1. Bundesliga 16/17
| 17.18 Uhr

Armenier wechselt nach Manchester
BVB wünscht Mchitarjan viel Erfolg – in der Europa League

Porträt: Henrich Mchitarjan: Rekordtransfer von Borussia Dortmund
Porträt: Henrich Mchitarjan: Rekordtransfer von Borussia Dortmund FOTO: dpa, Bernd Thissen
Dortmund. Borussia Dortmund steht vor einem großen personellen Umbruch. Mit dem am Samstag verkündeten Wechsel von Henrich Mchitarjan zu Manchester United verliert der Bundesligist nach Mats Hummels (Bayern München) und Ilkay Gündogan (Manchester City) einen weiteren Schlüsselspieler.

Und der BVB verabschiedete den Armenier mit folgenden Worten: "Borussia Dortmund wünscht Henrikh Mkhitaryan für die kommende Saison sowohl in der Premier League als auch in der Uefa Europa League alles Gute." Was in diesem Statement mitklingt: Mchitarjan ist das Geld von ManUnited wichtiger als mit dem BVB in der Champions League zu spielen. Denn Manchester verpasste als Tabellenfünfter die Qualifikation für die Königsklasse in der kommenden Saison.

"Diesem Transfer ging für uns auf Basis einer völlig neuen Ausgangssituation eine schwierige Abwägung voraus: Manchester hat uns ein enorm werthaltiges Angebot unterbreitet", teilte BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke am Samstag in einer schriftlichen Erklärung mit.

Dem Vernehmen nach kassiert der BVB für den armenischen Nationalspieler trotz eines Vertrages mit nur noch einjähriger Laufzeit die Rekordsumme von 42 Millionen Euro. Es ist der bisher höchste Transfererlös der Vereinshistorie.

Diese üppige Einnahme trug beim BVB zum Sinneswandel bei. Denn eigentlich sollte der in der vorigen Saison überragende Mchitarjan gehalten werden. Noch zu Beginn der Sommerpause hatte Watzke einen Weggang von gleich drei Leistungsträgern kategorisch ausgeschlossen.
In Folge der Verhandlungen und des offenbar verbesserten Angebots von Manchester erfolgte beim BVB nun ein Umdenken. "Hätten wir es ausgeschlagen, wäre der Spieler 2017 ablösefrei gewechselt. Und wir hätten die Personalfrage nur um ein Jahr hinausgeschoben", meinte Watzke.

Damit geht ein monatelanger Vertragspoker zu Ende. Noch im April schien es ausgemachte Sache zu sein, dass Mchitarjan seinen bis 2017 datierten Kontrakt bis 2021 verlängert. Schließlich hatte der Klub eine deutliche Gehaltserhöhung in Aussicht gestellt. Zudem genoss der 27 Jahre alte armenische Nationalspieler bei Trainer Thomas Tuchel höchste Wertschätzung.

Doch die zögerliche Haltung entpuppte sich im Nachhinein als strategischer Schachzug. Schon bei seinem 27,5 Millionen Euro teuren Wechsel im Jahr 2013 von Schachtjor Donezk zum BVB soll sich der offensive Mittelfeldspieler im Kampf um eine Vertragsauflösung ähnlich verhalten haben.

Hohe Transfereinnahmen von insgesamt knapp über 100 Millionen Euro erleichtern der Borussia die Suche nach einem Nachfolger für Mchitarjan. Im Gespräch sind André Schürrle (Wolfsburg), Karim Ballarabi (Leverkusen) und Mario Götze (München). Nach der Absage der Leverkusener und der Ankündigung von Götze, trotz anderer Signale der Vereinsführung in München bleiben zu wollen, gilt Schürrle als erster Kandidat. Angeblich wäre der BVB bereit, 32 Millionen Euro für den in Wolfsburg bisher wenig erfolgreichen Nationalspieler zu zahlen.

Wolfsburgs Manager Klaus Allofs hatte das Interesse von Dortmund an einer Verpflichtung von Weltmeister Schürrle bereits bestätigt. "Es ist offensichtlich, dass es dort Interesse gibt, auch aus der Vergangenheit heraus gewachsen mit Trainer Thomas Tuchel", sagte Allofs am Freitag Sky Sport News HD.

Anders als noch vor wenigen Wochen schloss er einen Transfer des Wolfsburger Angreifers und EM-Teilnehmers nicht mehr kategorisch aus: "Man darf den wirtschaftlichen Faktor nie außen vor lassen."

Schürrle wäre nach Marc Bartra (FC Barcelona), Ousame Dembélé (Stade Renne), Emre Mor (FC Nordsjaellend), Sebastian Rode (Bayern München), Raphael Guerreiro (FC Lorient) und Mikel Merino (CA Osasuna) der bereits siebte Zugang der Borussia. Die bisherigen Transferkosten belaufen sich auf rund 62 Millionen Euro.

(lnw)
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