1. Bundesliga 17/18
| 17.30 Uhr

Borussia Dortmund
Tuchel winkt neuer Vertrag

Thomas Tuchel: Pokalsieger, Ex-BVB-Trainer
Thomas Tuchel: Pokalsieger, Ex-BVB-Trainer FOTO: dpa, jai nic
Dortmund. Trainer Thomas Tuchel steht bei Borussia Dortmund vor der Verlängerung seines Vertrages über 2018 hinaus.

Den Titel erfolgreicher Krisenmanager hat sich Thomas Tuchel in den letzten Wochen bei Borussia Dortmund mit Fug und Recht verdient. Der perfide Sprengstoffanschlag auf die BVB-Stars und die daraus resultierenden Folgen, selbst zwei Niederlagen im Champions-League-Viertelfinale gegen AS Monaco - die außergewöhnliche Situation wurde vom 43-Jährige glänzend gemeistert.

Inzwischen deutet vieles darauf hin, dass die Verlängerung des ohnehin bis 2018 laufenden Vertrages von Tuchel bei den Schwarz-Gelben nach Ende der Saison nur noch Formsuche ist. Der Halbfinal-Hit im DFB-Pokal (20.45 Uhr/Live-Ticker) beim Erzrivalen Bayern München und die mögliche erfolgreiche Revanche für das verlorene Cup-Finale im vergangenen Sommer (3:4 i.E.) könnten weitere Argumente für die Fortsetzung der Zusammenarbeit der Borussia mit Tuchel liefern.

Zuletzt war dem Fußballlehrer auch die Freude an seinem Job und der Zusammenarbeit mit seinen Spielern wieder im Gesicht anzusehen: das Lächeln kehrte zurück. Das Trauma des Attentats hat der BVB auch dank Tuchel glänzend verarbeitet.

Zwar hatte die BVB-Führung in persona von Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc den Nachfolger von Jürgen Klopp in der Vergangenheit nie in der Öffentlichkeit angezählt, die Diskussionen und Gerüchte in der Trainerfrage konnten die BVB-Bosse aber nicht verhindern.

Nachdem sich Tuchel aber nach dem Anschlag auf die Mannschaft als gefühlvoller und zugleich analytischer Chefcoach präsentiert hat und dazu den Vizemeister zeitgleich auch mit zwei Siegen gegen Frankfurt (3:1) und in Mönchengladbach (3:2) wieder auf den direkten Weg Richtung Königsklasse geführt hat, ist seine Position eindeutig gestärkt.

Das war im bisherigen Saisonverlauf nicht immer so. Nach Pleiten der Borussen bei Aufsteiger RB Leipzig (0:1) und Bayer Leverkusen (0:2) zu Beginn des Spieljahres wurde bereits an dem früheren Mainzer Coach herumgemäkelt. Dieser stellte seine Mannschaft selbst nach einem 3:3 beim FC Ingolstadt und den Sturz auf Rang sechs im vergangenen Oktober an den Pranger. "Wir waren definitiv nicht bereit, zu Beginn und in der gesamten ersten Halbzeit Bundesliga zu spielen", sagte er frustriert.

Bis zu zehn Verletzte machten dem teilweise überehrgeizigen und oft auch dünnhäutigen Fußballlehrer, der zwischenzeitlich schon als Nachfolger von Arsène Wenger beim FC Arsenal gehandelt wurde, im Saisonverlauf bei seinen Planungen einen Strich durch die Rechnung. Seine offen zur Schau gestellte schlechte Laune war zu diesem Zeitpunkt exemplarisch für den Klub, der sich eigentlich selbst als Bayern-Jäger Nummer eins definiert.

Doch ausgerechnet in der bislang schlimmsten Phase der Vereinsgeschichte gab Tuchel dem BVB die Freude zurück, bewältigte hochsensibel den Spagat zwischen Menschlichkeit und Leistungsdruck. Tuchel selbst will erst die Saison gut zu Ende bringen, ehe er sich mit Watzke an einen Tisch setzt. Dass der Chef und sein leitender Angestellter wenn auch aus einem traurigen Anlass in den vergangenen zwei Wochen noch näher zusammengerückt sind, ist aber nicht zu übersehen.

(sid)
 
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