1. Bundesliga 16/17
| 12.40 Uhr

Neuer Trainer in Dortmund
Tuchel: "Wir wollen agieren und dominant spielen"

Fotos: Tuchel beim BVB offiziell vorgestellt
Fotos: Tuchel beim BVB offiziell vorgestellt FOTO: dpa, ve nic
Dortmund. Bei Borussia Dortmund hat eine neue Zeitrechnung begonnen. Vier Tage nach dem Abschied von Jürgen Klopp beim Pokalfinale gegen Wolfsburg (1:3) in Berlin hat der Bundesligist am Mittwoch seinen neuen Trainer Thomas Tuchel vorgestellt.

So lief die Pressekonferenz.

+++ Der sagt dazu: "Die Entscheidung ist sehr gut für den Fußball. Die Umstände haben mich überrascht. Dass sich jemand am Freitag wählen lässt und am Dienstag feststellt, dass er zurücktritt, habe ich auch noch nicht erlebt. Auf der anderen Seite hoffe ich, dass die Verbände die entsprechenden Ableitungen ziehen." Mit der Aussage ist die PK dann auch vorbei.+++

+++ Ganz zur Freude von Tuchel, der die Frage gleich ohne Antwort an Watzke weitergibt.+++

+++ Sie geht nicht nur an Tuchel, sondern auch an Watzke.+++

+++ Die letzte Frage dreht sich um den Rücktritt von Sepp Blatter. +++

+++ Zur problematischen Vorbereitung: "Ich weiß es noch nicht wie, aber wir müssen es kompensieren. Wir hätten gerne eine längere und ruhigere Vorbereitung, dass wir die wenigen Tage die wir haben, intensiv nutzen und die Dinge implementieren können. Es ist nicht von Vorteil, um die Teams zu attackieren, die wir attackieren wollen. Es muss eine körperliche Grundlage da sein, die bis weit in die Saision getragen werden muss. Vielleicht ist auch da weniger mehr. Wir werden nicht alles in die vier Wochen packen können, sondern strecken müssen." +++

+++ "Ich musste lernen, abzuschalten. Ich wollte mir die Gelegenheit geben, noch einmal zu reflektieren und mich nicht in die nächste Aufgabe stürzen. Die WM ging fast komplett an mir vorbei. Danach war es wie ein Steigerungslauf", sagte Tuchel nochmal zu seinem Sabbatical.+++

+++ Welche Rolle hat die Emotionalität im Ruhrgebiet gespielt? "Eine riesige Rolle. Als es konkret wurde, war es sonneklar. Es war sofort das Gefühl da, die Chance zu ergreifen und mich darauf einzulassen. Ich bin ein sehr emotionaler Coach und freue mich darauf, mich darauf einzulassen." +++

+++ Was stellt er sich für einen Fußball vor? "Dortmund hat ja einen Stil geprägt. Es geht nicht darum, etwas neu zu erfinden oder alles gleich zu machen. Dortmund steht für einen Angriffsfußball. Wir wollen agieren und dominant spielen. Wir werden alle Aspekte des Spiels brauchen. Ich freue mich auf das Talent der Spieler und die unterschiedlichen Charaktere. Ich habe eine große Wertschätzung für das Spiel gegen den Ball. Ich freue mich auf so viel Qualität, dass wir es nicht vermeiden können, dominant zu sein. Ballbesitz wird in Dortmund immer darauf ausgerichtet sein, schnell vor das Tor zu kommen." +++

+++ Was hat er im vergangenen Jahr getrieben? "Ich bin ohne Uhr ins Bett gegangen und ohne Uhr aufgestanden. Ich habe Urlaub gemacht und viel Zeit mit meiner Familie verbracht. Ich habe gelernt, dass man den Tag genioeßen kann. Habe gelernt, dass es gut tut, Gespräch nachwirken zu lassen." +++

+++ Wie laufen Transfers bei ihm grundsätzlich ab? "Es gibt keinen Forderungskatalog und keine personellen Foprderungen. Wir haben einen tollen Kader. Es spielen bei der Bewertung eines Spielers so viele Dinge eine Rolle. Aktuell ist weniger viel mehr", so Tuchel. Erst einmal will er die Mannschaft kennenlernen. "Sie ist ausgewogen zusammengestellt und sie hat ein tolles Alter. Es gbt keinen Grund, dass ich am Schreibtisch beurteile wer ersetzt werden muss. Das ist nicht mein Verständnis. +++

+++ Jetzt kommen die Fragen der Journalisten +++

+++ Das Vertrauen von Watzke und Zorc habe ihn beeindruckt, so Tuchel. "Für mich war es nur auf diese Art und Weise möglich, Jürgen zu folgen. Wichtig dabei: Dass Klopp im Guten den Verein verlassen hat, so Tuchel. "Jürghen hat die Basis maßgeblich geleistet, dass wir weitere Kapitel auf diesem hohen Niveau schreiben können. Dafür werden wir alles geben", sagte Tuchel. +++

+++ Der BVB sei Herausforderer für den FC Bayern, den VfL Wolfsburg, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen, so Tuchel. Auf diese Klubs habe man einen Rückstand. Ein Faktor sei auch die Europa-League-Quali, so Tuchel. Da steigt der BVB bereits Ende Juli ein. "Es wichtig, dass wir eine gewisse Hingabe für die Aufgabe entwickleln und eine bestimmte Haltung annhmen: Fleiß, Bescheidenheit, Mut, Offenheit und Beharrlichkeit. Ich möchte eine Atmosphäre um mich haben, die die Mannschaft trägt und in jedem Training spürbar ist. Und im Stadion. Meine Aufgabe ist es, die Atmosphäre zu kreieren." +++

+++ Warum hat er sich für den BVB entschieden: "Ich bin überglücklich, jetzt offiziell hier zu sein. Ich hatte den großen Wunsch, einen Traditionsverein und eine große Herausforderung zu trainieren. Der BVB ist ein großer Herausforderer, auch für die nationale Spitze. Und die hat er sich erweitert. Wir haben auch einen gewissen Rückstand aufzuholen, auch wegen des Trainerwechsels." +++

+++ Nun ist der neue Trainer dran. +++

+++ "Das erste Mal fiel er uns 2009 auf. Das war nicht nur positiver Natur", so Zorc. Damals schlug Tuchel mit der Mainzer U 19 den Nachwuchs des BVB, der trotz besserer Besetzung keine Chance hatte. "Er ist die logische Entscheidung. Er hat eine klare Vorstellung, wie Fußball auszusehen hat. Seine Mannschaften haben sich immer durch eine hohe taktische Flexibilität ausgezeichnet." Daneben habe er die Fähigkeit, seine Mannschaften weiterzuentwickeln. +++

+++ Zorc erklärt nun, warum Tuchel Nachfolger wurde. +++

+++ Watzke nimmt zunächst ein paar Illusionen. Erste Illusion: "Es wird keine Informationen zu personellen Dingen außerhalb des Trainerteams geben." Daneben wird es auch keine Aussagen zu Saisonzielen geben. +++

+++ Watzke fängt an: "Wir haben ein paar Tage Zeit gehabt, unsere Wunden von Samstag zu lecken. Ab heute sind wir wieder im Kampfmodus. +++

+++ An seiner Seite sind Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc. +++

+++ Es geht los. Tuchel kommt unter großem Blitzlichtgewitter auf das Podium. +++

+++ Wir warten noch. Tuchel lässt sich Zeit. +++

+++ BVB-Präsident Rauball sicherte dem neuen Mann an der Seitenlinie Unterstützung zu: "Wir sollten ihm die Rückendeckung geben, die man jemanden geben muss, der in ein solch großes Paar Schuhe schlüpfen muss. Denn die hat Jürgen Klopp zweifellos hinterlassen." +++

+++ Klaus Augenthaler glaubt an ein schweres Erbe für Thomas Tuchel. "Thomas Tuchel hat in Mainz gute Arbeit geleistet, aber Dortmund ist eine andere Hausnummer. An den Erfolgen, die Klopp in den letzten sechs, sieben Jahren vollbracht hat, wird ein Tuchel gemessen werden", betonte Augenthaler. +++

+++ Tuchels erster Auftritt beginnt offenbar mit Verspätung... Noch ist der neue Coach nicht da. +++

+++ Mit dem Wechsel von Klopp zu Tuchel gehen beim BVB Hoffnungen auf eine Rückkehr zu alter Schlagkraft einher. "Wir wissen aus vielen Gesprächen mit ihm, dass er ein überragender taktischer Trainer ist. Er hat im Bereich Motivation große Stärken", sagte Rauball. +++

+++ Tuchel wird der erst elfte Trainer beim BVB seit Juli 1991. Er hatte nach seinem Ausstieg beim FSV Mainz 05 im Sommer 2014 ein Sabbatjahr eingelegt. Erstaunlicherweise nahm sein Stellenwert in dieser Zeit eher zu: Dem Vernehmen nach bemühten sich diverse Clubs wie der FC Schalke 04, Galatasaray Istanbul, RasenBallsport Leipzig, VfB Stuttgart und Hamburger SV um den 41-Jährigen. +++

+++ Tuchel soll den BVB nach einem enttäuschenden siebten Rang in der vorigen Saison zurück in die Champions League führen. "Er ist in der Lage, die Mannschaft so einzustellen, dass sie den Fußball spielt, den unser Publikum liebt. Davon bin ich felsenfest überzeugt", sagte BVB-Präsident Reinhard Rauball am vorigen Wochenende. +++

+++ Volles Haus beim BVB +++

 

+++ Herzlich Willkommen zum Live-Ticker von der PK mit Thomas Tuchel. Die Fans des BVB sind gespannt, die Journalisten auch. +++

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