1. Bundesliga 16/17
| 08.08 Uhr

Niederlage mit brisanten Folgen
Hummels und Co. müssen wütende Fans beruhigen

Fotos: BVB-Stars stehen aufgebrachten Fans Rede und Antwort
Fotos: BVB-Stars stehen aufgebrachten Fans Rede und Antwort FOTO: afp, pav
Krasnodar. Mats Hummels, zuletzt scharf kritisiert, verursacht den entscheidenden Foulelfmeter zur Niederlage des BVB in der Europa League. Die Fans sind nach dem Spiel aufgebracht. Da Dortmund wohl nur Zweiter wird, könnte es in der nächsten Runde zum Duell mit Jürgen Klopp kommen. Von Christoph Borschel

Es waren gerade einmal 26 Sekunden gespielt, als Mats Hummels seinen Gegenspieler Mauricio Pereyra davonziehen ließ, ihn am Trikot hielt und dieser recht theatralisch zu Boden ging – Elfmeter gegen den BVB, Gelbe Karte für Hummels. Eine Szene, die scheinbar sinnbildlich für die aktuelle Situation des 44-maligen Nationalspielers steht.

Immer wieder hatte es zuletzt teils harsche Kritik an den Leistungen des 26-Jährigen gegeben. Der wehrte sich in dieser Woche via Twitter. Auch nach dem Spiel mussten sich Hummels und seine Mannschaftskollegen vor dem Auswärtsblock bei den etwa 550 mitgereisten Fans rechtfertigen, die die 2900 Kilometer Anreise mit Sicherheit nicht auf sich genommen hatten, um eine Niederlage zu sehen, die obendrein sportliche Folgen haben dürfte.

Anders als zuletzt standen Hummels, Schmelzer und Kollegen den Fans aber direkt Rede und Antwort und versuchten, die erhitzten Gemüter zu beruhigen. Trotzdem, erklärte Hummels nach dem Spiel bei "Sky", müsse man auch mal wieder zur Sachlichkeit zurückfinden. "Es geht nicht um Kritik generell, sondern darum, dass bei jedem Tor geschrieben wurde, was ich hätte besser machen können. Egal, ob ich überhaupt nicht mit drin war oder ein bisschen oder voll und ganz", sagte er.

Trainer Thomas Tuchel, der erstmals als BVB-Coach ein Spiel ohne eigenen Treffer seiner Mannschaft mit ansehen musste, nahm Hummels nach dem Spiel ins Schutz: "Wenn es ein Leistungstief bei ihm gab, dann hat das heute 35 Sekunden gedauert. Ansonsten habe ich ihn nämlich sehr gut gesehen." Mit Nachdruck fügte der Coach an: "Seine Leistung war die perfekte Antwort auf diese ganze Geschichte in den vergangenen Tagen, die meiner Meinung nach ohnehin nicht sehr inhaltlich gestrickt war."

BVB redet sich die Niederlage schön

Auch die Niederlage war für den eigentlich als Perfektionist bekannten Tuchel nicht ganz so tragisch, wie man es vielleicht erwarten mochte. Angesichts der starken Rotation (unter anderem Aubameyang, Reus und Kagawa fehlten) war Tuchel von der Leistung der Mannschaft überrascht: "Ich hätte nicht erwartet, dass wir so griffig und mit dieser Schärfe spielen. Ich bin sehr zufrieden. Denn das Ergebnis ist paradox. Man hat gesehen, dass man im Fußball auch allein mit Glück gewinnen kann", sagte er.

Und Mats Hummels? Der war natürlich geknickt nach dem Spiel. Mit der Niederlage gegen die Russen hat der BVB sich die Chance, aus eigener Kraft als Gruppensieger die Vorrunde zu beenden, selbst verbaut – und damit drohen schwerere Gegner in der nächsten Runde. Hummels ordnete die Situation wie folgt ein: "Das war ein klares Foul und das ist sehr, sehr ärgerlich. Aber wenn es am Ende dazu führt, dass wir in der nächsten Runde einen noch attraktiveren Gegner haben und den besiegen, dann sind wir alle zufrieden. Aktuell sind wir es nicht."

Einen attraktiven Gegner könnte es in der Tat für den BVB geben. Angenommen, die Dortmunder blieben auf dem zweiten Rang, dann würde ihnen nach dem derzeitigen Stand ein schnelles Wiedersehen mit Ex-Coach Jürgen Klopp drohen – oder winken. Denn der steht mit seinem FC Liverpool nach einem 2:1 gegen Bordeaux an der Spitze der Gruppe B und wäre damit ein potenzieller Gegner.

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