Private Dinge nahmen den 28-Jährigen mit: Böhme zeigt sich nach Krach einsichtig
zuletzt aktualisiert: 18.11.2002 - 11:15Castrop-Rauxel (rpo). Manchmal kann ein Donnerwetter doch heilsame Wirkung haben. Nach seiner Suspendierung und einem anschließenden Gespräch hat Jörg Böhme von Schalke 04 Fehler eingestanden und Besserung versprochen.
"Ich habe verstanden, dass meine impulsive Art auf manche Spieler beleidigend wirkt, insbesondere auf die, die mich noch nicht so lange kennen", sagte der 28-Jährige dem kicker.
Böhme war von seinem Klub Schalke 04 in der vergangenen Woche für das Uefa-Cup-Spiel gegen Legia Warschau wegen "teamschädigenden Verhaltens" suspendiert worden, am Freitag aber nach einem Gespräch mit Manager Rudi Assauer und Trainer Frank Neubarth wieder begnadigt worden. Am Sonntag hatte der ehemalige Bielefelder aus privaten Gründen im Bundesligaspiel beim VfL Bochum (2:0) gefehlt.
Nach der Suspendierung hatte Assauer den siebenmaligen Nationalspieler sogar als "faulen Apfel im Korb" bezeichnet, den man notfalls entfernen müsse. Böhme wies diese Charakterisierung aber weit von sich und verteidigte sein Fehlverhalten der vergangenen Wochen folgendermaßen: "Zuletzt ist viel zusammengekommen. Meine Verletzungen, die mich sportlich zurückgeworfen haben. Die Enttäuschung, dass ich gegen Leverkusen nicht von Beginn an ran durfte. Vor allem aber private Dinge, die mich mitgenommen haben."
Umzug kommt nicht in Frage
Dass auch seine Wutausbrüche und seine Verspätung beim Training das Fass zum Überlaufen gebracht hatten, gab Böhme zwar zu, erklärte aber: "Für mich gehören Emotionen dazu. Ich bin heiß auf jedes Spiel, sehe den Ball, das Tor und will gewinnen. Mit diesem Willen wollte ich mich zu hundert Prozent für diese Mannschaft einbringen. Wenn ich jemanden angemotzt habe, dann nicht, um ihn zu beleidigen. Mir ging es nur um den Erfolg."
Zu den Verspätungen erklärte der Mittelfeldspieler: "Vergangene Woche ist es passiert, weil ich im Stau stand." Dass er 100 Kilometer von Gelsenkirchen entfernt in Steinhagen wohnt, sieht der Vize-Weltmeister ohne Einsatz dagegen nicht als Problem: "Ich muss nicht umziehen. Aber ich werde öfter bei Sven Kmetsch oder Co-Trainer Christos Papadopoulos schlafen."
Grundsätzlich würde Böhme, der im Jahr 2000 von Bielefeld nach Schalke gewechselt ist, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag beim DFB-Pokalsieger gerne verlängern: "Ich hänge an diesem Verein, an diesen Fans. Ich habe in keinem anderen Verein so lange und so erfolgreich gespielt. Aber dreieinhalb Jahre auf Bewährung - was soll das bedeuten?"
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