1. Bundesliga 16/17
| 17.46 Uhr

Ausschreitungen in Saloniki
Watzke über BVB-Fans: "Eine Grenze ist erreicht"

Fotos: BVB-Fans sorgen für Spielunterbrechung
Fotos: BVB-Fans sorgen für Spielunterbrechung FOTO: dpa, sab
Thessaloniki. Zwei Punkte auf dem Rasen verloren, aber noch mehr Imagepunkte auf den Rängen: Nach den Ausschreitungen einiger Fans beim Europa-League-Spiel gegen Paok Saloniki ist für Borussia Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke "eine Grenze erreicht".

Die internen Warnungen und Mahnungen an Teile der Fanszene waren erfolglos verhallt. Im Toumba-Stadion spielten sich Szenen ab, die dem BVB nicht nur einen erheblichen Imageschaden in Europa zufügen können. Böllerschüsse und Fackelwürfe sorgten für eine kurze Spielunterbrechung, die griechische Polizei stürmte den Gästeblock. "Für den BVB wird das wieder eine empfindliche Geldstrafe geben", ärgerte sich Watzke.

Da die Uefa in der Vergangenheit bei vergleichbaren Vorkommnissen nicht zimperlich war, droht sogar ein Teilausschluss der Fans bis hin zu einem Geisterspiel. "Unsere Leute haben angefangen. Das kann man in keiner Weise tolerieren", sagte Watzke, der betonte, man habe sich als Verein gegenüber potenziellen Unruhestiftern "im Vorfeld ganz klar artikuliert". Die Uefa wird sich in der kommenden Woche mit der Spielunterbrechung in Saloniki befassen. Wie die Uefa auf dpa-Anfrage am Freitag mitteilte, werden zunächst die Berichte zu den Vorfällen geprüft und danach über die mögliche Eröffnung eines Disziplinarverfahrens entschieden.

Zwei Personen festgenommen

Wie die Polizei Dortmund am Freitagnachmittag mitteilte, nahmen die griechischen Einsatzkräfte daraufhin im Gästefanblock zwei Personen fest, diese wurden am Freitag dem Haftrichter vorgeführt. Vor dem Spiel sei es zudem zu Auseinandersetzungen zwischen Sicherheitskräften und BVB-Ultras gekommen. "Hierbei wurden Flaschen und Dosen auf die griechische Polizei geworfen", teilte die Dortmunder Behörde mit.

Besonders getroffen war der BVB-Boss, weil die Ausschreitungen das Sportliche beeinflussten. Die Mannschaft von Thomas Tuchel wirkte, als sei sie von den eigenen Fans aus dem Rhythmus gebracht worden. "Es ging einem ja selbst so, dass man minutenlang das Spiel gar nicht beobachtet hat", sagte Watzke. "Wenn das Spiel gestört wird, ist eine Grenze erreicht."

Nach dem Abpfiff diskutierten die BVB-Spieler, ob sie überhaupt in die Kurve zu den eigenen Fans gehen sollten, um sich zumindest bei den friedlichen für die Unterstützung zu bedanken. "Ich kann die Frage allerdings gut verstehen, ob man ein Zeichen hätte setzen können", sagte Trainer Tuchel. Seine Mannschaft habe sich dafür entschieden, den Gang in die Kurve auch zu nutzen, um ihren Unmut deutlich zu machen.

Die Vorkommnisse vom Donnerstag dürften ein doppeltes Nachspiel haben: intern von Seiten des BVB und extern von Seiten der Uefa. "Man muss das Problem nicht kleinreden. Mit Dialog und guten Worten kommt man nicht weiter", sagte Watzke.

(jso)
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