Fußball-Bundesliga: Bochum mit Torfestival aus dem Keller
zuletzt aktualisiert: 04.11.2007 - 19:26Düsseldorf (RPO). Mit einem Torfestival hat der VfL Bochum die Abstiegsplätze der Fußball-Bundesliga verlassen. Gegen den VfL Wolfsburg gelang dem Team von Trainer Marcel Koller ein 5:3-Erfolg. Das Nachsehen hatte der MSV Duisburg, der in Karlsruhe 0:1 unterlag. Im Mittelpunkt des 12. Spieltags stand aber der erneute Patzer des FC Bayern München.
Bochum feierte mit dem 5:3 (4:0) gegen den VfL Wolfsburg den ersten Sieg nach acht Spielen ohne Erfolgserlebnis und verbesserte sich mit zwölf Punkten auf den 14. Rang.
Für Wolfsburg war es nach sieben Pflichtspielen in Serie die erste Niederlage. Der MSV Duisburg (9) liegt nach dem 0:1 (0:1) im Aufsteigerduell beim Karlsruher SC weiterhin nur auf dem vorletzten Platz. Der KSC übernahm mit 23 Punkten wieder Rang vier in der Bundesliga.
Der Norden bläst zur Bayern-Jagd: Die schon eingezogene Langeweile an der Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga ist nach zwölf Spieltagen wieder vorbei, stattdessen spürt das Starensemble aus München immer mehr den Atem der Verfolger Hamburger SV und Werder Bremen im Nacken.
Keine Rolle im Titelrennen spielt dagegen Vizemeister Schalke 04, vielmehr kommen auf Trainer Mirko Slomka genauso wie auf seinen Kollegen Ernst Middendorp bei Arminia Bielefeld ungemütliche Zeiten zu.
Mickrige zwei Zähler beträgt nur noch der Vorsprung des FC Bayern auf den HSV, nachdem die Elf von Trainer Ottmar Hitzfeld beim 0:0 gegen Eintracht Frankfurt erneut Punkte liegen ließ. "Recht ist uns das nicht, aber es macht uns auch nicht nervös", analysierte der Münchner Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge die Situation, die sich nach dem späten 2:1 (1:0)-Siegtreffer der Hanseaten gegen Hertha BSC Berlin nochmals verschlechtert hatte.
Im Windschatten des HSV (26 Punkte) hat auch Werder Bremen (24) das Ziel wieder vor Augen. Auch wenn der 1:0 (1:0)-Sieg gegen Aufsteiger Hansa Rostock wenig Glanz versprühte, ist das Selbstbewusstsein an der Weser zurück. "Wir haben nie behauptet, dass die Bayern schon Meister sind", sagte Werder-Sportdirektor Klaus Allofs.
Dass auch Hannover 96 (21), das gegen Borussia Dortmund 2:1 (0:0) gewann, in der Spitzengruppe vertreten ist, macht das derzeitige "Hoch im Norden" perfekt.
Den überraschenden Patzer der Bayern hatten die Nord-Klubs aber in erster Linie Frankfurts Torhüter Oka Nikolov zu verdanken. Der kurzfristig für den grippekranken Markus Pröll eingesprungene Mazedonier war für die Tormaschinerie der Bayern um Luca Toni und Miroslav Klose ein unüberwindbares Hindernis. "Wer Meister werden will, muss auch mal mit einem Unentschieden zufrieden sein", meinte Hitzfeld.
Mit Unentschieden geben sich die Hamburger derzeit nicht zufrieden, nachdem es gegen die Hertha bereits den zehnten Sieg aus den letzten elf Pflichtspielen gab. Eine beeindruckende Erfolgsserie, die vor allem die Handschrift von Trainer Huub Stevens trägt.
"Stevens ist mit seiner Disziplin und Gradlinigkeit der richtige Mann, der die Puzzleteile eines bereits vorhandenen exzellenten Kaders erfolgreich zusammengefügt hat", schwärmte HSV-Chef Bernd Hoffmann: "Wir hoffen sehr, dass er hier noch lange weitermacht und die Früchte seiner exzellenten Arbeit erntet." Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, wonach Stevens, dessen Frau im Krankenhaus von Eindhoven liegt, als neuer Trainer der PSV im Gespräch ist.
Derartige Lobeshymnen bekommt Slomka auf Schalke derzeit nicht zu hören. "Wir haben eine sehr teure Mannschaft. Da können wir nicht zufrieden sein, wenn wir nur um Platz fünf oder sechs spielen", brachte "Chefkritiker" und Schalke-Präsident Josef Schnusenberg seine Unzufriedenheit nach dem 0:1 (0:0) beim bis dahin sieglosen Schlusslicht Energie Cottbus nochmals zum Ausdruck, zumal der Rückstand auf die Bayern bereits zehn Zähler beträgt.
So könnte der Stuhl bei weiteren Pleiten in der Champions League gegen den FC Chelsea und in der Liga gegen den Hamburger SV bereits ins Wackeln geraten.
Dass in Bielefeld nach der 0:4 (0:3)-Pleite bei Bayer Leverkusen und einer Serie von sieben Ligaspielen ohne Sieg auch eine Trainer-Diskussion geführt wird, kann Ernst Middendorp dagegen gar nicht verstehen. "Wer soll mir denn aus dem Vorstand allen Ernstes erzählen, dass ich nicht mehr der Richtige bin, nachdem erst vor acht Wochen mein Vertrag um drei Jahre verlängert worden ist?", meinte der 49-Jährige nach der 0:4 (0:3)-Pleite bei Bayer Leverkusen trotzig. Eine langfristige Job-Garantie bekam er von der Bielefelder Chefetage freilich nicht ausgesprochen.
Bei der Krisenbewältigung ist Meister VfB Stuttgart derweil ein Stück weiter. Bei Cupsieger 1. FC Nürnberg gab es mit dem 1:0 (1:0) den dritten Pflichtspielsieg in acht Tagen und damit den Sprung ins Tabellenmittelfeld. Davon kann der Club derzeit nur träumen. Mit nur neun Zählern rutschten die Nürnberger auf einen Abstiegsplatz.
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