsse sagen, "ich möchte diese Position, ich möchte beide Positionen, ich möchte dieses oder jenes im Klub noch mal erreichen - oder gerade nicht. Und dann sieht man weiter."

Quelle: RP
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