1. Bundesliga 17/18
| 14.39 Uhr

Gerüchte um Tuchel-Nachfolger
BVB hat offenbar Kontakt zu Favre aufgenommen

Fotos: Favre – akribischer Arbeiter und Ex-Gladbach-Trainer
Fotos: Favre – akribischer Arbeiter und Ex-Gladbach-Trainer FOTO: AP
Düsseldorf. Die Zeit von Thomas Tuchel bei Borussia Dortmund scheint abzulaufen. Nach den öffentlichen Zerwürfnissen des Trainers mit Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke steht Tuchel vor dem Aus. Und der BVB hat offenbar schon mögliche Nachfolger kontaktiert.

Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung fühlte der BVB bereits bei Lucien Favre vor. Der ehemalige Trainer von Borussia Mönchengladbach steht derzeit beim OGC Nizza in der französischen Ligue 1 unter Vertrag und ist dort erfolgreich: Nizza ist als Tabellendritter sicher für die Champions-League-Qualifikation qualifiziert. Favres Vertrag an der Côte d'Azur läuft noch bis 2019. Allerdings haben sowohl der BVB als auch Favre jeglichen Kontakt dementiert.

Ein weiterer Kandidat ist lauf "Bild" Diego Simeone von Atletico Madrid. Der Argentinier hat bei Atlético Madrid zwar noch einen Vertrag bis 2018, könnte aber schon im Sommer frei werden. "Simeone ist ein Trainer, der sich mit Haut und Haaren dem Klub verschreibt", sagte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke kürzlich im Sport1-Doppelpass.

Nach dem Zwist zwischen Watzke und Tuchel gibt es mittlerweile auch Anschuldigungen der Spieler gegen ihren Trainer. Die "Süddeutsche" berichtete detailliert von Problemen des BVB-Umfeldes mit dem eigenbrötlerischen Fußballlehrer. Der Rückhalt Tuchels und seines Trainerteams in der Mannschaft soll sich in sehr überschaubaren Grenzen halten. "Wenn du besonders gelobt wirst vom Trainer, richtest du dich am besten darauf ein, dass du demnächst nicht mal im Kader bist", wurde ein nicht namentlich genannter BVB-Spieler von der "SZ" zitiert. Von einer besonders engen, menschelnden Beziehung seit dem Attentat "kann keine Rede sein, das ist eine reine Mediensache", betonte ein anderer Akteur.

Trotz des immer stärker werdenden Gegenwindes aus der Chefetage hat Thomas Tuchel offenbar nicht vor, seinen bis 2018 laufenden Vertrag beim Pokalfinalisten Borussia Dortmund vorzeitig zu lösen. "Unser Ziel ist es, dass Thomas beim BVB bleibt und dass sich alles wieder beruhigt", erklärte sein Berater Olaf Meinking bei Sport1.

Trotz Tabellenplatz drei und dem Erreichen des Pokalfinales ist Tuchel in Dortmund immer mehr in die Isolation geraten. Nach Watzke war zuletzt auch Klub-Präsident Rauball vom Coach abgerückt. Vor allem bei den Folgen des Attentats auf die BVB-Profis vor dem Champions-League-Spiel gegen AS Monaco gingen die Meinungen der Klub-Spitze und von Tuchel diametral auseinander.

Tuchel und einige Spieler hatten angegeben, sich vom Geschäftsführer gedrängt gefühlt zu haben, am Tag nach dem Anschlag zu spielen. Watzke warf Tuchel dagegen vor, seine diesbezügliche Ablehnung erst nach dem Spiel artikuliert zu haben, und sprach von einem "klaren Dissens".

Den gelte es, so Tuchels Berater Meinking, nun zu beenden. "Für mich ist es wichtig, dass Thomas Tuchel in dieser Sache nicht weiter beschädigt wird. Thomas war und ist in allen seinen Aussagen sehr ehrlich und aufrichtig. Mir ist sehr daran gelegen, dass wir den sogenannten 'Dissens' ausräumen", sagte Meinking. Um die Lage zu beruhigen, solle es von Tuchels Seite weiterhin keine Replik auf die Vorwürfe in den Medien geben.

Aktie steigt trotz Zwist auf 15-Jahres-Hoch

Nach guten Quartalszahlen am vergangenen Freitag hat die Aktie von Borussia Dortmund zu Wochenbeginn ein 15-Jahres-Hoch erreicht. Das Papier kletterte ungeachtet der Dissonanzen zwischen Klubführung und Tuchel am Montag zunächst erstmals seit 2002 wieder über die 6,00-Euro-Marke. Nach einem Schlusskurs von 6,07 Euro stieg der Anteilsschein im frühen Handel am Dienstag sogar auf 6,10 Euro. So hoch stand die Aktie des Klubs zuletzt im März 2002.

Der Ausgabepreis der Aktie des einzigen börsennotierten deutschen Fußballvereins betrug am 31. Oktober 2000 elf Euro. Danach fiel das Papier ins Bodenlose. In den Jahren 2008, 2009 und 2010 war der Anteilsschein zwischenzeitlich sogar zu einem Pennystock verkümmert, also nur noch weniger als einen Euro wert. Seit 2011 jedoch befindet sich die Aktie wieder im steten Aufwind.

(seeg/dpa)
 
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