1. Bundesliga 16/17
| 09.25 Uhr

Borussia Dortmund
Mehrheit verzeiht Götze den Wechsel zu Bayern

Götze erstmals seit 1248 Tagen wieder vor der Sütribüne
Götze erstmals seit 1248 Tagen wieder vor der Sütribüne FOTO: afp, PST
Dortmund. Nach 70 Minuten trabt Mario Götze zur Außenlinie des Westfalenstadions. Der Großteil der 80.800 Zuschauer erhebt sich und applaudiert demonstrativ. Götze bedankt sich für die Geste, zeigt bei seiner Auswechslung den Daumen in Richtung Tribünen. Von Patrick Scherer

Es war sein erster Auftritt vor heimischem Publikum nach der Rückkehr von Bayern München zur Borussia. "Ich bin sehr, sehr erleichtert, sehr glücklich mit den drei Punkten, dem Sieg, dem Applaus bei meiner Auswechslung", sagt der 24-Jährige nach dem 3:1 gegen Freiburg. "Ich hatte mir vorab schon den einen oder anderen Gedanken gemacht, wie es werden würde. Wie die Fans reagiert haben, war toll. Es war ein emotionaler Moment."

Allerdings gab es bei den Ultras auf der Südtribüne auch eine klar vernehmbare Gruppe, die mit heftigen Schmähgesängen deutlich machte, dass sie Götze den Wechsel zum Rekordmeister wohl nie verzeihen wird. Götze will das nicht überbewerten: "Da sucht man das Haar in der Suppe."

Auch Thomas Tuchel ordnete die Vorkommnisse durchweg positiv ein. Auch, weil die Schmähgesänge wiederum vom Großteil der Dortmunder Anhänger mit Pfiffen quittiert wurden. "Die absolute Mehrheit hat ihre Solidarität bekundet", sagt der Trainer. "Das wird sich nach vier, fünf Spielen einpendeln."

Tuchel hatte Götze in den vorherigen Partien im Westfalenstadion gegen Bayern im Supercup und gegen Mainz und Darmstadt in der Liga nicht eingesetzt. Ein kluger Schachzug, um die unmittelbar nach der Rückkehr erhitzten Gemüter sich erst einmal beruhigen zu lassen. Götze absolvierte seine ersten Spiele in Leipzig, Wolfsburg und Warschau. Die Fans konnten sich in Ruhe an das neue, alte Bild des WM-Siegtorschützen im schwarz-gelben Trikot gewöhnen. Und: Götze konnte sich im Team einspielen, lief so weniger Gefahr, sich im ersten Einsatz vor heimischen Publikum durch eine schlechte Leistung zusätzlich angreifbar zu machen.

Tuchels Plan ging auf. Götze spielte gegen Freiburg gut, hatte großen Anteil am Führungstor kurz vor der Halbzeit. Sein Pass brachte Moussa Dembélé in die Position, Pierre-Emerick Aubameyang zu bedienen. So machte Götze Werbung für sich und einen Einsatz in der Champions League gegen Titelverteidiger Real Madrid am Dienstag (20.45 Uhr). "Eine neue Aufgabe, ein neuer Wettbewerb, ein ganz besonderer Gegner", sagt er. "Wir spielen zu Hause, wir haben die ersten drei Punkte geholt. Wir freuen uns auf das Spiel."

Quelle: RP
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