1. Bundesliga 16/17
| 15.17 Uhr

Gerüchte um Reus und Hummels
Dem BVB droht der Ausverkauf

Die Verträge der BVB-Stars
Die Verträge der BVB-Stars FOTO: dpa, dm fpt
Düsseldorf. Der Abschied Ilkay Gündogans von Borussia Dortmund ist noch nicht bestätigt, allerdings soll sich der Mittelfeldspieler mit Manchester City bereits einig sein. Doch damit nicht genug. Von Stephan Seeger

Neue Gerüchte um Mats Hummels und Marco Reus bringen weitere Unruhe in den Verein, zudem ist die Zukunft von Henrich Mchitarjan noch nicht geklärt. Was ist dran an den Gerüchten?

Mats Hummels Seit mehr als acht Jahren trägt der Innenverteidiger das Trikot des BVB. In den kommenden Wochen muss sich der Nationalspieler entscheiden: Bleibt er in Dortmund oder wagt er einen Schritt ins Ausland? "Ich will nicht unbedingt, aber ich muss eine große Entscheidung treffen. Das ist nicht einfach, und ich überlege sehr viel hin und her", hatte Hummels zuletzt in der "Bild am Sonntag" gesagt.

Sollte er sich dazu entscheiden, noch einmal eine neue Herausforderung anzunehmen, hätte er wohl im Hinblick auf seine künftige Heimat freie Wahl. In den vergangenen Wochen war Hummels immer wieder mit den Top-Klubs aus der englischen Premier League wie Manchester United oder dem FC Arsenal in Verbindung gebracht worden, nun hat laut "Bild" auch der FC Barcelona seine Fühler nach dem 27-Jährigen ausgestreckt.

Demnach soll Hummels Barca-Scout Ariedo Braida überzeugt haben. Braida hat sich in den vergangenen Wochen und Monaten mehrere Spiele des BVB im Stadion angeschaut und sollte dabei eigentlich Pierre-Emerick Aubameyang unter die Lupe nehmen. Doch dann wurde Braida Fan von Hummels. Was für einen Wechsel spricht: Barcelona denkt nach dem Aus im Viertelfinale der Champions League gegen Atletico Madrid über eine Umstrukrurierung der Abwehr nach. Hummels könnte dabei eine Führungsrolle einnehmen. Denn die Qualitäten des Innenverteidigers sind unbestritten, vor allem in Sachen Spieleröffnung und -intelligenz gehört Hummels zur absoluten Weltklasse.

Zwar liegt dem BVB noch kein Angebot vor, Barcelona könnte aber Hummels' Primärziel sein. Schon im Januar 2014 hatte es Gerüchte um Hummels und Barcelona gegeben, seit dem siebten Lebensjahr lernt der Weltmeister Spanisch.

Marco Reus Der Außenstürmer hat zwar noch einen Vertrag bis 2019 in Dortmund und dürfte teuer werden – dennoch halten sich auch um den Nationalspieler hartnäckige Gerüchte. Das neueste: Atletico Madrid hat Reus ins Visier genommen. Die Mannschaft von Trainer Diego Simeone habe bereits im vergangenen Sommer um Reus gebuhlt, schreibt die spanische Tageszeitung "Mundo Deportivo". Demnach wolle Reus den BVB verlassen, um für einen Klub mit großen europäischen Ambitionen zu spielen, wie das Blatt erfahren haben will.

Ob Atletico allerdings der Wunschverein von Reus ist, darf stark angezweifelt werden. Die Spanier stehen zwar im Halbfinale der Champions League und sind in der Meisterschaft wieder gleichauf mit dem FC Barcelona, gelten in Spanien aber immer noch als dritte Kraft hinter den Katalanen und Real Madrid. Und ob Atletico sich auf Dauer in Europas Spitze etablieren kann, ist ebenfalls fraglich. Der Verein muss selbst im Sommer um den Verbleib seines Top-Spielers Antoine Griezmann kämpfen.

Neben Atletico steht Reus auch auf dem Zettel von Paris St. Germain. Der französische Meister hat definitiv die Mittel dazu, Reus aus seinem Vertrag beim BVB herauszukaufen – auch für 80 Millionen Euro oder mehr. Sollte Zlatan Ibrahimovic Paris im Sommer verlassen – und danach sieht es stark aus – benötigt der Hauptstadtklub eine neue Identifikationsfigur. Fraglich ist nur, ob Reus den Platz des schwedischen Superstars einnehmen kann – und ob er überhaupt wechseln will.

Henrich Mchitarjan Der Armenier blüht unter Trainer Thomas Tuchel regelrecht auf und spielt die Saison seines Lebens. 21 Tore und 28 Vorlagen erzielte Mchitarjan in dieser Saison in 47 Pflichtspielen – in der kompletten vergangenen Spielzeit waren es lediglich fünf Treffer und sieben Assists. Kein Wunder, dass Mchitarjans Berater seinen Schützling ins Gespräch bringt.

Nach Angaben von Mino Raiola könnte sich Mchitarjan einen Wechsel zu Juve gut vorstellen, der Transfer scheitert jedoch am Veto seines aktuellen Klubs. Er wisse, dass der 27 Jahre alte Mittelfeldspieler Juve-Trainer Massimiliano Allegri gefällt, sagte Mino Raiola jüngst der "Gazzetta dello Sport". "Und Micky würde sehr gerne das Juve-Trikot tragen." Man müsse sich aber mit BVB-Trainer Thomas Tuchel auseinandersetzen, so Raiola weiter.

Und der will Mchitatjan auf Biegen und Brechen in Dortmund halten. "Der Ball liegt bei Micky", sagte Tuchel über eine mögliche Vertragsverlängerung des Mittelfeld-Strategen über 2017 hinaus.

Pierre-Emerick Aubameyang Auch um den Gabuner halten sich hartnäckige Gerüchte. Vor allem Real Madrid hat den Stürmer als Transfer für den Sommer fest auf dem Zettel. Laut "Express" habe sich Aubameyang bereits mit dem spanischen Spitzenklub auf einen Wechsel geeinigt. Aubameyang bezeichnete dieses Gerücht als "Bullshit". Die "Königlichen" sind sogar bereit, 100 Millionen Euro für Aubameyang auf den Tisch zu legen – für 37 Tore und zwölf Vorlagen in der bisherigen Spielzeit sicher eine angemessene Summe, vor allem weil Aubameyang noch einen Vertrag bis 2020 besitzt.

Der BVB wird auch hier alles daran setzen, Aubameyang im Sommer nicht zu verlieren, und ist in einer guten Position – es sei denn, Geschätfsführer Hans-Joachim Watzke wird bei einem entsprechenden Angebot über 100 Millionen Euro schwach.

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