1. Bundesliga 17/18
| 17.14 Uhr

"Er ändert schon viel"
Bosz-System bereitet BVB noch Probleme

BVB unterliegt Espanyol Barcelona mit 0:1
BVB unterliegt Espanyol Barcelona mit 0:1 FOTO: dpa, gki jai
Bad Ragaz. In der Vorbereitung läuft es bei Borussia Dortmund noch nicht rund. Die Systemumstellung unter dem neuen Trainer Peter Bosz bereitet der Mannschaft Schwierigkeiten.

Peter Bosz steht umrahmt vom massiven Schweizer Bergpanorama wild gestikulierend auf dem Trainingsplatz. Der Niederländer muss viel erklären und zeigt seinen Spielern genau an, wo sie zu stehen haben oder wohin sie laufen müssen. Denn die Umstellung auf das von ihm favorisierte 4-3-3-System bereitet Borussia Dortmund noch Probleme. "Wir sind noch in einer Anpassungsphase der neuen Philosophie des Trainers. Da ist klar, dass wir noch nicht hundertprozentig eingespielt sind", sagte Torwart Roman Bürki im Trainingslager in Bad Ragaz: "Er ändert schon viel."

Bosz-Vorgänger Thomas Tuchel setzte auf ein 4-2-3-1 oder eine Dreierkette - und das sehr erfolgreich. Das aggressive Gegenpressing macht die defensiv ohnehin anfälligen Dortmunder noch labiler - bereits neun Gegentore kassierte der BVB in fünf Testspielen gegen teils unterklassige Gegner.

Weniger als eine Woche vor dem ersten Pflichtspiel gegen Meister Bayern München im Supercup (Samstag, 20.30 Uhr/ZDF und Eurosport) ist beim BVB noch Sand im Getriebe. Beim jüngsten 0:1 gegen Espanyol Barcelona war der DFB-Pokalsieger zwar auch wegen der individuellen Klasse klar überlegen, ein Abstimmungsfehler zwischen Torhüter Bürki und Innenverteidiger Sokratis führte in der Schlussphase aber zum Gegentor. "Wir werden das zu Saisonbeginn noch nicht verinnerlicht haben. Das weiß der Trainer auch", sagte der Schweizer Bürki.

Dabei soll der BVB unter Bosz, der Ajax Amsterdam mit einer jungen Truppe ins Europa-League-Finale führte, in der kommenden Saison wieder zum Bayern-Jäger Nummer eins avancieren. 18 Punkte Rückstand waren es in der abgelaufenen Saison, RB Leipzig schob sich gar vor die Dortmunder auf Rang zwei. "Ich hoffe, dass wir näher an die Bayern heranrücken können", sagte Bürki. US-Shootingstar Christian Pulisic wurde da schon mutiger: "Wir haben eine große Chance, die Liga zu gewinnen", hatte er grinsend gesagt.

In der aktuellen Verfassung dürfte das schwierig werden. Keine drei Wochen vor dem Liga-Start beim VfL Wolfsburg läuft Dortmund die Zeit etwas davon.

Dabei blieben dem BVB anders als im Vorjahr, als Kapitän Mats Hummels, Nationalspieler Ilkay Gündogan und Offensivmotor Henrich Mchitarjan den Verein verließen, in diesem Jahr die Leistungsträger erhalten. Auch Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang verlässt die Borussia wider Erwarten nicht - zumindest bis zur Winterpause.

Bosz wollte die erneute Testspielniederlage gegen den Tabellenachten der abgelaufenen spanischen Spielzeit aber nicht überbewerten. "Es ist nicht wichtig, ein Freundschaftsspiel zu gewinnen", sagte der 53-Jährige. Ein Sieg soll im sechsten und letzten Testspiel des Trainingslagers in Bad Ragaz gegen den italienischen Europa-League-Starter Atalanta Bergamo am Dienstag (19.30 Uhr) aber dann doch her. "Ich mag es auch nicht zu verlieren", sagte Bosz.

(sid)
 
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