1. Bundesliga 17/18
| 10.28 Uhr

Borussia Dortmund in der Champions League
Erstes Endspiel für Trainer Bosz

Borussia Dortmund: Erstes Endspiel für Trainer Peter Bosz
Peter Bosz steht in der Kritik. FOTO: rtr, sw
Dortmund. Die Derby-Woche kann bei Borussia Dortmund über das Schicksal von Trainer Peter Bosz entscheiden. Gegen Tottenham Hotspur kehrt der zuletzt suspendierte Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang zurück.

Die Woche der Schicksalsspiele für Peter Bosz begann bei Borussia Dortmund mit der Rückkehr des uneinsichtigen Sünders. Der zuletzt suspendierte Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang wurde in Gnaden in den Kader für das Champions-League-Spiel gegen Tottenham Hotspur am Dienstag (20.45 Uhr/Live-Ticker) aufgenommen - er darf also helfen, seinen Trainer zu retten.

Peter Bosz "kann Unruhe verstehen"

Für Bosz geht es gegen die Spurs an seinem 54. Geburtstag und besonders im Revierderby gegen Schalke 04 am Samstag wahrscheinlich um alles. "Jetzt kommen natürlich zwei wichtige Spiele", sagte Sportdirektor Michael Zorc den Zeitungen der Funke-Gruppe. Das war (noch) nicht als Anzählen zu verstehen, lässt aber Raum für Interpretationen. "Ich kann die Unruhe verstehen. Wir brauchen diesen Sieg", sagte Bosz am Montag.

Das ist Peter Bosz FOTO: dpa, vge nic

Jedenfalls hat es am Wochenende kräftig geraucht. "Wir haben die Dinge intensiv und stundenlang aufgearbeitet", berichtete Zorc dem kicker nach dem 1:2 beim VfB Stuttgart. Der erneuten Pleite folgten unruhige Tage: Der BVB sucht mit wachsender Hektik einen Ausweg aus seiner Krise. "Wir müssen endlich den Bock umstoßen", fordert Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Zorc stellt fest: "Es gibt nicht den einen Knopf, den man drücken kann, damit es wieder in die richtige Richtung läuft. Wir müssen an den kleinen Schrauben drehen." Also nicht den Trainer feuern, der allerdings auch in der Führungsetage durch seine taktische Sturheit und mangelnde Reaktion auf problematische Spielsituationen Vertrauen verloren hat.

Revierderby am Wochenende

Bei den Fans beginnt die Stimmung zu kippen - im Falle einer Derbypleite wäre sie kaum noch zu retten. "Uns ist bewusst, dass wir in keiner so großartigen Situation sind", sagte Weltmeister Mario Götze. Das ist noch einigermaßen geschönt. Der BVB hat vier der vergangenen fünf Ligaspiele verloren, er hat sich zweimal gegen APOEL Nikosia blamiert, er ist in der Bundesliga auf den fünften Platz abgestürzt, er kassiert die absurdesten Gegentore.

Gegen die Spurs, die in der Gruppe H durch sind, erwartet den BVB die Demütigung, im Fernduell mit Nikosia (beide 2 Punkte, bessere Tordifferenz Dortmund) um den Europa-League-Einzug zu kämpfen. Das hatten sich die Dortmunder vollkommen anders vorgestellt: Sie sahen sich mit Tottenham und Real Madrid auf Augenhöhe.

"Wir wissen, dass wir jetzt gegen Tottenham punkten müssen. Wir wissen, dass Schalke zu uns kommt", betonte Götze. Wie der BVB sich aus seinem Loch ziehen kann? "Indem wir am Dienstag ein gutes Spiel machen."

Aubameyang wird dann "wieder spielen", wie Bosz ankündigte. Der Torjäger hat unangenehme Gespräche führen müssen, seit er seinen Trainer mit wiederholten Verspätungen und den gesamten Verein mit einem verbotenen Videodreh im Profi-Trakt brüskiert hat. Eine ordentliche Geldstrafe dürfte es auch gegeben haben. Ob sie zu größerer Einsicht beigetragen hat, ist mehr als fraglich: "Dieses Mal verstehe ich es wirklich nicht", hatte Aubameyang nach der Suspendierung gesagt. 

(sid)
 
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