1. Bundesliga 16/17
| 13.35 Uhr

Christian Pulisic
Dortmunds Teenager begeistert US-Coach Klinsmann

Porträt: Christian Pulisic – das BVB-Juwel
Porträt: Christian Pulisic – das BVB-Juwel FOTO: dpa, gki
Mit nur 17 Jahren spielt sich Christian Pulisic bei Borussia Dortmund ins Rampenlicht. Jürgen Klinsmann hat ihn sogar schon zum Nationalspieler gemacht.

Landon Donovan nahm es mit Humor. "Mit 17 Jahren hat Christian Pulisic nun schon mehr Bundesliga-Tore geschossen als Taylor Twellmann und ich zusammen", twitterte die US-Fußball-Ikone. Er bejubelte damit den ersten Treffer des jungen Dortmunders in der deutschen Eliteklasse - ein Erfolg, der dem späteren Nationalspieler Twellmann bei 1860 München ebenso verwehrt blieb wie dem US-Rekordschützen Donovan in rund drei Jahren bei Bayer Leverkusen und drei Monaten bei Bayern München.

Auch Jürgen Klinsmann war zu Hause in den USA begeistert vom Treffer Pulisics zum 1:0 gegen den Hamburger SV (Endstand 3:0). "Schön, zu sehen, dass unser Youngster für Borussia Dortmund trifft", twitterte er. Und sich damit einen weiteren Platz in den Bundesliga-Annalen sicherte. Nach Nuri Sahin, Julian Draxler und Timo Werner ist der achtjüngste Bundesliga-Spieler nun der viertjüngste Torschütze, von ihnen brauchte nur Werner weniger Einsatzminuten zum ersten Treffer.

Klinsmann will Hype um Pulisic nicht zu groß werden lassen

Klinsmann hat Pulisic aber sogar einen noch historischeren Einsatz gesichert. Durch die Einwechslung gegen Guatemala am 29. März (4:0) wurde der Offensivspieler zum jüngsten US-Spieler in einem WM-Qualifikationsspiel. "Er ist ein sehr vielversprechendes Talent, darüber gibt es keinen Zweifel", sagte der frühere Bundestrainer, kündigte aber auch an: "Es gibt einen großen Hype um ihn und wir wollen ihn nicht mit Erwartungen erdrücken." Deshalb sei er froh, dass der Teenager in Dortmund spiele, "wo man ihn erdet und entwickelt und wo der Kader gespickt ist mit großen Spielern, die auf ihn aufpassen."

Dass er einer jungen Generation angehört, machte Pulisic auch nach seinem Premieren-Tor war. Was er dabei gefühlt habe, wisse er nicht mehr, sagte er. Der Grund: "Ich war so fokussiert auf meinen Torjubel." Bei diesem bewegte er die Hände wellenartig nach links und recht: "Das nennt sich 'Dabbing' und kommt aus den USA", klärte er auf: "Es hat aber keine tiefgründige Bedeutung, es ist einfach nur ein Tanz."

Pulisic schon jetzt "vollwertiges Kadermitglied" beim BVB

Trotz solcher Spielereien ist der Youngster aber stets fokussiert. So galt der eher schmächtige Bursche, dessen Eltern beide Profi-Fußballer und später Trainer waren, schon seit jeher als Ausnahmetalent. Mit 15 kam er mit seinem Vater nach Dortmund, dank eines kroatischen Großvaters und einer doppelten Staatsbürgerschaft war dies erlaubt. Der damalige Trainer Jürgen Klopp bescheinigte ihm schon kurz darauf, "richtig kicken" zu können und hatte ihn stets im Blickfeld.

"Seine Entwicklung kommt für uns nicht überraschend", sagt BVB-Sportdirektor Michael Zorc deshalb. Weil man ihm "die Tür nicht zumachen wollte", kauften die Dortmunder nach den Abgängen von Adnan Januzaj und Jonas Hofmann im Winter keinen neuen Offensivspieler. Heute ist Pulisic für Klopps Nachfolger Tuchel ein "vollwertiges Kadermitglied".

Eines, das in Westfalen, in den USA und bald vielleicht auch weltweit noch für Furore sorgen wird.

(areh/sid)
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