1. Bundesliga 16/17
| 12.34 Uhr

Dortmund schlägt Porto
Reus antwortet auf seine Art auf brutales Foul

Reus antwortet mit Tor auf böses Foul
Reus antwortet mit Tor auf böses Foul FOTO: afp
Dortmund. Borussia Dortmund ist im Zwischenrunden-Hinspiel gegen den FC Porto ein 2:0 (1:0)-Erfolg gelungen. Damit haben die Westfalen im Rückspiel alle Trümpfe in der Hand. Marco Reus erzielte das wichtige zweite Tor für den BVB – und antwortete damit auf seine Art auf ein brutales Foul.

Was war passiert? In der 58. Minute stockte den BVB-Fans im Signal-Iduna-Park der Atem. Portos Varela rauschte mit gestrecktem Bein in Reus rein und traf ihn brutal am Fuß. Das böse Foul weckte Erinnerungen an das Länderspiel gegen Armenien vor der WM 2014. Damals hatte sich Reus bei einem ähnlichen Foul einen Riss des Syndesmosebandes sowie einen knöchernen Bandausriss im linken Knöchel zugezogen und sah den vierten deutschen WM-Titel nur am Fernseher.

Auch gegen Porto wälzte sich Reus über den Rasen, stand dann allerdings wieder auf. Diesmal verletzte sich Reus nicht. Und Varela? Auch der Portugiese konnte weiterspielen, sah vom italienischen Schiedsrichter Luca Banti nur die Gelbe Karte. Dabei hätte es Rot geben müssen.

13 Minuten nach dem Schockmoment bestrafte Reus Porto auf seine Art: Nach einer feinen Kombination traf er mit etwas Glück von der Strafraumgrenze zum wichtigen 2:0 für den BVB. Henrich Mchitarjan bereitete das Tor vor, genau wie den Führungstreffer durch Lukasz Piszczek in der sechsten Minute. Bei seinem Treffer hatte Reus ein bisschen Glück: Der Niederländer Bruno Martins Indi fälschte den Ball unglücklich ins eigene Tor ab.

Reus selbst wollte nach dem Spiel keine Worte über das Foul verlieren. Vielmehr freute sich der 26-Jährige über den souveränen Sieg. "Wir hatten von Beginn an die Kontrolle über das Spiel. Porto ist es nicht gewohnt, weniger Ballbesitz als der Gegner zu haben. Das haben wir gut gemacht. In der ersten Hälfte hätten wir zwingender sein können. Mit einem 2:0 hätten wir früher Ruhe gehabt", sagte Reus.

Auch BVB-Sportchef Michael Zorc rügte die mangelnde Chancenverwertung: "Für meinen Geschmack haben wir ein oder zwei Tore zu wenig gemacht."

Durch den Sieg hielt auch eine Serie des BVB: Im vierten Europacup-Heimspiel gegen eine portugiesische Mannschaft war es der vierte Erfolg der Dortmunder. Die Fans träumen nun mehr denn je vom Titel. Schon vor der Partie hatten die Anhänger eine beeindruckende Choreographie gezeigt: "Das Album vollenden, ihr habt es in den Händen". Der Titel fehlt dem BVB ja noch in der Titelsammlung. 1997 gewann der BVB durch einen Sieg gegen Juventus Turin im Finale die Champions League, 1995 holten die Westfalen den ersten Titel in der Bundesliga und 1965 gab es den ersten Erfolg im DFB-Pokal.

Nur der Titel in der Europa League fehlt also noch. 1993 und 2002 hatte der BVB die Chance dazu, den – wie er damals noch hieß – Uefa-Cup zu gewinnen, verlor aber jeweils im Finale gegen Juventus Turin und Feyenoord Rotterdam.

Der Traum vom Titel lebt

Trainer Thomas Tuchel darf gleich in seinem ersten Jahr beim BVB von einem internationalen Titel träumen. "Wir haben eine sehr hohe Qualität und können einen langen Weg gehen", sagte der 42-Jährige nach dem großen Schritt Richtung Achtelfinale und fügte mit Blick auf noch möglichst viele Spiele in der Europa League an: "Der Donnerstag muss unser Tag werden, das ist unser Anspruch".

Gegen Portugals erschreckend harmlosen 27-maligen Meister wurden seine Spieler diesem Anspruch gerecht. "Ich bin sehr froh, dass wir gezeigt haben, wie groß unsere Ziele in diesem Wettbewerb sind", sagte Mats Hummels, dessen Leistungskurve seit der Winterpause steil nach oben zeigt. Ebenso wie sein Trainer sieht der BVB-Abwehrchef den Weg der Borussia in Europa noch nicht am Ende. "Wir wollen in dem Wettbewerb sehr weit kommen und haben hohe Ziele", sagte Hummels, der aber vor zu großer Lässigkeit vor dem Rückspiel am Donnerstag warnte: "Wir wissen, dass wir noch lange nicht durch sind. Porto wird zu Hause mutig auftreten. Unser Ziel wird ganz klar sein, dort ein Tor zu schießen. Dann wird es für Porto sehr schwer."

Ein Grund für das hohe Anspruchsdenken bei den Schwarz-Gelben ist die derzeit stabile Defensive. Wackelte die Abwehr in der Hinrunde in einigen Begegnungen bedenklich, hat der BVB in seinen sechs Pflichtspielen nach der Winterpause lediglich zwei Gegentreffer zugelassen. Darüber, betonte Tuchel, sei er sehr glücklich.

(seeg/sid)
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