Polizei-Gewerkschaft kritisiert EM-Sicherheitskonzept: Bisher geplante Maßnahmen reichen nicht aus
zuletzt aktualisiert: 18.02.2000Hilden (dpa). Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat das Sicherheitskonzept für die bevorstehende Fußball-Europameisterschaft kritisiert. Nach Einschätzung des GdP-Bundesvorstandes reichen die bisher geplanten Maßnahmen nicht aus, um die befürchteten Hooligan- Ausschreitungen bei den kontinentalen Titelkämpfen vom 10. Juni bis 2. Juli in den Niederlanden und Belgien zu verhindern. "Damit die Euro zu einem friedlichen Fußballfest wird, muss mehr getan werden", teilte der GdP-Bundesvorsitzende Norbert Spinrath am Freitag mit.
So sei das bisher bekannt gewordene deutsche Kontingent von etwa zehn szenekundigen Beamten (SKB), die die reisenden Fangruppen begleiten sollen, bedenklich klein. "Diese Spezialisten filtern gewaltbereite Fußballfans aus der Anonymität der Masse anreisender friedlicher Fans. Hooligans werden identifiziert, und eine Beweissicherung wird erleichtert", meinte Spinrath.
Darüber hinaus reiche es nicht aus, die mit der Bahn anreisenden Fans durch den Bundesgrenzschutz (BGS) nur bis zum ersten Haltebahnhof in den Niederlanden und Belgien zu begleiten. So habe es sich gezeigt, dass die Randale deutscher Fans oft erst dann begann, als die BGS-Beamten den Zug verlassen hatten. Mit Zustimmung der Polizeigewerkschaften aus den Niederlanden (NPB) und Belgien (SNPB) regte die GdP zudem an, ausländischen Unterstützungskräften eingeschränkte Eingriffsbefugnisse zu geben. "Von einem Nachbarland angeforderte Polizeibeamte dürfen im Falle gewalttätiger Ausschreitungen nicht wie jeder Bürger oder Tourist allein auf Notwehr- bzw. Nothilferecht angewiesen sein", sagte Spinrath.
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