1. Bundesliga 17/18
| 17.49 Uhr

Borussia Dortmund
Yarmolenko passt perfekt ins System Bosz

Borussia Dortmund: Andrej Yarmolenko passt perfekt ins System von Peter Bosz
Andrej Yarmolenko im Zweikampf mit Kölns Jannes Horn. FOTO: ap, mm
Dortmund. Andrej Yarmolenko war in Sachen Ablöse etwa 80 Millionen günstiger als Ousmane Dembélé. Auch sonst ist der Ukrainer in vielerlei Hinsicht ein Gegenentwurf zu dem genialen Franzosen – und doch passt er perfekt ins Dortmunder System. Von Robert Peters

Es ist nicht so, dass Andrej Yarmolenkos Talent lange unentdeckt blieb. Mit 13 Jahren durfte er in der Fußball-Akademie von Dynamo Kiew vorspielen, die Weltstars wie Oleg Blochin, Andrej Shevchenko und Sergij Rebrov hervorgebracht hat. Und die Trainer hielten ihn für überaus geeignet. Aber Yarmolenko bekam Heimweh, er zog zurück nach Tschernihiw. Kiew vergaß den Stürmer allerdings nicht. 2007 holte Dynamo den damals 17-Jährigen ins Team. Es begann eine große Karriere, auch wenn das im Fußballwesten nicht so viele mitbekamen. Das ändert sich gerade, denn der Ukrainer Yarmolenko zeigt bereits in seinen ersten Spielen für Borussia Dortmund, was für ein guter Fußballer er ist – zuletzt beim 3:0-Erfolg in Hamburg. Dort bereitete er zwei Treffer vor.

Der BVB holte ihn im Sommerschlussverkauf als Ersatz für Ousmane Dembélé. Im Vergleich zum Franzosen, der für ein Ablösepaket in Höhe von rund 150 Millionen Euro zum FC Barcelona ging, ist der Ukrainer ein echtes Schnäppchen. 25 Millionen Euro zahlte Dortmund für den Wechsel des 27-Jährigen. Und Yarmolenko unterstreicht auf Anhieb die Einschätzung des BVB-Sportdirektors Michael Zorc. "Ich bin überzeugt, dass er sich durchsetzt", sagte Zorc unmittelbar nach dem Transfer. Nach dem Spiel in Hamburg erklärte der Manager: "Schon brutal, wie schnell er den Unterschied macht. Er ist fast schon komplett in unser Spiel integriert."

Anlaufzeit benötigte der Rechtsaußen nicht. Für die erste Berufung in den Kader vor der Begegnung in Freiburg reichte ein Training mit der Mannschaft. In der Champions League bei der Partie in London gegen Tottenham stand er ebenso in der Startelf wie in der Bundesliga gegen Köln und beim HSV. Seine Beiträge: Beihilfen zum Torerfolg der Kollegen und ein sehenswerter eigener Treffer in der Meisterklasse.

Dortmund profitiert von der Geradlinigkeit des neuen Außenspielers. Anders als der zuweilen geniale Dembélé bringt der knapp 1,90 Meter große Ukrainer einen ordentlichen Schuss Robustheit auf die Außenbahn. Er zieht ebenso gern wie der Münchner Arjen Robben von rechts in die Mitte, weil sein Linksschuss eine echte Waffe ist. Er hat den rechten Fuß jedoch nicht allein zum Bewahren des Gleichgewichts. Seine Flanken auf Maximilian Philipp im Spiel gegen Köln oder Pierre-Emerick Aubameyang in Hamburg platzierte er mit rechts.

Ihn selbst überrascht das weniger als das staunende Publikum in der Bundesliga. "Ich bin ein fertiger Spieler", hat er dem englischen "Guardian" verraten, als Stoke City und Everton um ihn warben, "ich weiß, wozu ich fähig bin." In der Ukraine weiß das jedes Kind. In 339 Pflichtspielen für Dynamo traf Yarmolenko 137 Mal, in 70 Länderspielen machte er 29 Tore – keine schlechte Quote für einen Außen.

Im Gegensatz zu vielen Feingeistern des Weltfußballs ist ihm selbst die Abwehrarbeit auf dem Flügel nicht fremd. Und das macht ihn zu einer besonders geeigneten Figur auf dem Schachbrett seines niederländischen Trainers Peter Bosz, der fröhliche Angriffslust und heftige Gegenwehr bei Ballverlust will. Pressing und Gegenpressing nennen das die Trainer der Gegenwart. Auch ohne ausgeprägte Englischkenntnisse ist Yarmolenko klar, was da verlangt wird.

 
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