1. Bundesliga 16/17
| 14.20 Uhr

Begehrter BVB-Profi
Hummels Wahl ist eine Qual

Fotos: Frauenschwarm, Abwehrchef, Weltmeister
Fotos: Frauenschwarm, Abwehrchef, Weltmeister FOTO: dpa, jhe
Dortmund. Mats Hummels ziert sich mit der Entscheidung über seine Zukunft. Sein Vater und Berater jongliert öffentlich mit Vereinsnamen.

Mats Hummels quält sich. Bis in den Schlaf hinein verfolge ihn die Entscheidung über seine Zukunft, berichtet der Weltmeister von Borussia Dortmund. Es scheint, als drehten sich seine Gedanken des Nachts vor allem um eine Rückkehr zu Bayern München - laut Bild-Zeitung laufen Verhandlungen mit dem Verein, der ihm vor zehn Jahren keine Chance gab und seinen Vater 2012 unsanft vor die Tür setzte.

Hermann Hummels (56), zugleich Berater des begehrten Sohnes, trägt keinesfalls zur Beruhigung bei. Am Freitag brachte er im SID-Interview einen potenten Rivalen für den FC Bayern ins Spiel. "Auch Manchester City kann eine sehr interessante Sache sein. Sie sind dieses Jahr nicht so gut, aber sie werden nächstes Jahr Meister. Sie bekommen einen der besten Trainer der Welt", sagte er. Der Trainer ist der derzeitige Bayern-Coach Pep Guardiola.

Den Namen FC Bayern habe er in vorherigen Interviews "nicht bewusst platziert", betonte Hermann Hummels: "Nein, nein! Das würde ich nicht einmal tun, wenn wir konkret verhandeln würden." Würden.

Ob das Jonglieren mit Vereinsnamen Ungeschicklichkeit ist oder Taktiererei, ob es die sensiblen BVB-Fans schonend auf einen schmerzhaften Abschied vorbereiten soll - unklar. "Es ist ja superschön für ihn. Trotzdem kann man auf die Idee kommen, was anderes zu machen", sagt Hermann Hummels: "Mats überlegt schwer und grübelt." Weil diese Entscheidung endgültig sei.

Es klingt nach einer Tendenz gegen den BVB, obwohl es diese, so Hummels senior, "nicht gibt". Die Option FC Bayern aber ist verlockend. Finanziell ohnehin, der Titel halber sowieso, auch der Familie wegen, weil Hummels' blitzlichtaffine Ehefrau Cathy in München weit mehr Laufstege fände als in Dortmund. Jonas Hummels, der kleine Bruder, spielt bei der SpVgg Unterhaching gleich nebenan.

Hermann Hummels, der 17 Jahre lang für die Bayern arbeitete, weiß um den Wert seines Sohnes. "Frischen Spargel im Angebot zu haben, ist besser, als verfaulten anzubieten", sagt er - Mats Hummels ist Edel-Gemüse.

Narben sind in der Familie nach dem Weggang vom FC Bayern nicht geblieben - trotz eines damaligen Gerichtsstreits. Weder beim Vater noch beim Sohn, der nur zwei Pflichtspiele für den Rekordmeister absolvieren durfte. "Es bleibt kein Groll. Es ist ein Geschäft. Da wird es auch mal rabaukig", sagt Hermann Hummels.

Mats Hummels ist 27, es wird der größte Vertrag seiner Karriere. Die Wahl ist Luxus, aber auch eine Qual. "Wenn ich die Entscheidung getroffen habe, werden alle verstehen, warum es so schwierig ist", sagte er Sky. Auch der Hinweis, er könne sein selbst gesetztes Entscheidungsdatum womöglich nicht einhalten, deutete auf die Bayern hin: Der BVB und der einzige Ligarivale mit mehr Substanz treffen sich erst nach Saisonabschluss zum Pokalfinale.

Der BVB gibt im Ringen um seinen Kapitän nicht auf. "Um Mats werde ich kämpfen, wie ich noch nie um einen Spieler gekämpft habe", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke der Süddeutschen Zeitung. Trainer Thomas Tuchel hofft auf eine Entscheidung pro BVB: "Die Signalwirkung wäre sonst nicht die beste."

In München werden die Erschütterungen gelassen zur Kenntnis genommen. "Das ist keine Frage für mich", sagte Pep Guardiola, Mediendirektor Markus Hörwick betonte: "Mats Hummels ist Spieler von Borussia Dortmund. Er hat einen Vertrag bis 2017. Den gilt es zu respektieren."

(ems/sid)
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