1. Bundesliga 17/18
| 12.52 Uhr

Dortmunder will Wechsel erzwingen
BVB-Star Dembélé bleibt suspendiert

Diese Fußballer provozierten ihren Wechsel
Diese Fußballer provozierten ihren Wechsel FOTO: afp, PST
Dortmund. Es gibt kein Zurück. Zumindest vorerst. Ousmane Dembélé fehlte am Sonntagmorgen im Sonnenschein erneut beim Training von Borussia Dortmund – der Klub hätte seinem bockigen Supertalent ohnehin den Weg versperrt.

Er hat auch kaum eine andere Wahl: Er erhält die Suspendierung des 20-Jährigen, der mit einem Streik seinen Wechsel zum FC Barcelona erzwingen will, "bis auf Weiteres" aufrecht. Eine Reintegration ist schwer vorstellbar.

Auf einem Gipfeltreffen nach dem lässig-leichten 4:0 (2:0) beim 1. FC Rielasingen-Arlen in der ersten Runde des DFB-Pokals legten Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, Sportdirektor Michael Zorc und Trainer Peter Bosz die gemeinsame Linie fest. Am Sonntag wurde sie kurz und knapp verkündet.

Für beide Seiten ist es ein Spiel auf Zeit: Ein neues, für den BVB angemessenes Angebot aus Spanien kann die vertrackte Lage innerhalb kürzester Zeit auflösen – oder die Schließung des Transferfensters am 31. August. Bis dahin, sagt Zorc, bestehe für den jungen Franzosen "selbstverständlich die Möglichkeit, ein individuelles Training abseits der Gruppe zu absolvieren".

Dortmund ist für Dembélé nur ein Sprungbrett

Erhöht der FC Barcelona sein Angebot nicht auf mindestens 130 Millionen Euro, werden sich der BVB und Ousmane Dembélé wohl oder übel wieder aneinander gewöhnen müssen. Besonders den Fans dürfte das schwerfallen, möglicherweise auch Dembélé selbst. Er hat sehr eindeutig dokumentiert, dass der Verein der "Echten Liebe" für ihn nur ein Sprungbrett ist.

Die Dortmunder Verantwortlichen sind das Thema leid. "Unser Fokus liegt jetzt auf einer konzentrierten Vorbereitung der Mannschaft auf den Bundesliga-Auftakt am kommenden Wochenende in Wolfsburg", sagte Zorc. Die Sehnsucht nach Ruhe steigt.

Doch Pierre-Emerick Aubameyang konnte so viele Tore schießen, wie er wollte – im Mittelpunkt stand er nicht. Es ging nur um Dembélé und das große Theater. Bevor der Teambus am Samstag in Freiburg vom Parkplatz rollte, ließ Mittelfeldspieler Nuri Sahin durchblicken, dass sich die Mannschaft in die Diskussion einbringen will. "Es wird Gespräche geben", sagte Sahin: "Wir werden unsere Sichtweise erläutern."

Aubameyang schreibt BVB-Geschichte

Aubameyang hatte sich redlich um Ablenkung bemüht. Mit seinem Dreierpack (41./Foulelfmeter, 55. und 80.) stieg der Gabuner zum erfolgreichsten ausländischen Spieler der Vereinsgeschichte auf. Er löste mit 124 Pflichtspieltoren die Dortmunder Ikone Stéphane Chapuisat (123) ab. Neben dem Torjäger traf Innenverteidiger Marc Bartra (12.) vor 24.000 Zuschauer im ausverkauften Schwarzwaldstadion.

Das Fehlen der BVB-Stars Mario Götze, Marco Reus, Raphael Guerreiro, Julian Weigl, Marcel Schmelzer, Erik Durm, Christian Pulisic und Sebastian Rode machte sich beim Sechstligisten nicht bemerkbar. Auch Dembélé wurde nicht groß vermisst.

Das könnte sich schon am Samstag in Wolfsburg ändern.

(can/sid/dpa)
 
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