1. Bundesliga 16/17
| 09.28 Uhr

BVB statt Liverpool
Götze entscheidet sich für die sichere Variante

Fotos: Mario Götze – Schwabe, Borusse, Weltmeister
Fotos: Mario Götze – Schwabe, Borusse, Weltmeister FOTO: afp, desk
Dortmund. Wohlfühloase statt Abstellgleis: Nach dreijähriger Leidenszeit bei Bayern München kehrt Weltmeister Mario Götze wohl zu seiner alten Liebe zurück. 

Nach übereinstimmenden Medienberichten wechselt der glücklose WM-Held zu Vizemeister Borussia Dortmund. Der BVB soll für Götze, der einen Vertrag bis 2021 bekommt, stolze 28 Millionen Euro an den FC Bayern überweisen.

Die Borussia dementierte gleichwohl zunächst noch. "Das ist völliger Blödsinn, der Transfer ist noch nicht durch", sagte Sportdirektor Michael Zorc der Bild-Zeitung. Götzes neuer Berater Peter Duvinage war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Wechsel zwischen Dortmund und München FOTO: dpa, geb kno

Der Offensivspieler selbst weilt nach einer für ihn persönlich enttäuschenden EM im Urlaub, das letzte Lebenszeichen über seine sonst mit viel Hingabe gepflegten Social-Media-Kanäle datiert vom 6. Juli.

Dennoch: Das im Elfmeterschießen gewonnene DFB-Pokalfinale am 21. Mai - ausgerechnet gegen den BVB - war Götzes letzter Einsatz für den FC Bayern. Der neue Trainer Carlo Ancelotti lavierte am Freitag um ein echtes Bekenntnis zum Angreifer herum. "Ich habe keine neue Aussage, für mich ist Mario Götze heute Bayern-Spieler", sagte der Italiener. Danach ging offenbar alles ganz schnell.

Vor Monatsfrist hatte Ancelotti mit Götze bereits ein "privates Telefonat" über dessen Zukunft geführt. Unmissverständliche Botschaft: Ich brauche dich nicht! Auch Klubchef Karl-Heinz Rummenigge machte schon vor der EM deutlich, dass Götze in den Planungen der Münchner keine Rolle mehr spielt und in der abgelaufenen Saison gerade einmal neun Spiele über 90 Minuten bestritten hat.

Transfers mit Brisanz: Diese Stars gingen zum Rivalen FOTO: afp, PST

Absage an Klopp

Ein Jahr vor Vertragsende flüchtet der 24-Jährige jetzt zurück in seine alte Heimat. Vor drei Jahren war Götze per Ausstiegsklausel für 37 Millionen Euro und begleitet von einem veritablen Fan-Beben an die Isar gewechselt. Im Mai hatte er zum Erstaunen der Bayern-Verantwortlichen erklärt, seine Chance nach dem Trainerwechsel von Pep Guardiola zu Ancelotti suchen und seinen Vertrag erfüllen zu wollen.

Nun die Kehrtwende. Doch anstatt zum FC Liverpool und seinem früheren Förderer Jürgen Klopp zu gehen, zieht Götze die "sichere" Variante vor - zumal der BVB anders als die Reds Champions League spielen.

In Dortmund brillierte der Youngster zwischen 2010 und 2013, avancierte mit 75 Torbeteiligungen in 116 Spielen zu einem der begehrtesten Fußballer der Welt. Für den BVB ist der Götze-Transfer in einer Phase des sportlichen Aderlasses ein Ausrufezeichen.

Nachdem der Klub die Leistungsträger Mats Hummels (Bayern München), Henrich Mchitarjan (Manchester United) und Ilkay Gündogan (Manchester City) für zusammen mehr als 100 Millionen Euro ziehen lassen musste, könnte der Rückkehrer im Zusammenspiel mit Kumpel Marco Reus und Torjäger Pierre-Emerick Aubameyang der Offensive wieder das gewisse Etwas geben. Und seine ins Stocken geratene Karriere wiederbeleben.

(sid)
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