1. Bundesliga 16/17
| 19.42 Uhr

Erstes Abschiedsspiel
Jürgen Klopp: Die Gänsehaut muss noch warten

Fotos: BVB-Fans bedanken sich bei Klopp
Fotos: BVB-Fans bedanken sich bei Klopp FOTO: ap
Dortmund. Und dann bekam er auch noch ein Ständchen. Die Fans auf der Südtribüne des Dortmunder Stadions stimmten kurz vor Schluss das Lied auf Jürgen Klopp an, und dann brüllten es alle geradezu heraus. Von Robert Peters

Schon die erste Station seiner Abschiedstournee wurde zur großen Feier für den scheidenden Dortmunder Trainer. Er nahm es winkend und strahlend zur Kenntnis. Und es gefiel ihm erkennbar ebenso gut wie der am Ende locker herausgespielte 3:0-Erfolg über eine rundherum harmlose Mannschaft des SC Paderborn.

Bevor sich der BVB allerdings freigespielt hatte, gab es einige verkrampfte Anlaufschwierigkeiten. Sie dauerten fast die gesamte erste Halbzeit. Die Dortmunder fanden keinen Schwung, keinen mannschaftlichen Zusammenhalt, und ihre Angriffe hatten zu wenig Tempo. Zehn Minuten nach der Pause änderten alles. Henrikh Mkhitaryan traf mit dem Kopf nach einer präzisen Flanke von Pierre-Emerick Aubamayeng zum 1:0, Aubameyang höchstselbst erhöhte nach einem eher unfreiwilligen Zuspiel von Matthias Ginter auf 2:0. Dortmund begann das große Wirbeln. "Da konnten wir den Zug nicht mehr aufhalten", sagte Paderborns Trainer André Breitenreiter.

Mkhitaryan wies mehrmals seine große, lange verschüttete Klasse nach, und es gab reichlich berechtigten Szenenapplaus für die Dortmunder. Erst recht, als Shinji Kagawa nach einem Pass von Mkhitaryan das 3:0 markierte. Die Party durfte damit beginnen.

Das BVB-Team ging auf eine kleine Ehrenrunde, und Klopp strahlte sein schönstes Zahnpasta-Werbelächeln, das selbst die dunkelsten Ecken der riesigen Arena ausleuchtete. Über seinen Nachfolger im Sommer ist angeblich noch nicht entschieden. Das ist jedenfalls die offizielle Sprachregelung. Dennoch gehen die meisten Wegbegleiter des BVB davon aus, dass der ehemalige Mainzer Coach Thomas Tuchel auf Klopp folgen wird. Schon in der nächsten Woche soll er vorgestellt werden. Mögliche weitere Kandidaten sind Sascha Lewandowski, der mit Sami Hyypiä in Leverkusen ein Trainertandem bildete, und der Augsburger Markus Weinzierl.

Klopp will sich einstweilen mit der sportlichen Pflicht beschäftigen. "Wir wollen alles rauspressen aus dieser Saison", erklärte er. Natürlich fand er es schön, von den Fans gefeiert zu werden, "aber ich kann mich jetzt nicht jede Woche darauf einlassen. Ich muss da ein bisschen einen Schutzpanzer aufbauen, es gibt am Ende ja noch ein sehr emotionales Spiel". Dafür spart er sich die Gänsehaut.

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