1. Bundesliga 16/17
| 08.25 Uhr

Zurück zur alten Klasse
Gündogan ist Dortmunds Taktgeber

Porträt: Das ist Ilkay Gündogan
Porträt: Das ist Ilkay Gündogan FOTO: afp
Mönchengladbach. Das Lächeln bekam er gar nicht mehr aus dem Gesicht. Wahrscheinlich ist er damit auch eingeschlafen. Es war nicht zu übersehen: Dem Mann ging's gut. Das bestätigte er auch. "Es ist ein tolles Gefühl, bei einem so starken Gegner drei Punkte zu holen", sagte Ilkay Gündogan. Von Robert Peters

Und er pries zu Recht "die Art und Weise, wie wir heute Fußball gespielt haben". Der Nationalspieler war eine der wesentlichen Figuren in diesem Spiel, das die Dortmunder mit 3:1 bei Borussia Mönchengladbach gewannen und mit dem sie ihre Position hinter den Bayern und weit vor dem Rest der deutschen Bundesliga-Welt unterstrichen.

Bei allen demonstrativen Verweisen auf das "Wir-Gefühl" war die Begegnung deshalb auch ein persönlicher Triumph für Gündogan, der längst wieder da angekommen ist, wo er vor drei Jahren vor seiner unsäglich langen Verletzungspause war - in der internationalen Klasse der Spielgestalter. Da darf man schon mal ausgiebig lächeln. Der Deutsch-Türke verkörperte geradezu die "Antwort auf die Fragen, die dieses Spiel uns gestellt hat", wie sein Trainer Thomas Tuchel es ausdrückte. Eine der Antworten war die auf die Spielweise der Mönchengladbacher, "eine Mannschaft, die auf ihre eigene Art angreift" (Tuchel). Dortmund blockierte viele Wege, zeitweise sah es im Mittelfeld so aus, als versuche der BVB, in der Nähe der Außenlinien neue Bestmarken in der Unterbringung möglichst vieler Spieler auf engstem Raum aufzustellen. Und wenn Gladbach sich Organisationsmängel oder Ballverluste in der Vorwärtsbewegung leistete, drehte die BVB-Maschine richtig auf.

Im neudeutschen Umschaltspiel, älteren Menschen als Konter bekannt, lebt die Erinnerung an Trainer Jürgen Klopp fort. Der hat den Dortmundern das Konzept der schnellen Gegenangriffe in siebenjähriger Zusammenarbeit in die fußballerische DNA tätowiert. Gündogan ist der ideale Taktgeber für solche Vorstöße. Er bewegt sich mit großer Sicherheit zwischen den Verteidigungslinien, der Ball gehorcht ihm sozusagen aufs Wort, und seine Pässe in den freien Raum haben genau das richtige Maß. Zwei Treffer leitete er entscheidend ein, den dritten erzielte er selbst nach einem perfekten Zuspiel von Henrikh Mkhitaryan. Und weil er neben dem leichtfüßigen Armenier den ziemlich beeindruckend auftretenden Marco Reus an seiner Seite hatte, lief das Angriffsspiel des BVB zeitweise in der Nähe der Perfektion.

Das dürften auch die Bayern vernommen haben. Gündogan sagte zwar: "Wir schauen eher nach hinten als nach vorn." Aber er sagte auch: "Ich hoffe, wir erreichen mindestens Platz zwei." Mindestens.

Quelle: RP
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