1. Bundesliga 16/17
| 13.09 Uhr

Gündogans Zukunft unklar
Transfergerangel mitten in der Suche nach alter Form

Porträt: Das ist Ilkay Gündogan
Porträt: Das ist Ilkay Gündogan FOTO: afp
Faro. Grundsätzlich ist Ilkay Gündogan auf dem Weg zurück zur überragenden Form des Jahres 2013. Doch das Transfergerangel zehrt am Mittelfeldspieler, und die Stimmen mehren sich, er habe sich "verzockt".

Bayern München oder FC Barcelona, so schien die Zukunfts-Perspektive für Ilkay Gündogan zu lauten. Zuletzt mutßmaßte manch einer aber schon, der Nationalspieler habe sich wegen angeblich zu hoher Gehaltsforderungen verzockt.

Für dieses Urteil ist es sicher zu früh. Schwierig und zumindest ansatzweise verfahren ist seine Situation aber schon. Borussia Dortmund will den Mittelfeldspieler nach dessen Abschiedsankündigung sofort noch für viel Geld verkaufen. Es stehe "außer Frage, dass er den Verein im Sommer verlässt", hat BVB-Boss Hans-Joachim Watzke angekündigt.

Gündogan lässt sich nicht drängen. "Die Saison 2014/15 ist streng genommen erst am 30. Juni 2015 zu Ende. Obwohl bisher europaweit noch kaum Transfers getätigt worden sind, wurde von mir von Gerücht zu Gerücht mehr verlangt, lieber doch heute als morgen eine finale Entscheidung zu treffen", schrieb er bei Facebook und ließ dabei auch einen Verbleib bis 2016 indirekt offen: "Ganz vergessen wurde dabei: Ich habe noch ein Jahr Vertrag beim BVB."

Fotos: Gündogans Handspiel im Strafraum wird nicht geahndet FOTO: afp, ej

Er stellte klar, dass "alles weder eine Zockerei noch eine Hinhaltetaktik" sei, und versprach: "Wie es für mich persönlich weitergeht, werde ich baldmöglichst entscheiden."

Sollte die Wahl auf Barcelona fallen, dürfte Gündogan wegen der Transfersperre gegen den Champions-League-Sieger allerdings ein halbes Jahr lang nur trainieren, nicht spielen. Spielpraxis braucht der 24-Jährige nach 14-monatiger Verletzungspause, deren Nachwehen noch nicht ganz ausgestanden sind, aber mehr als alles andere. Das gab ihm auch Bundestrainer Joachim Löw vor dem letzten Länderspiel der Saison am Samstag gegen Gibraltar mit auf den Weg. "Die Konstanz war bei ihm zuletzt noch nicht so zu sehen. Ihm fehlt in punkto Schnelligkeit, Wendigkeit und Dynamik schon noch einiges", konstatierte der Bundestrainer.

Doch grundsätzlich hält Löw große Stücke auf den "Sechser", der "vor seiner Verletzung 2013 einige überragende Spiele gemacht hat. Da hatte er eine unglaubliche Präsenz." Immerhin sei Gündogan nun wieder "auf dem Weg dahin", er mache "ständig Fortschritte", lobte Löw, von der Leistung beim 1:2 gegen die USA am Mittwoch sei er schon "ein bisschen beeindruckt gewesen, weil er viele Ballkontakte hatte und sehr ballsicher ist".

Normalerweise könne der frühere Nürnberger "im nächsten Jahr mit einer richtigen Vorbereitung" endgültig wieder sein altes Niveau erreichen: jenes von 2013, als im Nationalteam nur noch die Frage schien, ob er Bastian Schweinsteiger oder Sami Khedira aus dem Team verdrängen wird.

Doch, und da schließt sich der Kreis, "das hängt auch davon ab, wo er dann spielen wird", so Löw. Und ein bisschen sicher auch davon, wie zäh der Weg dorthin sein wird. Grundsätzlich gilt Gündogan als mental ausgesprochen starker Spieler, doch ein Transfergerangel mit unschönen Schlagzeilen belastet jeden. Manch einer sah schon bei Gündogans schwacher Leistung im DFB-Pokal-Finale gegen den VfL Wolfsburg (2:3) einen Zusammenhang.

(sid)
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