1. Bundesliga 16/17
| 14.33 Uhr

Trier fiebert dem Pokal-Duell entgegen
"Dortmund? Das haben wir schon einmal geschafft"

Eintracht Trier will Borussia Dortmund wie 1997 ein Bein stellen
Rudi Thömmes (l.) erzielte 1997 das Siegtor. FOTO: dpa, obe jhe
Trier. Eintracht Trier gegen Borussia Dortmund – auf dem Papier ist dieses Pokalspiel eine klare Sache. Doch der Außenseiter aus der Regionalliga hat den großen BVB schon einmal geschlagen.

Der Trierer Pokalheld kann sich auch fast 20 Jahre später noch gut erinnern. "Dortmund hat uns gnadenlos unterschätzt. Wir waren nicht völlig blind, wir konnten auch etwas kicken. Aber das ist denen wohl zu spät aufgefallen", sagte Rudi Thömmes in diesen Tagen in gleich mehreren Interviews.

Am Montagabend (20.45 Uhr/Live-Ticker) trifft Eintracht Trier aus der Regionalliga Südwest in der ersten Runde des DFB-Pokals auf den Bundesligisten Borussia Dortmund. Aber trotz dieser ungleichen Konstellation sagen sich viele an der Mosel: "Dortmund? Das haben wir schon einmal geschafft!"

In der Saison 1997/98 besiegte der damalige Drittligist Trier nacheinander den amtierenden Uefa-Cup-Sieger Schalke 04 (1:0), den amtierenden Champions-League-Sieger Borussia Dortmund (2:1) und auch den ungeliebten Nachbarn Waldhof Mannheim (1:0). Das Aus kam erst in einem dramatischen Elfmeterschießen (9:10) des Halbfinals gegen den MSV Duisburg. Der Torjäger von damals ist heute der Co-Trainer des Vereins. Thömmes schoss jeweils das 1:0 gegen Schalke und gegen Dortmund und sagte diesmal in einem Interview auf dfb.de: "Natürlich träumen wir wieder von der Sensation. Es ist möglich, aber es muss alles passen. Für solche Spiele lieben wir doch alle den DFB-Pokal."

Thömmes ist mittlerweile 47 Jahre alt, doch geändert hat sich zumindest beim Gegner nicht viel. Damals hatte der BVB große Namen wie Andreas Möller und Jürgen Kohler im Team. Diesmal heißen die Dortmunder Weltmeister André Schürrle und der nur im Pokal eingesetzte Torwart Roman Weidenfeller. Rückkehrer Mario Götze wird in Trier aufgrund von Oberschenkel-Problemen noch fehlen.

"Wir beschäftigen uns sehr intensiv mit Eintracht Trier", sagte Trainer Thomas Tuchel bei einer Pressekonferenz am Sonntag. "Sie gehen ohne Druck in dieses Spiel. Das ist ein großes Pfund."

Trotzdem ist die Ausgangslage der Trierer nicht mehr mit jener in der Saison 1997/98 zu vergleichen. "Damals waren wir ein ambitionierter Drittligist", erzählt Thömmes. "Wir wollten in die 2. Bundesliga aufsteigen. Aber das ist uns nicht gelungen, weil der DFB-Pokal sehr viel Kraft gekostet hat. Wir haben das später nachgeholt."

Aktuell steht der Verein nur auf Platz 17 der vierten Liga. Eintracht Trier hat kaum Geld und muss sich bei der Verpflichtung neuer Spieler auf junge, unerfahrene Kräfte beschränken. "Wir mussten in den vergangenen Wochen einen riesigen Umbruch vollziehen, 15 Spieler haben uns verlassen. Wir sind gerade dabei, einen komplett neuen Kader aufzustellen. Das braucht etwas Zeit", sagt Thömmes.

Und so bleibt dem Außenseiter am Montag nur die Hoffnung, dass ihn der große Favorit noch einmal so unterschätzt wie vor fast 20 Jahren. "Dortmund hat die Aufgabe nicht richtig ernst genommen", erinnert sich Thömmes. "Ich kann das bis heute nicht verstehen."

(jaso/dpa)
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