1. Bundesliga 16/17
| 11.02 Uhr

Rückkehr nach Dortmund
Götze wirbt um Sympathiepunkte

Reaktionen: "Ich hatte Götze schon verziehen, bevor es cool wurde"
Reaktionen: "Ich hatte Götze schon verziehen, bevor es cool wurde"
Dortmund/Düsseldorf. Mario Götze wird wieder ein Dortmunder. Es wird viele Fans geben, die Götzes Verpflichtung zumindest mit kritischer Distanz sehen.

Natürlich beginnt alles mit tiefen Verbeugungen. "Wenn ich nun in meine Heimat zurückkehre, möchte ich versuchen, alle Menschen - gerade auch die, die mich nicht mit offenen Armen empfangen - durch Leistung zu überzeugen", sagt Mario Götze.

"Ich freue mich sehr, dass Mario sich für Borussia Dortmund entschieden hat. Ich habe seit seinem Weggang im Jahr 2013 immer gehofft, dass er eines Tages zu uns zurückkehren wird", erklärt BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke. Dortmund holt Götze nach dem dreijährigen Ausflug zu Bayern München zurück. Der 24-Jährige erhält einen Vierjahresvertrag. Die Ablösesumme wird auf 25 Millionen Euro geschätzt.

Für die Münchner ist das ein satter Verlust. Sie hatten 2013 rund 37 Millionen Euro an den BVB überwiesen, und sie waren überzeugt davon, dass es eine Investition in eine Weltkarriere war. Götze war davon ebenfalls überzeugt. Er fand den Schritt zu den Bayern logisch, er passte in eine nüchterne Karriereplanung. Aber er passte den vielen Traditionalisten beim BVB überhaupt nicht. Sie unterstellten dem großen Talent ebenso großen eiskalten Geschäftssinn. Sie pfiffen Götze bei seinen Gastspielen in Westfalen mit unvergleichlicher Hingabe und Lautstärke aus.

Deshalb führten die Vereinsbosse vor allem mit den einflussreichen Ultra-Gruppen vor der Rückkehr des verlorenen Sohnes sehr intensive Gespräche, in denen sie Überzeugungsarbeit für den Wechsel leisten wollten. Dass es dennoch viele Fans geben wird, die Götzes Verpflichtung zumindest mit kritischer Distanz sehen, steht fest.

Götze wirbt daher um Sympathie-Punkte. "Als ich 2013 vom BVB zum FC Bayern gewechselt bin, war das eine bewusste Entscheidung, hinter der ich mich heute nicht verstecken will", erklärt er, "drei Jahre später und mit inzwischen 24 Jahren, blicke ich mit anderen Augen auf meinen damaligen Entschluss. Ich kann gut verstehen, dass viele Fans meine Entscheidung nicht nachvollziehen konnten. Ich würde sie so heute auch nicht mehr treffen."

Fest steht: Götze muss seiner Karriere nun den entscheidenden Schub geben. In München hat er sein Versprechen, das größte Talent des deutschen Fußballs zu sein, nicht einlösen können. Er war in den wichtigen Spielen allenfalls ein Ergänzungsspieler, oft war er gar nicht dabei. Die Dortmunder sind von seinen Fähigkeiten dennoch überzeugt, nicht zuletzt, weil er tatsächlich noch ein junger Kerl ist. Das vergisst man manchmal, weil er schon so lange dabei ist.

(pet)
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