1. Bundesliga 17/18
| 10.02 Uhr

Erstes Spiel als BVB-Trainer
Stöger setzt auf Empathie statt Handschrift

Pressestimmen: "Ja sind die BVB-Bosse jetzt verrückt geworden?"
Pressestimmen: "Ja sind die BVB-Bosse jetzt verrückt geworden?" FOTO: dpa, a lof
Dortmund. Trainer Peter Stöger steht bei Borussia Dortmund vor einer heiklen Mission. Der Österreicher muss mit dem verunsicherten Team schnell zurück in die Erfolgsspur. Kommt im Sommer Julian Nagelsmann? Eine BVB-Legende rät dem Hoffenheimer davon ab.

Europa-League-Gegner Atalanta Bergamo brachte Peter Stöger nicht aus der Ruhe. Die Auslosung der Zwischenrunde im schweizerischen Nyon war für den neuen Trainer des kriselnden Bundesligisten Borussia Dortmund an seinem zweiten Arbeitstag ohnehin nur eine Randnotiz. Mit seiner demonstrativen Gelassenheit will der Österreicher den auf Platz acht abgestürzten Pokalsieger wieder in die Erfolgsspur führen. Vor dem Spiel beim FSV Mainz 05 am Dienstag (20.30 Uhr/Live-Ticker) blieb Stöger aber nur eine Trainingseinheit zur Vorbereitung.

Der 51-Jährige sieht die fehlende Zeit aber nicht als ganz großes Problem. "In dieser Phase geht es darum, mit den Jungs zu sprechen, Problemzonen herauszufinden", machte Stöger nach acht Ligaspielen ohne Sieg deutlich. Man dürfe keine Handschrift erwarten, es gehe darum, Empathie in die Gruppe zu bekommen, so Stöger, der "die kleinen Mosaiksteinchen wieder zusammenführen" will.

Stöger setzt beim BVB auf Einzelgespräche

Der Nachfolger von Peter Bosz ist eine Woche nach seiner Entlassung beim Schlusslicht 1. FC Köln bei den verunsicherten BVB-Profis erst einmal als Psychologe gefragt. "Es geht darum, den Jungs klarzumachen, dass sie eine außergewöhnliche Qualität haben. Das haben sie auch in dieser Saison schon gezeigt", sagte Stöger, der in Einzelgesprächen heraushören möchte, "was den Jungs gut tut und wo man ihnen Unterstützung geben kann."

Der neue BVB-Coach muss aber auch die anfällige Defensive der Schwarz-Gelben stabilisieren und wieder Struktur in die Mannschaft bringen - keine einfache Aufgabe. "Peter Stöger muss die Mannschaft erst einmal kennenlernen. Das ist bis Dienstagabend erst einmal ambitioniert genug", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke.

Bis zur Winterpause warten noch drei Aufgaben auf den so furios in die Saison gestarteten BVB. Nach dem Spiel in Mainz gastiert am Samstag 1899 Hoffenheim im Signal Iduna Park. Vier Tage vor Heiligabend geht es im Achtelfinale des DFB-Pokals zu Herbstmeister Bayern München. "Er soll jetzt erst einmal Punkte holen. Das ist das entscheidende Thema", sagte Watzke.

Mit den Kölnern ist das Stöger in dieser Saison in Mainz (0:1) und gegen Hoffenheim (0:3) nicht gelungen. "Das war überschaubar erfolgreich", sagte Stöger schmunzelnd: "Ich weiß aber, wo die Stärken und Schwächen liegen." Das könnte ihm bei seiner schwierigen Mission hilfreich sein.

Hitzfeld rät Nagelsmann vom BVB-Job ab

Weil die BVB-Verantwortlichen mit Stöger zunächst bis Saisonende planen, müssen die Dortmunder mit Spekulationen um dessen Nachfolge im kommenden Sommer leben. Laut "Bild"-Zeitung (Montag) sollen sich die Borussen bereits mit Hoffenheims Julian Nagelsmann einig sein. Der umworbene 30-Jährige kann darüber nur schmunzeln. "Das sind immer lustige Fragen", sagte Nagesmann nach dem 0:2 in Hannover. "Es ändert sich nicht alle zwei Tage." Er könne sich auch ein Klebeband auf die Stirn kleben, auf dem stehe: "Kein Kontakt."

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Dortmunds Ex-Trainer Ottmar Hitzfeld rät Nagelsmann davon ab, schon jetzt zu einem Topklub zu wechseln. "Für die persönliche Entwicklung ist es immer gut, wenn man Erfahrungen sammelt, gerade im internationalen Geschäft. Hoffenheims Abschneiden in der Europa League war ja jetzt auch nicht so goldig, aber da lernt man raus", sagte Hitzfeld der dpar. "Bei den Bayern oder beim BVB bist du nachher auf dem Prüfstand, da muss alles klappen. Und wenn so jemand dann bei Dortmund ist mit 31 Jahren, dann frage ich mich: Was macht der denn eigentlich noch danach? Was für Ziele hätte er noch mit 40?"

(areh/sid/dpa)
 
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