1. Bundesliga 17/18
| 18.38 Uhr

Götze und Aubameyang
Dortmunds Trümpfe im Titelkampf

Borussia Dortmund: Zwei Trümpfe im Titelkampf
Mario Götze im Testspiel gegen Atalanta Bergamo (0:1). FOTO: dpa, gki vge
Dortmund. Borussia Dortmund hält sich erneut mit Kampfansagen Richtung München zurück. Trainerikone Ottmar Hitzfeld traut dem BVB den Titel aber zu. Mario Götze und Pierre-Emerick Aubameyang können entscheidende Faktoren werden. Von Patrick Scherer

Borussia Dortmund gefällt sich in der Rolle des besten Außenseiters der Fußball-Welt. Das wird von oben herab gelebt. Hans-Joachim Watzke ist Meister darin, Meisterambitionen zu verneinen. Das Motto: Ja, wir sind groß, ja, wir sind toll, aber: Nein, den Titel in der Bundesliga holen wir aller Voraussicht nach nicht. Der Finger zeigt dann stets nach München. Da ist er doch, der designierte Meister der kommenden Jahre. Es ist die Methodik der psychischen Entlastung. Der Geschäftsführer möchte den auf seinem Team lastenden Druck reduzieren.

Bei den Meisterschaften 2011 und 2012 ist der BVB mit dieser Taktik gut gefahren. Deshalb gibt es auch vor dieser Saison keine öffentlichen Kampfansagen aus dem Ruhrgebiet. Einer, der dieser defensiven Grundhaltung misstraut, ist Ottmar Hitzfeld. Der Ex-Coach beider deutschen Topklubs traut Dortmund in dieser Saison den Titel zu. Und die Trainerikone führt gute Gründe an. Zwei davon tragen die Namen Mario Götze und Pierre-Emerick Aubameyang.

Viele Gerüchte um Aubameyang

Paris, Chelsea, Mailand, China: Glaubt man den mal mehr, mal weniger seriösen Gerüchten, hätte Aubameyang in diesem Sommer bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber freie Auswahl gehabt. Doch der Gabuner steht nach wie vor in schwarz-gelber Trainingskleidung auf dem Rasen. Der aktuelle Torschützenkönig liebäugelt mit einem Wechsel, zeigt aber Verständnis, dass der BVB die Regeln aufstellt. Nun bleibt er - vorerst. Watzke schloss das bis 31. August geöffnete Transferfenster für Aubameyang frühzeitig. Für Hitzfeld hat diese Entscheidung mehr als sportlichen Wert. "Wenn Aki Watzke sagt, er bleibt bis Saisonende, dann ist das ein klares Bekenntnis. Ein klares Zeichen. Eine Kampfansage an Bayern München. Wir behalten Aubameyang, um deutscher Meister zu werden. Er macht 20 Prozent von Borussia Dortmund aus", sagte der 68-Jährige dem Sender Eurosport.

Der 28-jährige Stürmer präsentiert sich in den sozialen Netzwerken derweil bestens gelaunt. Im Trainingslager in Bad Ragaz (Schweiz) alberte er meist auf Französisch mit Ousmane Dembélé und Zugang Dan-Axel Zagadou herum. Ein Beleg für die Aussage von Kapitän Marcel Schmelzer: "Auba ist auch als Integrationsfigur wichtig, weil er die Sprache von einigen spricht."

Durch Aubameyangs Verbleib hat Dortmund seinen Kader im Premiumsegment nicht verändert. Die Wechsel betreffen ein Regal darunter. Neu-Trainer Peter Bosz kann somit auf ein eingespieltes Team zurückgreifen. Der prominenteste "Zugang" ist dabei ein Rückkehrer: Mario Götze. Eine öffentlich nicht näher definierte Stoffwechselerkrankung hatte ihn seit März außer Gefecht gesetzt. Nun ist Götze zurück. Teamkameraden und Coach bescheinigen ihm eine außergewöhnliche Form. "Ich sage das als Fußballliebhaber: Es macht großen Spaß, ihn bei der Arbeit zu sehen", sagt Bosz - und mahnt: "Wir müssen vorsichtig sein."

Watzke dämpft Erwartungshaltung um Götze

Wohl kein deutscher Fußballprofi hat mit 25 Jahren bereits solche Höhen und Tiefen erlebt. Sein größter Erfolg ist zugleich seine größte Bürde: das Tor zum WM-Titel 2014. Götze wurde daraufhin endgültig zur Marke gemacht, mit seiner Modelfreundin Ann-Kathrin Brömmel über die roten Teppiche gejagt. Markenforscher von "Soccer Star Check" urteilen über Götze: hoher Glamourfaktor, wenig Sympathiewerte. Experten behaupten, Götze verschleudere sein Talent. Dabei bescheinigen alle, die ihn näher kennen, dass Götze ein harter, fleißiger Arbeiter ist. Auch im Fall Götze ist Watzke bemüht, die Erwartungshaltung zu dämpfen.

Am Dienstag spielte Götze gegen Atalanta Bergamo erstmals wieder länger als eine Halbzeit. 62 Minuten sprintete, dribbelte und dirigierte er bis zu seiner Auswechslung bei der 0:1-Niederlage gegen den italienischen Europa-League-Starter in der Offensive. Die dritte Pleite im sechsten Testspiel konnte er alleine aber nicht verhindern. 

Sollte Götze wieder aufblühen, könnte er für Hitzfeld der zweite Titel-Trumpf für Borussia werden: "Er ist für mich einer der besten Fußballer, die Deutschland je hatte. Wenn er in Form ist, wenn er die Fitness hat - er hat einfach diese Qualität."

Quelle: RP
 
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