1. Bundesliga 17/18
| 13.32 Uhr

Eine Erfolgsgeschichte
Zehn Jahre Ribéry beim FC Bayern

Porträt: Franck Ribery: Dribbelkünstler und Europas Fußballer des Jahres 2013
Porträt: Franck Ribery: Dribbelkünstler und Europas Fußballer des Jahres 2013 FOTO: dpa, jai
Shenzen. Für 25 Millionen Euro Ablöse wechselte der Franzose Franck Ribéry 2007 von Olympique Marseille nach München. Er eroberte die Bundesliga im Sturm.

Wenn Franck Ribéry auf dem linken Flügel mit dem Ball am Fuß losbraust, dann scheint die Zeit stehengeblieben zu sein beim FC Bayern München. Die Explosivität im Antritt und beim Dribbling hat der Franzose auch im hohen Profialter von 34 Jahren nicht eingebüßt, wie auf der Asienreise des deutschen Fußball-Rekordmeisters zu sehen ist. Zehn Jahre Ribéry beim FC Bayern - dieses im modernen Profifußball selten gewordene Jubiläum feiern Spieler und Verein in diesem Sommer. "Inzwischen ist aus Ribéry und Bayern ein Ehepaar geworden", erklärte der Franzose.

Ribéry geht in seine elfte Saison mit dem Bundesligisten. Vielleicht ist es seine letzte. Denn natürlich spürt er den körperlichen Verschleiß nach Jahren der Höchstleistung und vielen Verletzungen. Und doch ist es auffällig, dass gerade der dienstälteste Bayern-Profi stets in der Saisonvorbereitung zu den eifrigsten gehört. "Ich mache das jetzt schon 14 Jahre. Für mich ist das immer wichtig, um eine gute Saison zu spielen", begründete Ribéry seinen Tatendrang in der Vorbereitung.

Auf der Asientour wird Franck Ribéry und seinen Teamkollegen viel abverlangt. Am Freitag stand der nächste Flug von Shanghai nach Shenzen an. In der Wirtschaftsmetropole im Süden Chinas ist am Samstag (11.30 Uhr/Sport1) der AC Mailand der nächste Testspielgegner. Am nächsten Morgen geht es weiter nach Singapur, der dritten und letzten Reisestation. Training, Spiele, Marketingtermine - und das unter extremen klimatischen Bedingungen. "Es ist sehr heiß, aber du musst", bemerkte Ribéry. In großen Vereinen gehört eine strapaziöse Fernreise im Sommer nach Asien oder in die USA längst einfach dazu.

Die Verpflichtung von Ribéry, der vor zehn Jahren für die damals noch gigantische Ablösesumme von 25 Millionen Euro von Olympique Marseille nach München wechselte, war eine Zäsur in der Geschichte des FC Bayern. Ribéry kam damals zusammen mit den Topstürmern Luca Toni und Miroslav Klose, nachdem die Bayern als Tabellenvierter die Champions League verpasst hatten. Ribéry eroberte die Bundesliga im Sturm. Am Ende seiner ersten Spielzeit wurde er zum "Fußballer des Jahres" gewählt. Sieben Meistertitel, fünf Pokalerfolge und als Krönung den Champions-League-Triumph 2013 hat er im Bayern-Trikot gefeiert.

"Wir hatten viele große ausländische Spieler, aber mit zehn Jahren hier hat Franck Maßstäbe gesetzt", äußerte Uli Hoeneß über Ribéry. Der Bayern-Präsident war 2007 noch als Manager für die Verpflichtung des Spaßvogels verantwortlich gewesen. Beide verbindet ein herzliches Verhältnis. Ribéry besuchte Hoeneß sogar während dessen Haftstrafe im Gefängnis.

München ist für Ribéry und dessen Familie zur Heimat geworden. Beim FC Bayern ist er einer der Fan-Lieblinge. Wenn er topfit ist, ist er immer noch ein Leistungsträger. Nach wie vor bildet Ribéry mit Arjen Robben eine der besten Flügelzangen Europas. In 228 Bundesligaspielen hat er 75 Tore erzielt und 88 Torvorlagen gegeben. Der Ehrgeiz ist ungebrochen. Ribéry ärgert es auch im höheren Alter, wenn ihn Trainer Carlo Ancelotti in Spielen auswechselt. Und die Ziele des Franzosen hören sich auch nicht anders an als in all den Jahren zuvor. "Ich will eine gute Saison spielen, die Bundesliga und den DFB-Pokal gewinnen. Und die Champions League ist auch noch ein Traum von mir", sagte er.

Dafür schwitzt und rennt Ribéry gerade in Asien. "Franck hat in den ersten Spielen gezeigt, dass er es nochmal richtig wissen will", sagte Hoeneß. Ribéry ist gut drauf, auf dem Trainingsplatz ebenso wie bei den zahlreichen PR-Terminen. In Shanghai war er mit Robert Lewandowski auf dem 468 Meter hohen Oriental Pearl Tower. Im elften Bayern-Jahr soll es für ihn ebenfalls noch einmal hoch hinausgehen.

(dpa)
 
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