1. Bundesliga 17/18
| 10.33 Uhr

Erster Test für neuen BVB-Coach
Bosz nimmt die Wackelkandidaten unter die Lupe

Das ist Peter Bosz
Das ist Peter Bosz FOTO: dpa, vge nic
Dortmund. Trainer Peter Bosz gibt sein Debüt an der Seitenlinie von Borussia Dortmund. Die Fans sind auf den Niederländer gespannt, er selbst nimmt seine Wackelkandidaten unter die Lupe.

Peter Bosz gab sich volksnah. Bei der ersten öffentlichen Trainingseinheit winkte der neue Trainer von Borussia Dortmund den Fans fröhlich zu, schrieb einige Autogramme und widmete sich dann seiner Arbeit. "Die ersten Eindrücke von Peter Bosz sind so wie wir es uns gewünscht haben. Ich habe ein gutes Gefühl", sagte Sportdirektor Michael Zorc.

Der Nachfolger von Thomas Tuchel muss einige Fragen beantworten. Lässt er den BVB so offensiv spielen wie seinen Ex-Klub Ajax Amsterdam? Ist er taktisch so flexibel wie Tuchel? Wie emotional verhält er sich an der Seitenlinie?

Erste Antworten auf diese Fragen gibt es am Dienstag (19.00 Uhr), wenn Dortmund zum ersten Testspiel bei Rot-Weiss Essen antritt. Bosz selbst schaut auf ganz andere Dinge. Der Niederländer wird sich im Spiel beim Regionalligisten ein genaues Bild von seinen Wackelkandidaten machen. Denn der aktuelle Kader ist trotz Dreifachbelastung und der schweren Verletzung von Raphael Guerreiro zu groß. Daran ändert auch die Ausleihe von A-Junioren-Meister Dzenis Burnic zum VfB Stuttgart nichts.

Der portugiesische Europameister Guerreiro hat sich beim Confed Cup entgegen bisheriger Annahmen doch einen Fußbruch zugezogen und fällt nach einer Operation laut Klubangaben drei bis vier Monate aus. Ein Rückschlag für den BVB - und Bosz.

Dennoch: Vor allem Publikumsliebling Neven Subotic, Mittelfeldrenner Sebastian Rode und Offensivdribbler Emre Mor müssen um ihren Platz kämpfen. Besonders Subotic muss in Essen überzeugen, denn in der Innenverteidigung herrscht nach dem 12-Millionen-Euro-Transfer von Ömer Toprak ein Überangebot.

Subotic, der in der Rückrunde der vergangenen Saison an den 1. FC Köln ausgeliehen war, gibt sich kämpferisch: "Es gibt in diesem Sommer eine neue Situation für mich beim BVB. In Peter Bosz ist ein neuer Trainer da, den ich erst einmal kennenlernen muss - und er muss mich kennenlernen."

Das gilt auch für Rode und Mor, die sich unter Bosz-Vorgänger Tuchel beim BVB nicht durchsetzten. Die Zukunft des Spaniers Mikel Merino, der im Finale der U21-EM der deutschen Mannschaft mit den beiden Neu-Borussen Maximilian Philipp und Mahmoud Dahoud unterlag, ist ebenfalls offen. Er muss sich nach der Rückkehr aus dem Sonderurlaub bei Bosz beweisen.

Parallel zum Spielercasting feilt der neue Trainer auch am Spielsystem. Bosz ließ in Amsterdam einen radikalen Offensivstil spielen, die Ajax-Profis gefielen vor allem in der Europa League mit ihrem überfallartigen Fußball. Zorc attestiert Bosz einen "frischen, attackierenden" Stil mit einer "ausgesprägten Struktur im Ballbesitz" und sehr starkem Gegenpressing. "Das würden wir sehr gerne bei uns auf dem Platz sehen", sagte er.

Dafür muss Bosz mit seiner Mannschaft auf dem Trainingsplatz hart arbeiten. Daher dürfte der 53-Jährige die Asienreise (13. bis 19. Juli) rein aus sportlicher Sicht als ungünstig einstufen. In Japan und China testet der BVB zwar unter anderem gegen den italienischen Renommeeklub AC Mailand, die Reisestrapazen und die Werbeaktivitäten stören trotzdem die Vorbereitung.

Nach der Rückkehr aus Asien, wenn die U21-Europameister Dahoud und Philipp dazustoßen und Weltmeister Mario Götze (Zorc: "Er macht einen guten Eindruck") nach seiner langen Zwangspause wegen einer Stoffwechselerkrankung das Trainingspensum hoffentlich gesteigert hat, beginnt die Vorbereitung erst so richtig. Welcher der Wackelkandidaten dann noch dabei ist, wird sich vielleicht schon am Dienstag in Essen zeigen.

(sid)
 
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