1. Bundesliga 17/18
| 08.14 Uhr

Wirbel um frühen Nachholtermin
BVB ohnmächtig? Uefa widerspricht Tuchel

Nach dem Nachholspiel: Tuchel geht auf Uefa los
Dortmund. BVB-Trainer Thomas Tuchel hat die Uefa für den frühen Nachholtermin des Champions-League-Spiels zwischen Dortmund und Monaco kritisiert. Der Europäische Fußballbund indes behauptet, dass Vertreter von Borussia Dortmund selbst mitentschieden hätten.

Tuchel hat die schnelle Wiederansetzung der Begegnung nur einen Tag nach der Attacke auf den BVB-Mannschaftsbus kritisiert."Wir hätten uns mehr Zeit gewünscht, um das zu verarbeiten. Wir haben die Zeit leider nicht bekommen. Es geht auch um unseren Traum. Um unseren Traum, ins Halbfinale zu kommen. Die Spieler konnten sich nicht so fokussieren, wie sie es sich gewünscht hätten", sagte der BVB-Coach nach der 2:3-Niederlage gegen Monaco.

In Nyon sei entschieden worden, "wird gleich noch gespielt oder wird am nächsten Tag gespielt, ohne dass das Ausmaß irgendwie klar war", sagte Tuchel weiter und kritisierte damit auch die Europäische Fußball-Union Uefa. "So ist es ein etwas ohnmächtiges Gefühl. Das ist kein gutes Gefühl, es war ein Gefühl der Ohnmacht. Die Termine werden vorgegeben und wir haben zu funktionieren. Wir hatten das Gefühl, dass wir behandelt werden, als wäre eine Bierdose an unseren Bus geflogen."

Dass der Zwischenfall bei den Spielern deutliche Spuren hinterlassen hatte, wollte auch Mittefeldspieler Nuri Sahin nicht verbergen. "Ich weiß, dass der Fußball sehr wichtig ist, dass es um sehr viel geht und ich weiß, dass wir hier liefern müssen. Wir wissen auch, dass wir hier heute antreten müssen. Aber man sollte auch nicht vergessen, dass wir Menschen sind. Das war nicht schön heute", sagte der 28-Jährige beim Pay-TV-Sender Sky.

Die Uefa beschreibt den Ablauf der Entscheidungsfindung allerdings anders als Tuchel. Auf Anfrage unserer Redaktion erklärte der Verband: "Die Entscheidung, das Spiel am Mittwoch um 18.45 Uhr nachzuholen, wurde nach einer Sitzung im Stadion des BVB in Dortmund am Dienstagabend unter Beteiligung von Uefa, Vertretern beider Klubs und den Behörden vor Ort getroffen."

BVB-Trainer Thomas Tuchel vor dem Nachholspiel gegen Monaco. FOTO: ap, FO

Tuchel hatte den Spielern freigestellt, am Mittwochabend zu spielen. "Das gebietet der normale Menschenverstand und der Umgang zwischen uns", sagte er. Es sei aber niemand zu ihm gekommen. Es habe nicht mit Professionalismus zu tun, dass sie spielen würden. "Das, was uns gestern widerfahren ist, ist uns als Menschen widerfahren", sagte Tuchel. "Und das steckt uns allen in den Knochen."

(RP/dpa)
 
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