1. Bundesliga 17/18
| 13.33 Uhr

Sind die Bayern interessiert?
Was an den Gerüchten um Dembélé dran ist

Das ist Ousmane Dembélé
Das ist Ousmane Dembélé FOTO: dpa, bt hak
Düsseldorf. Ousmane Dembélé ist begehrt. Das französische Wunderkind hat in der abgelaufenen Bundesligasaison bei Borussia Dortmund für Furore gesorgt. Das ruft natürlich die internationale Konkurrenz auf den Plan. Und auch den FC Bayern München? Von Denis Canalp

In 49 Pflichtspielen gelangen dem 20-Jährigen zehn Treffer und 21 Assists für die Schwarz-Gelben in Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League – eine stattliche Quote für das Offensivtalent, das im Sommer 2016 für eine Ablöse von 15 Millionen Euro von Stade Rennes nach Dortmund gewechselt war.

Damals stachen die Dortmunder auch den FC Bayern im Werben um den französischen Nationalspieler aus. Der Rekordmeister aus München kam zu spät, reklamierte sein Interesse am antrittsstarken Tempodribbler erst, als dieser schon mit dem BVB Einigkeit erzielt hatte. In Dortmund reifte Dembélé, der einen Vertrag bis Sommer 2021 besitzt, in zwölf Monaten unter Thomas Tuchel zum Superstar. Doch der Trainer ist nicht mehr länger in Dortmund, musste aufgrund von atmosphärischen Störungen mit dem Vorstand um den Vorsitzenden Hans-Joachim Watzke nach dem Pokalsieg seinen Spind räumen.

"Thomas war immer für mich da"

Dembélé gefiel das überhaupt nicht. "Ich bin enttäuscht, weil er ein Trainer war, der mir viel Vertrauen geschenkt hat. Thomas war immer für mich da und hat mir viel beigebracht. Er ist ein sehr guter Trainer, mit dem ich tolle Momente hatte", sagte er dem TV-Sender "Sky" nach Tuchels vorzeitigem Ende in Dortmund enttäuscht. Haben die Dortmunder die gute Beziehung zwischen Tuchel und Dembélé unterschätzt? Tuchel wurde kein gutes Verhältnis zu den Spielern unterstellt, auf den jungen Franzosen trifft das wohl nicht zu: "Ich weiß nicht, was vorgefallen ist. Von zwischenmenschlichen Problemen habe ich nichts mitbekommen. Aber so ist es, unser Management hat so entschieden, das ist das Fußballgeschäft."

Schon während der abgelaufenen Spielzeit hatte Dembélé regelmäßig über die Zusammenarbeit mit Tuchel geschwärmt. "Tuchel sagt mir immer, dass ich zeigen soll, was ich kann: meine Qualitäten, meine Dribblings. Wenn ich den Ball habe, habe ich totale Freiheit mit natürlich auch einigen Defensiv-Verpflichtungen. Aber er lässt mir wirklich Freiraum. Das ist etwas, was ich brauche. Er lässt mir auf den Außenbahnen freien Lauf. Es ist toll, ein Vertrauen zu spüren, als ob ich schon 25 wäre", sagte er der französischen Zeitung "L'Équipe".

Doch Tuchel ist in Dortmund längst Geschichte. Der Niederländer Peter Bosz leitet künftig das Training der Dortmunder. Ob Dembélé beim Trainingsauftakt am 5. Juli noch dabei ist? Die Dortmunder gehen jedenfalls in Person von Manager Michael Zorc fest davon aus. Aufgrund der langen Vertragszeit hält der BVB im Poker auch tatsächlich die besten Karten in der Hand. Doch es kommt langsam Bewegung in die Personalie.

Dinner mit Pep

Der französische TV-Sender "TF1" berichtet, dass Dembélé seinen Sommerurlaub für einen Tag unterbrach – zugunsten eines Abendessens mit Pep Guardiola, Trainer des englischen Topklubs Manchester City. Ob dabei Salz- und Pfefferstreuer wie einst beim Treffen zwischen den Seelenverwandten Tuchel und Guardiola in einem Münchner Edel-Restaurant zum Einsatz kamen, ist nicht bekannt. Ein Wechsel zu Guardiola, der für Tuchel ein sportliches Vorbild ist, würde Dembélé aber sicherlich reizen. Die Verdienstmöglichkeiten beim Scheichklub sind zudem bestens, sein Dortmunder Gehalt könnte der pfeilschnelle Rechtsaußen wahrscheinlich locker verdoppeln.

Eine ähnliche Gehaltsaufstockung winkt Dembélé auch bei Citys Stadtrivalen United, dem FC Barcelona und dem französichen Vizemeister Paris St. Germain. Die Topklubs sollen ebenfalls an Dembélé dran sein. Das Quartett zuckt auch nicht bei Ablöseforderungen von geschätzten 90 Millionen Euro zusammen. Anders als der FC Bayern, der nicht bereit ist, einen solchen Betrag in die Beine eines einzelnen Spielers zu investieren. Ein Wechsel Dembélés zu den Bayern ist kein realistisches Szenario für diesen Transfer-Sommer.

Den Bayern könnte mittelfristig jedoch eine andere Personalie im Kampf um Dembélé helfen. Denn es halten sich hartnäckig die Gerüchte, dass auch Tuchel auf Bayerns Einkaufsliste steht. Nicht in diesem Sommer, aber – je nachdem, wie die Saison verläuft – könnte sich das schon in einem Jahr ändern. Auch wenn Trainer Carlo Ancelotti, der nicht gerade als großer Förderer von Talenten gilt, noch zwei Jahre Vertrag an der Säbener Straße hat. In zwölf Monaten könnten bei den Bayern außerdem gleich beide Positionen auf der offensiven Außenbahn vakant werden: Die Arbeitspapiere von Franck Ribéry und Arjen Robben sind beide derzeit nur bis Juni 2018 gültig. Doch das ist alles Zukunftsmusik. Die größere Gefahr droht den Dortmundern aus Manchester.

 
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