1. Bundesliga 17/18
| 11.41 Uhr

Unstimmigkeiten bei Borussia Dortmund
Roman Weidenfeller kritisiert "zu viele Einzelinteressen"

Fotos: Roman Weidenfeller – Teufel, Borusse, Weltmeister
Fotos: Roman Weidenfeller – Teufel, Borusse, Weltmeister FOTO: dpa, Federico Gambarini
Dortmund. Roman Weidenfeller hat beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund teaminterne Probleme im Verlauf der Spielzeit eingeräumt. "Die Mannschaft hat sich selbst bisher leider nicht gefunden", sagte der Torhüter. 

"Niemand hat in dieser Saison konstant sein Top-Niveau bei uns erreicht", sagte der 37-Jährige im "kicker"-Interview (Donnerstag). Als Gründe nannte Weidenfeller vor dem Revierderby am Sonntag (15.30 Uhr) beim FC Schalke 04 Egoismen und mangelnden Zusammenhalt. "Ich hatte, um ehrlich zu sein, manchmal das Gefühl, dass es zu viele Einzelinteressen gab - und nicht den unbedingten Willen, zuerst den gemeinsamen Plan umzusetzen."

Die wechselhaften Leistungen unter den Trainern Peter Bosz und Peter Stöger habe man sich selbst zuzuschreiben, meinte Weidenfeller, der im Sommer seine Karriere beendet, dem BVB aber in anderer Funktion erhalten bleibt. "Die Mannschaft hatte zu keinem Zeitpunkt der Saison die Möglichkeit, in Ruhe zu arbeiten. Es gab mannschaftsintern immer so viel zu besprechen und aufzuarbeiten, das hat einfach viel kostbare Zeit in Anspruch genommen."

Man müsse froh sein, dass man als Tabellendritter noch die Chance habe, sich für einen internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. "Wir können von Glück sagen, dass wir überhaupt noch oben mitmischen."

Die größten Momente des Revierderbys

Am Sonntag könnte der BVB mit einem Sieg beim um einen Punkt besseren Tabellenzweiten Schalke wieder am Erzrivalen vorbeiziehen. "Der Reiz ergibt sich aus der Tabellenkonstellation und den üblichen Emotionen rund um das Aufeinandertreffen", sagte Weidenfeller.

Mit Grausen erinnert er sich an das spektakuläre 4:4 im Hinspiel im November - ausgerechnet bei seinem einzigen Bundesligaeinsatz der Saison. Zur Pause führte der BVB 4:0. Danach musste Weidenfeller binnen 33 Minuten noch vier Gegentore hinnehmen: "Ich war froh, als der Schiedsrichter abpfiff. Das war eine Erlösung für uns. Als ich den Platz verließ, habe ich mich geschämt."

(lnw)
 
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