1. Bundesliga 17/18
| 12.02 Uhr

Real eine Nummer zu groß für den BVB
Der Weg in Europas Spitze ist noch weit

Pressestimmen: "Real entlarvt die Schwächen im BVB-System"
Pressestimmen: "Real entlarvt die Schwächen im BVB-System" FOTO: dpa, fg
Dortmund. Das 1:3 von Borussia Dortmund in der Champions League gegen Real Madrid zeigt: Der Weg in Europas Spitze ist für den BVB noch sehr weit. Von Robert Peters

So was mag der große Cristiano Ronaldo gar nicht. Sechs Spieltage hat die spanische Liga ausgetragen, und auf dem Torkonto des Stürmers steht eine schreckliche Zahl: 0. Das hat ein bisschen mit einer fußballerischen Schaffenskrise des Teams, ein wenig mit vier Spielen Sperre für den Superstar wegen wenig netter Schiedsrichter-Schubserei und auch mit den Verhängnissen des Alterns zu tun. Schließlich ist Ronaldo nun auch bald 33. Im Dortmunder Westfalenstadion wies er im zweiten Gruppenspiel der Champions League allerdings nach, dass er das Toreschießen ganz sicher noch nicht verlernt hat. Zwei Treffer steuerte er zum 3:1-Erfolg des Titelverteidigers beim deutlich unterlegenen Tabellenführer der Bundesliga bei.

Das wiederum hatte zum einen mit einer sehr konzentrierten Vorstellung der kleinen Weltauswahl auf dem Rasen zu tun, die im Zusammenspiel in Angriff und Abwehr phasenweise nahe der Perfektion auftrat - mit einem herausragenden Mittelfeld, in dem sich Toni Kroos, Luka Modric, Isco und Casemiro wirklich durch nichts von ihrem hochklassigen Treiben abbringen ließen. Es hatte - weit weniger, aber immerhin - auch damit zu tun, dass die Dortmunder selten den vielzitierten Zugriff aufs Spiel fanden. "Wir haben ein paar große Lücken gelassen", räumte Mittelfeldspieler Gonzalo Castro ein. Sein Trainer Peter Bosz dagegen wurde sehr viel deutlicher. "Das war nicht das Borussia Dortmund, das war nicht auf seinem Niveau", stellte er in einer deutsch-niederländischen Sprachvermengung fest, "wir sind fast immer zu spät gekommen. Bei unserem Spiel ist es aber wichtig, dass wir richtig Druck machen. Das ist ein Problem der ganzen Mannschaft, wir verteidigen mit elf Mann, und wir versuchen, mit elf Mann anzugreifen."

Dortmunds erkennbares Bemühen um Tempo und Angriffswucht scheiterte ebenso wie der Versuch, die Räume für Madrid zu schließen, an der Klasse dieses Gegners. Real hatte sich offenbar entschlossen, der Diskussion über die mittelschwere Krise in der nationalen Liga einen Beweis für die eigentliche Leistungsfähigkeit entgegen zu stellen. Real griff an, wie Bosz sich das beim BVB vorstellt, und Real verteidigte, wie Dortmunds Trainer das ebenfalls sehr gerne hätte. Die Zonen waren gut besetzt, das Aufbauspiel war von einer Schönheit, die nur das scheinbar Selbstverständliche verströmt.

Das ist die erste Liga in Europa, zu der der BVB irgendwann selbst mal gehören will. Der Weg ist noch weit, das bewies das zweite Gruppenspiel in der Champions League. Nicht jeder lässt sich von dieser Aussicht aber sogleich erschüttern. Nuri Sahin zum Beispiel nicht. "Wir befinden uns in einer Entwicklung", sagte der Mittelfeldmann, "und wir dürfen jetzt den Kopf nicht in den Sand stecken. Wir müssen versuchen, unser Spiel auch auf diesem Niveau durchzuziehen." Einstweilen ist das ein frommer Wunsch. Und vorerst ist die K.o.-Runde in Europas Meisterklasse ganz weit weg. "Noch sind es vier Spiele, wir wollen versuchen, sie zu gewinnen", erklärte Bosz, "aber nach zwei Niederlagen ist es ein großer Unterschied zu den ersten Plätzen." Es regte sich kein Widerspruch.

Quelle: RP
 
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