1. Bundesliga 17/18
| 11.00 Uhr

Dortmund hat zwei Endspiele vor der Brust
Tuchel-Debatte und Weigl-Schock halten BVB in Atem

Weigl muss gegen Augsburg verletzt vom Feld
Weigl muss gegen Augsburg verletzt vom Feld FOTO: dpa, geb nic
Das Verletzungs-Drama um Julian Weigl überlagert bei Borussia Dortmund die anhaltende Debatte um Trainer Thomas Tuchel und den Ärger über das 1:1 beim FC Augsburg.

Thomas Tuchel sprach zum Ende einer "sehr außergewöhnlichen Woche" mit nicht enden wollenden Diskussionen um seine Zukunft von "Vorfreude auf zwei Endspiele". Doch der Schock über den Knöchelbruch von Julian Weigl saß auch beim Trainer von Borussia Dortmund tief. "Das ist ein Verlust, den wir eins zu eins nicht kompensieren können", sagte Tuchel nach dem 1:1 (1:1) beim FC Augsburg, durch das Platz drei wieder in Gefahr geraten ist.

Weigls Ausfall ist für den von anhaltenden Debatten um Tuchel aufgewühlten BVB auf der Zielgeraden der Saison eine weitere schwere Hypothek. Das 21-jährige Mittelfeldmetronom mache Dortmunds Spiel um jene halbe Sekunde schneller, auf die es im modernen Fußball ankomme, betonte Tuchel. Am Samstag gegen Bremen, wenn es im Fernduell mit Hoffenheim um die direkte Qualifikation zur Champions League geht, fehlt Weigl ebenso wie im Pokalfinale – er fällt drei bis vier Monate aus. "Extrem bitter", fand das Marco Reus.

Das Drama um Weigl, der sich bei einem Zweikampf mit Philipp Max verletzt hatte, fügte sich nahtlos in eine "sehr außergewöhnlichen Woche", wie Tuchel die turbulenten letzten Tage nannte. Trotz des Theaters um seine Person habe er "große Lust, das Ding hier weiter zu trainieren", sagte er bei Sky. Verträge seien da, um erfüllt zu werden, aber diesbezüglich liege "nicht alles" in seiner Macht – ein klarer Verweis auf seinen Chefkritiker, BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Der äußerte sich in Augsburg ebensowenig zum Thema Tuchel wie Sportdirektor Michael Zorc.

Reus appelliert an Spieler

An den Spielern seien die Debatten "nicht spurlos vorbeigegangen", sagte Reus. Er appellierte an die Kollegen, diese müssten nun "enger zusammenrücken". Auf dem Platz war dieser Wille erkennbar. Nach dem 0:1 durch Alfred Finnbogason (28.) brachte das 29. Saisontor von Pierre-Emerick Aubameyang (32.) den BVB zurück. In der zweiten Hälfte war Dortmund phasenweise drückend überlegen, verpasste aber den K.o.

"Wenn ich meine Mannschaft so spielen sehe, geht's mir auf jeden Fall gut", sagte Tuchel. Ohnehin sei es "im Zentrum des Sturms oft am ruhigsten. Und wir haben da eine Oase im Trainingszentrum." Nur: Wie lange noch?

"Wir haben jetzt zwei Endspiele, eins in Dortmund, eins in Berlin", sagte Tuchel, "und wir haben in diesen Spielen immer geliefert, deshalb bleiben wir optimistisch." Alles andere werde "ausgeblendet und muss ausgeblendet werden bis nach der Saison". Dann wird abgerechnet – und Tuchel wohl gehen.

Wohin? Ob er Spanisch spreche, wurde Tuchel in Augsburg gefragt, schließlich werde er beim FC Barcelona gehandelt. "Fließend", antwortete er schmunzelnd. Aber nein, er wisse nichts vom Barca-Interesse, "deshalb bedeutet es jetzt auch nicht so viel".

Große Bedeutung hätte ein weiteres Jahr in der Bundesliga für den FCA – und es ist zum Greifen nah. Weil Hamburg und Wolfsburg am letzten Spieltag aufeinandertreffen, kann sich Augsburg in Hoffenheim sogar eine knappe Niederlage erlauben. "Wir haben uns eine sehr gute Ausgangsposition verschafft, nicht nur durch die Punkte, sondern auch durch die Art und Weise, wie wir spielen", sagte Trainer Manuel Baum: "Wir sind positiv gestimmt."

(sid)
 
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