1. Bundesliga 16/17
| 08.12 Uhr

Kommentar zum Revierderby
Ehrenwerte Dortmunder

Tuchel jubelt mit BVB-Profis über seinen ersten Derbysieg
Tuchel jubelt mit BVB-Profis über seinen ersten Derbysieg FOTO: dpa, bt nic
Meinung | Dortmund. Der FC Bayern wird sich in diesem Spieljahr ein wenig gedulden müssen, ehe er mal wieder die Meisterschaft feiert. Denn Borussia Dortmund hat sich offenbar entschieden, auf eine kleine Leistungsdelle im Herbst zu verzichten.

Zuletzt hatte so eine Krise vor zwei Jahren aus dem von vielen erhofften Zweikampf um die Spitze im deutschen Fußball einen hemmungslosen Alleingang der Münchner gemacht. Sie werden auch diese Saison den Titel feiern können, aber wohl nicht im Frühjahr. Dafür sind die Dortmunder zu gut, zu konstant und zu ehrgeizig. 29 Punkte nach zwölf Spielen sind eine ehrenwerte Bilanz.

Die Dortmunder sind an ihren angestammten Platz hinter den unerreichbaren Münchnern zurückgekehrt, den sie durch eine grotesk schwache Saison im Vorjahr den Wolfsburgern vorübergehend geliehen hatten. Der Vizemeister vom Sommer 2015 hat nicht die ausgeglichene Klasse des BVB, und er hat den Abgang von Kevin De Bruyne nicht verkraftet.

Robert Peters FOTO: Phil Ninh

Deshalb reiht er sich ein in die große Gruppe der Bewerber um die Plätze in der Tabelle, die in den internationalen Fußball führen. Die Wolfsburger sind da unter alten Bekannten. Die Schalker unterstreichen ihre Anwartschaft mit großen Investitionen, die Leistungen waren in jüngerer Vergangenheit aber selten mal so gut wie das Einkommen der Spieler. Leverkusen humpelt ebenfalls arg den eigenen Ansprüchen hinterher. Die Substanz sollte freilich für einen europäischen Wettbewerb ausreichen. Und Mönchengladbach hat sich nach einem kuriosen Fehlstart mit einer ebenso kuriosen Siegesserie wieder mitten in den Kreis der natürlichen Bewerber um die europäischen Wettbewerbe gespielt. Das torlose Unentschieden gegen Ingolstadt zeigte nebenbei auch die Grenzen des Wachstums.

Ingolstadt wiederum gehört zu den ganz großen Überraschungen. Auch wenn der Aufsteiger am Ende wohl nicht auf einem Champions-League-Platz landet, zeigt er den Etablierten, was mit taktischem Geschick, kluger Trainingsarbeit und Leidenschaft zu bewegen ist. Schön für alle, die ein Faible für ehrliche Arbeit haben. Beschämend für so manchen Verein, der nur viel Geld zu bieten hat.

Quelle: RP
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