1. Bundesliga 17/18
| 08.34 Uhr

Explosionen am BVB-Bus
Polizei spricht von gezieltem Anschlag auf die Mannschaft

April 2017: Explosionen an BVB-Mannschaftsbus
April 2017: Explosionen an BVB-Mannschaftsbus FOTO: rtr, gb
Dortmund. Neben Borussia Dortmunds Mannschaftsbus explodierten vor dem Champions-League-Spiel gegen AS Monaco drei Sprengsätze. BVB-Spieler Marc Bartra und ein Polizist wurden verletzt. Das Spiel wird am Mittwoch nachgeholt. In Tatortnähe wurde ein Bekennerschreiben gefunden. 

Um 19.15 Uhr ereigneten sich an der Kreuzung Wittbräucker Straße/Schirrmannweg in Dortmund-Höchsten drei Explosionen neben dem Dortmunder Mannschaftsbus. Die Scheiben des Busses sind dabei teilweise geborsten. Die Sprengsätze waren nach ersten Erkenntnissen der Ermittler in einer Hecke versteckt.

"Wir sind von Anfang an davon ausgegangen, dass es sich hier um einen gezielten Angriff auf die Mannschaft des BVB gehandelt hat", sagte der Dortmunder Polizeipräsident Gregor Lange am späten Dienstagabend auf einer Pressekonferenz. Zum jetzigen Zeitpunkt seien die genauen Hintergründe der Tat jedoch unklar. Die Einsatzkräfte seien weiterhin mit einem Großaufgebot vor Ort. Auch Sprengstoffspürhunde sind im Einsatz. 

Explosionen am BVB-Mannschaftsbus

Nach den Explosionen am Mannschaftsbus von Borussia Dortmund hat die Polizei am Abend ein verdächtiges Schreiben in der Nähe des Teamhotels gefunden. Über den genauen Inhalt machte die Staatsanwaltschaft keine Angaben, bestätigte aber, dass darin die Verantwortung für die Tat übernommen wird. Die Echtheit des Schreibens werde derzeit intensiv geprüft. Ermittelt werde wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts. 

Marc Bartra in Klinik operiert

BVB-Verteidiger Marc Bartra ist bei der Explosion am Arm verletzt und ins Krankenhaus eingeliefert worden. Er wurde offenbar von mehreren Glassplittern getroffen und musste wegen eines Bruchs der Speiche operiert werden. "Ich saß in der hintersten Reihe neben Marc Bartra, der von Splittern der zerborstenen Rückscheibe getroffen wurde", sagte BVB-Torwart Roman Bürki der Schweizer Zeitung "Blick". "Der Bus bog auf die Hauptstraße ein, als es einen Riesenknall gab - eine regelrechte Explosion", so Bürki. Dann hätten sich die Spieler geduckt und auf den Boden gelegt. "Wir wussten ja nicht, ob noch mehr passiert."

Die Durchsage im Dortmunder Stadion

Bei der Attacke ist nach Polizeiangaben auch ein Polizist verletzt worden. Der Beamte habe bei den Detonationen ein Knalltrauma und einen Schock erlitten, teilte die Dortmunder Polizei am frühen Mittwochmorgen mit. Der Polizist sollte den Bus demnach mit einem Motorrad zum Stadtion begleiten. Zum Zeitpunkt der Explosionen befand er sich vor dem Mannschaftsbus.

Die Räumung des Stadions verlief laut Polizei ohne Probleme. "Wir haben die Räumung in enger Abstimmung mit dem BVB koordiniert", sagte eine Polizeisprecherin unserer Redaktion. "Unruhen gab es keine. Die Menschen haben sich vorbildlich verhalten." Die Mannschaft der AS Monaco absolvierte nach der Spielabsage noch am Abend eine spontane Trainingseinheit im Signal-Iduna-Park. 

Tickets für neuen Termin gültig

Das Spiel soll am Mittwoch um 18.45 Uhr nachgeholt werden. Alle Tickets behalten ihre Gültigkeit. Die Polizei kündigte umfangreiche Schutzmaßnahmen für beide Mannschaften und die Zuschauer im Stadion an. "Die frühe Anstoßzeit auch deshalb, damit wir nicht mit dem Spiel des FC Bayern München kollidieren", erklärte Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Der Rekordmeister spielt im Anschluss um 20.45 Uhr gegen Real Madrid.

Twitter-Reaktionen auf Explosion am BVB-Bus

In seiner kurzen Ansprache, die Watzke im Stadion hielt, erzählte er auch, dass er mit BVB-Trainer Thomas Tuchel gesprochen habe. "Er ist geschockt. Die Mannschaft ist in Schockstarre", sagte Watzke. 

Fans aus Monaco zeigten sich bereits mit Dortmund-Sprechchören solidarisch mit den Gastgebern, unter dem Hashtag #Bedforawayfans bieten Dortmunder Fans auf Twitter derweil Übernachtungsmöglichkeiten für mitgereiste Anhänger aus Monaco an.

Schwierige Situation für Spieler

Beide Clubs bereiten sich nun auf das neu angesetzte Viertelfinal-Hinspiel vor. Die Mittwochs-Partie sei in den ersten Gesprächen der Spieler jedoch kein Thema gewesen, berichtete BVB-Pressesprecher Sascha Fligge. Club-Präsident Reinhard Rauball nannte die Situation für die Spieler "extrem schwierig", rechnet aber mit einem professionellen Umgang der Profis mit den Vorkommnissen. "Ich bin der Auffassung, dass die Spieler das wegstecken können und in der Lage sind, morgen ihre Leistung abzurufen", sagt Rauball. BVB-Profi Marc Bartra wird nach seiner Hand-Operation fehlen.

Verschärfte Sicherheitsstufe

Die Polizei wird für das Nachholspiel verschärfte Sicherheitsmaßnahmen ergreifen. "Wir werden alles Menschenmögliche dafür tun, dass das Spiel morgen sicher ablaufen kann", sagte Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange. Es wurden Schutzmaßnahmen für die Spieler beider Mannschaften eingeleitet", sagte Lange, der allerdings betonte: "Eine hundertprozentige Sicherheit kann es niemals geben."

Man werde mit sehr starken Einsatzkräften unterwegs sein. "Wir können nicht jedes Szenario ausschließen, sondern nur versuchen, eine hohe Sicherheit zu gewährleisten", sagte der Polizeipräsident in den Morgenstunden..

 

 

(mro/aka/lsa/th)
 
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