1. Bundesliga 17/18
| 14.36 Uhr

Nachfolger von Jürgen Klopp
Fix! Borussia Dortmund holt Thomas Tuchel

Thomas Tuchel: Pokalsieger, Ex-BVB-Trainer
Thomas Tuchel: Pokalsieger, Ex-BVB-Trainer FOTO: dpa, jai nic
Dortmund . Borussia Dortmund hat die Verpflichtung von Thomas Tuchel als neuen Trainer bestätigt.

Das gab der Klub am Sonntagmittag per Pressemitteilung bekannt. Der 41-Jährige erhält einen Drei-Jahres-Vertrag. Borussia Dortmund wird Tuchel in der Woche nach dem Saisonende offiziell vorstellen. Der BVB bittet um Verständnis dafür, dass sich alle Beteiligten bis zu diesem Zeitpunkt nicht zur Sache äußern werden.

Nur vier Tage nach der Ankündigung des langjährigen Erfolgstrainers, seine Amtszeit beim BVB zum Saisonende vorzeitig zu beenden, teilte der Revierklub am Sonntag die Entscheidung über Klopps Nachfolger mit. Wie erwartet, entschied sich die Vereinsführung für den in den vergangenen Monaten von vielen Klubs umworbenen Tuchel.

Damit steht Tuchel nach gut einjähriger Pause vor einer Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne. Er hatte seine Arbeit in Mainz am Ende der Saison 2013/14 auf eigenen Wunsch vorzeitig beendet. Sein noch ein Jahr länger datierter Vertrag war jedoch nicht vorzeitig aufgelöst worden. Zuletzt hatte sich der Hamburger SV vergeblich um eine Verpflichtung des Diplom-Betriebswirts bemüht.

Wie Klopp steht der "Nerd aus Mainz" (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) für modernen Angriffs- und Tempofußball. Nicht nur deshalb wurden sie oft miteinander verglichen. Beide debütierten beim FSV Mainz als Trainer einer Profimannschaft, beide haben einen akademischen Hintergrund und beide verfügen über großes rhetorisches Geschick.

Für Tuchel ist das neue Engagement die bisher größte Herausforderung als Coach. Schließlich wird von ihm erwartet, dass er den zuletzt wankenden Revierklub zurück in die Bundesliga-Spitze führt. Der lange Schatten seines von den Fans verehrten Vorgängers dürfte die Aufgabe erschweren. Unter der siebenjährigen Regie von Klopp gewann der BVB zwei deutsche Meisterschaften (2011 und 2012), den DFB-Pokal (2012) und zog in das Champions-League-Finale (2013) ein.

Wie populär Klopp in Dortmund noch immer ist, dokumentieren die Ereignisse beim 3:0 des BVB am Samstag gegen den SC Paderborn. In den letzten Minuten der Partie wurde der scheidende Coach in minutenlangen Sprechchören gefeiert. Große Gefühle ließ Klopp jedoch nicht an sich heran: "Das will doch niemand sehen, wenn ein 47 Jahre alter Mann jede Woche wild flennend im TV rumsteht", kommentierte er seine kühle Reaktion und verwies auf sein letztes Heimspiel beim BVB im Mai gegen Bremen: "Es wird noch einmal richtig emotional. Aber bis dahin muss ich einen Schutzpanzer tragen und kann mich als Mensch nicht jedes Mal darauf einlassen."

FSV Mainz 05 hat auf den Wechsel seines früheren Trainers Tuchel zu Borussia Dortmund mit einem kleinen Internetscherz reagiert. "Trainerschmiede von Borussia Dortmund" schrieben die Mainzer am Sonntag bei Facebook und Twitter - und stellten dazu zwei Fotomontagen, die ihren aktuellen Chefcoach Martin Schmidt ("ab 2020") und U23-Trainer Sandro Schwarz ("ab 2025") jeweils im schwarz-gelben Trainingsanzug des BVB zeigen. Tuchel hatte die 05er von 2009 bis 2014 trainiert, der scheidende Dortmunder Trainer Jürgen Klopp davor von 2001 bis 2008.

(RPO/dpa)
 
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