Der Umbau des Olympiastadions kommt in Gang: Beckenbauer für Ring-Stadion
zuletzt aktualisiert: 07.06.2000 - 17:32München (dpa). Die Planungen für den Umbau des Münchner Olympiastadions zu einer reinen Fußball-Arena nehmen konkrete Formen an. Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) stellte am Mittwoch drei Entwürfe vor, über die in den kommenden Wochen beraten werden soll. Die teuerste der drei Umbau-Varianten würde den Angaben zu Folge rund 400 Millionen Mark kosten. Die Vertreter der Fußball-Bundesligisten FC Bayern und TSV 1860 München favorisieren einen Entwurf mit dem Namen "Ring", der rund 385 Millionen Mark teuer wäre und am oberen Tribünenrand einen neuen Zuschauer-Rang erhalten soll. "Wir sind sehr zufrieden mit dem, was wir gesehen haben, und hoffen, dass die Ring- Variante in Angriff genommen wird", sagte Bayern-Präsident Franz Beckenbauer bei der Pressekonferenz.
Das künftige Münchner Olympiastadion soll 66 000 Sitzplätze bieten, komplett überdacht sein und keine Leichtathletik-Laufbahn mehr haben. Das Spielfeld soll abgesenkt werden. Die Zuschauer-Plätze würden näher an das Spielfeld rücken. Dies sind die gemeinsamen Komponenten aller drei Entwürfe. Von den Gesamtkosten will die Stadt München 140 Millionen Mark übernehmen, kündigte Ude an: "Ein beispielloses Angebot."
Demnächst werden Stellungnahmen der zuständigen Behörden wie dem Wasserwirtschaftsamt und dem Amt für Denkmalpflege erwartet. Beim nächsten "Gipfelgespräch" mit Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber (CSU) am 20. Juli soll das weitere Vorgehen beraten werden.
Der preisgünstigste Entwurf "Schüssel" beinhaltet eine Spielfeld- Absenkung um 3,60 Meter und würde etwa 340 Millionen Mark kosten. Die Variante "Westrang", mit rund 400 Millionen Mark die teuerste, würde eine asymmetrische Arena bedeuten mit einer Erhöhung der Stadion- Westseite und einer Spielfeld-Absenkung um sechs Meter. Der von den Vereinen bevorzugte Entwurf "Ring" mit einem ebenfalls um sechs Meter abgesenkten Spielfeld würde zur Folge haben, dass sich die Raumsituation im Stadion am stärksten verändert. "Wir sind uns einig. Wer einen Sinn für Schönheit und ein Verständnis für das Praktische hat, für den ist die dritte die ideale Variante", sagte Beckenbauer. Auch 1860-Präsident Karl-Heinz Wildmoser äußerte seine Zustimmung.
Nach wie vor offen ist der finanzielle Beitrag, den die Vereine und der Freistaat zu dem Bauprojekt leisten würden. "Die Finanzierung wird noch auf uns zukommen. Und wir werden sie in den Griff bekommen", sagte Beckenbauer.
Der jahrelange Stadion-Streit zwischen dem FC Bayern und der Stadt München war im Januar in einem Gipfelgespräch unter der Leitung von Stoiber beigelegt worden. Die Verantwortlichen des FC Bayern sahen danach vom Bau einer eigenen Arena ab und stimmten einem Verbleib im weltberühmten Olympiastadion zu. Der geplante Umbau soll nach der Leichtathletik-Europameisterschaft 2002 beginnen und drei Jahre später abgeschlossen sein. Somit kann München - wie vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) geplant - möglicher Schauplatz einer Fußball- Weltmeisterschaft im Jahr 2006 in Deutschland sein.
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