1. Bundesliga 17/18
| 12.08 Uhr

BVB-Stürmer
Pokalfinale wird wohl Aubameyangs Abschiedsspiel

Das ist Pierre-Emerick Aubameyang
Das ist Pierre-Emerick Aubameyang FOTO: dpa, Jonas Güttler
Dortmund/Berlin. Pierre-Emerick Aubameyang scheint zu einem Abschied von Borussia Dortmund zu tendieren. Angeblich hat er schon um eine Freigabe gebeten. Das Pokalfinale könnte sein letztes Spiel für den BVB werden.

Seinen Fuhrpark sonnenglänzender Luxuskarossen wird Pierre-Emerick Aubameyang vorerst nicht erweitern. "Ich habe genug Autos. Nur, weil ich Torschützenkönig geworden bin, brauche ich kein neues", sagt der Stürmerstar von Borussia Dortmund, und er kichert. Die Torjägerkanone, massiver Eisenguss auf 43 mal 22 Zentimeter Holzplatte, etwas mehr als drei Kilogramm schwer, ist das weitaus bessere Statussymbol. Und es erhöht den Marktwert.

Diese Kanone bedeutet Aubameyang, dem Paradiesvogel mit dem breitesten Lächeln der Fußball-Bundesliga, wahnsinnig viel. Mit 80 Metern Anlauf rannte der Gabuner am vergangenen Wochenende nach der Ehrung alleine auf die tosende Südkurve zu. In seinen Augen standen Tränen, die er mit einem Trikotzipfel verwischte. War das ein klarer Hinweis auf den Abschied?

Aubameyang kündigt Gespräche an

"Ich werde mit dem Verein sprechen und nach dem Finale entscheiden", antwortete Aubameyang vor dem DFB-Pokal-Endspiel am Samstag (20 Uhr/Live-Ticker) gegen Eintracht Frankfurt auf eine entsprechende Frage. Er wird entscheiden. Er. Ohne Wechselwunsch gäbe es für ein Gespräch mit der Vereinsführung auch keinen Anlass - sein Vertrag beim BVB läuft noch bis Mitte 2020. Laut "Bild" soll er in der Führungsetage bereits um Freigabe gebeten haben.

Wer 31 Saisontore erzielt hat, um den werden sich die Vereine im Sommer reißen. "Ich habe Robert Lewandowski geschlagen, den besten Stürmer der Welt. Es ist unglaublich", sagt Aubameyang selbst. Ein Irrsinnsangebot aus China soll für ihn vorliegen - ganz großes Geld, sehr niedriger sportlicher Anspruch. Dafür ist es mit 29 vielleicht noch zu früh. Realistischer ist die Variante Paris St. Germain: Berichte über Gespräche mit Sportdirektor Patrick Kluivert legen das nahe.

Der BVB kann sich die Spekulationen, die es monatelang vor allem in Verbindung mit Real Madrid gegeben hat, gelassen anschauen. Die Vertragslaufzeit garantiert eine Ablöse ab 60 Millionen Euro aufwärts, Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke nennt das "Wertschätzung auch auf finanzielle Art ausdrücken". Allerdings müsste Ersatz für den einzigen Topstürmer im Kader organisiert werden. Das ist auf einem überhitzten Markt knifflig. Kasper Dolberg von Ajax Amsterdam und Patrik Schick von Sampdoria Genua wären junge Lösungen - der BVB-Weg.

Zidane ist kein Aubameyang-Fan

Das Interesse aus Madrid an Aubameyang ist abgekühlt. Trainer Zinédine Zidane ist kein großer Fan des Bundesliga-Stars, aufgefallen ist auch, dass Aubameyang locker fünfzig Tore hätte erzielen können. Zu häufig waren Spiele, in denen er einige Riesenchancen vergab und doch am Ende doppelt traf. Sein kläglicher Elfmeter-Fehlschuss bei Sporting Lissabon hätte den Einzug ins Champions-League-Viertelfinale kosten können.

Wohin sein Weg auch führt: Pierre-Emerick Emiliano Francois Aubameyang wird sich umstellen müssen. In Dortmund ist er der Superstar, verhätschelt und auch bei regelmäßigen Extravaganzen an der langen Leine gelassen. Des Erfolges wegen. Anderswo wäre er einer unter vielen.

Zunächst aber will er noch eine große Show liefern. Der letzte Flügelschlag des Paradiesvogels? Trainer Thomas Tuchel hat ihm einen Auftrag gegeben: "Er soll noch einmal treffen. In Berlin."

Am besten zum Sieg. So ein Pokal ist ja auch ein schönes Statussymbol.

(sid)
 
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