1. Bundesliga 16/17
| 22.57 Uhr

1:0 in der Europa-League-Qualifikation
BVB gewinnt nur knapp gegen Wolfsberg

BVB gewinnt knapp in Wolfsberg
BVB gewinnt knapp in Wolfsberg FOTO: dpa, hkt ss
Klagenfurt. Nur 15 Minuten dauerte es bis zum ersten Pflichtspiel-Tor unter Thomas Tuchel. Doch dann vergaß Borussia Dortmund, im Hinspiel der 3. Quali-Runde zur Europa League nachzulegen. 1:0 hieß es am Ende beim Wolfsberger AC – durchaus glücklich. Von Martin Beils

Nun gut, es hat schon schlechtere Auftritte deutscher Mannschaft im schmucken Wörtherseestadion gegeben. 2008 etwa, als die deutsche Nationalmannschaft bei der EM hier mit 1:2 gegen Kroatien unterlag. Oder kürzlich, als Schalke 04 mit 1:3 in einem Testspiel gegen den Wolfsberger AC verlor.

Großen Fußball lieferte aber auch Borussia Dortmund  in Klagenfurt nicht. Im Hinspiel der dritten Europa-League-Playoff-Runde setzte sich der Bundesligist vor 30.250 Zuschauern mit 1:0 (1:0) gegen eben jene Wolfsberger durch. Es wäre übertrieben zu sagen, dass Thomas Tuchel die Pflichtspielpremiere als Trainer von Borussia Dortmund damit gelungen wäre. Der Coach, dessen seitliche Silhouette kaum breiter ist als die eines Torpfostens, machte seinem Unmut in einigen unnötigen Protesten gegen Schiedsrichterentscheidungen Luft.

Die Dortmunder verpassten es, vor dem Rückspiel am kommenden Donnerstag für eine Vorentscheidung zu sorgen. Dabei verfügten sie über genügend Mittel, um den Kontrahenten deutlich zu schlagen. Immer wenn der BVB mit langen Pässen operierte oder das Tempo mit flinken Kombinationen erhöhte, zeigten sich die athletischen und taktischen Defizite der Kärntner, die in einer 25.000-Einwohner-Gemeinde im beschaulichen Lavanttal ansässig sind.  So nach gut einer Viertelstunde, als Pierre-Emerick Aubameyang die WAC-Abwehr mit einem Steilpass zerlegte und Henrikh Mkhitaryan dem mitgelaufenen Jonas Hofmann den Treffer zum 1:0 auflegte.

Doch solche schnellen Aktionen boten die Westfalen zu selten. Zu oft gerieten die Angriffe ins Stocken – vor allem wenn Marcel Schmelzer eingebunden wurde. Mit ihrer Passivität baute Tuchels Elf die Österreicher im zweiten Abschnitt sogar auf. Bei den größten Möglichkeiten der Gastgeber, zwei Kopfbällen aus kurzer Distanz, zeigte BVB-Torwart Roman Bürki Glanzparaden. Der Schweizer, der den Vorzug vor Roman Weidenfeller erhalten hatte, rettete Tuchel den Sieg.

Die Handschrift von Jürgen Klopps Nachfolger ist erst in Ansätzen zu erkennen. Ob er sich beim BVB als ein "guardiolesker Tüftler mit Ballbesitzspleen" erweist, wie ihn die Wiener Tageszeitung "Standard" beschrieb, wird die in zwei Wochen beginnende Bundesligasaison zeigen.

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