1. Bundesliga 17/18
| 13.58 Uhr

Borussia Dortmunds Wunschkandidat
Favre bekommt angeblich keine Freigabe aus Nizza

Fotos: Favre – akribischer Arbeiter und Ex-Gladbach-Trainer
Fotos: Favre – akribischer Arbeiter und Ex-Gladbach-Trainer FOTO: AP
Dortmund. Der französische Erstligist OGC Nizza wird Medienberichten zufolge Trainer Lucien Favre nicht für einen vorzeitigen Wechsel zum Bundesligisten Borussia Dortmund freigeben. Der DFB-Pokalsieger hatte sich am Dienstag von Chefcoach Thomas Tuchel getrennt.

Das berichtet "L'Equipe". Die Zeitung zitierte eine namentlich nicht genannte Quelle, wonach die Westfalen mit ihrem Ansinnen, den ehemaligen Hertha- und Gladbach-Trainer zu verpflichten, einfach zu spät gekommen seien. Der Trainingsstart in Nizza sei bereits am 19. Juni, bis zur Qualifikation für die Champions League Ende Juli (25./26.) sei die Zeit zu kurz, um einen adäquaten Ersatz für den Schweizer Fußballlehrer zu finden. Dies kann natürlich auch eine Taktik der Franzosen sein, um die Ablöse für Favre noch weiter in die Höhe zu treiben.

Auch "Nice Matin" berichtet, dass sich die Nizza-Fans beruhigen könnten, da Favre dem Verein von der Cote d'Azur erhalten bleibe. Der erfahrene Trainer hatte OGC in der vergangenen Saison in der Ligue 1 auf Tabellenplatz drei hinter Meister AS Monaco und Paris St.Germain geführt.

Favres Vertrag in Nizza hat noch eine Laufzeit bis 30. Juni 2019. Zuletzt war schon über eine Ablösesumme für den Eidgenossen in Höhe von fünf Millionen Euro spekuliert worden. Angeblich soll sich der Coach mit dem BVB über einen Wechsel einig sein, allerdings müsste Dortmund auch eine Übereinkunft mit OGC erzielen.

In der BVB-Mannschaft ist Marco Reus der größte Favre-Fürsprecher. Die Bedeutung des Trainers für seine Karriere zu Gladbacher Zeiten hat er oft genug betont, auch im Gespräch mit Mannschaftskameraden, wie Torhüter Roman Bürki der Schweizer Zeitung "Blick" berichtete. Reus habe "nur Positives erzählt", sagte Bürki: Demnach sei Favre "auch ein sehr akribischer Arbeiter. Überall, wo er arbeitete, hatte er Erfolg".

Doch Favre gilt auch als eigenbrötlerisch, als schwieriger Charakter. Als er Borussia Mönchengladbach verließ, teilte er das zuerst der Presse mit - es gibt Parallelen zu Tuchels spektakulärem Abgang beim BVB am Dienstag. Beim FC Zürich betrieb er heimlich seinen Abgang zu Hertha BSC, anschließend hieß es, er werbe Spieler ab. "Ganz schlechter Stil! Intrigenspiel!", schimpfte damals FCZ-Präsident Ancillo Canepa. Sportchef Fredy Bickel klagte, Favre mache "alle bei uns verrückt". Bei der Hertha verstrickte sich Favre stur in einen Machtkampf mit Manager Dieter Hoeneß - den er gewann.

(sid)
 
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