1. Bundesliga 17/18
| 20.22 Uhr

Tuchel vor Duell gegen Hoffenheim
"Es liegt etwas Entscheidendes über dem Spiel"

Thomas Tuchel: Duell mit Hoffenheim hat etwas Entscheidendes
Thomas Tuchel gibt Anweisungen FOTO: rtr, saw
Dortmund. BVB-Coach Tuchel fährt vor dem Schlüsselspiel gegen Hoffenheim um die Champions-League-Qualifikation die Belastung herunter. Auch die Wechselgerüchte um Stürmerstar Aubameyang bringen ihn nicht aus der Ruhe.

Entschleunigung und Körperpflege in der entscheidenden Saisonphase: DFB-Pokalfinalist Borussia Dortmund will im Schlüsselspiel um die direkte Qualifikation für die Champions League die letzten Kräfte bündeln und hat die Trainingsbelastung heruntergefahren. "Wir haben uns erlaubt, ein wenig die Intensität zu drosseln. In der Ruhe liegt die Kraft", sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel vor dem Punktspiel gegen das Überraschungsteam 1899 Hoffenheim am Samstag (15.30 Uhr im Live-Ticker) "Es liegt etwas Entscheidendes über dem Spiel."

Die Mannschaft des 29 Jahre alten Trainers Julian Nagelsmann steht vor den letzten drei Saisonspielen auf Rang drei, einen Zähler vor Dortmund. Der BVB bestreitet gegen die Kraichgauer mittlerweile das 48. Saisonspiel. weshalb die Abwehrspieler Marcel Schmelzer und Sokratis am Donnerstag nicht am Training teilnahmen. "Es tut auch mal gut durchzuschnaufen, damit man nach hintenraus noch etwas zulegen kann", erläuterte Tuchel, der 14 Jahre älter ist als sein einstiger Wegbegleiter Nagelsmann.

Aubameyang? "Ich bin komplett überfragt"

Schließlich wartet am 27. Mai im DFB-Pokalfinale gegen Eintracht Frankfurt noch der Saisonhöhepunkt, für den am Freitag die Cup-Übergabe in Berlin zelebriert wurde. In der Hauptstadt waren auch die Transfergerüchte um Stürmerstar Pierre-Emerick Aubameyang, der mit Paris Saint-Germain in Verbindung gebracht wird, ein Thema. "Wenn Pierre-Emerick das Gefühl hat, dass er unbedingt weg möchte, wird er sicherlich das Gespräch mit uns suchen. Das ist aber bisher nicht passiert", sagte Vereinschef Hans-Joachim Watzke am Rande der Zeremonie.

Trainingssteuerung wird bei Tuchel angesichts des Programms und der Verletztenmisere in der laufenden Saison groß geschrieben. Insbesondere Schlüsselspieler Marco Reus fiel immer wieder wegen Verletzungen aus, steht aber für Hoffenheim zur Verfügung. Ungeachtet des Verweises auf die Tatsache, dass der Hopp-Club nur "einmal die Woche" spielen musste, äußerte Tuchel großen Respekt vor 1899, den Fähigkeiten des Teams und des Coaches. "Ein sehr guter Trainer mit einem sehr guten Kader. Das ergibt in der Kombination das, was wir sehen. Sie haben das sehr gut gemacht", sagte Tuchel, der einst in der Jugend des FC Augsburg mit Nagelsmann zusammenarbeitete.

"Wir fühlen uns bereit, sie zu schlagen"

Der BVB-Coach lobt vor allem die Kraichgauer Offensive mit Spielern wie Sebastian Rudy, Kerem Demirbay, Andrej Kramaric oder Sandro Wagner. Dennoch: "Wir fühlen uns bereit, sie zu schlagen." Clubchef Hans-Joachim Watzke erinnerte bei der Pokal-Übergabe in Berlin an die Heimstärke der Westfalen, die seit 36 Bundesliga-Spielen daheim ungeschlagen sind. Er schränkte aber ein: "Ich glaube, dass beide Mannschaften den dritten Platz sicherlich verdient hätten. Kompliment an Hoffenheim, sie spielen eine tolle Saison."

Nagelsmann hatte am Donnerstag erklärt, dass der BVB am Samstag mehr zu verlieren hätte, dem widersprach Watzke mit Verweis auf den Uefa-Koeffizienten und den Gegnern, die Hoffenheim in der Qualifikation drohen würden. "Ich habe das Gefühl, dass es für uns als Vierter etwas einfacher wäre in die Champions League zu kommen als für Hoffenheim", sagte Watzke.

1899-Torjäger Sandro Wagner betonte in der "Fußball Bild", dass sich sein Team von der Atmosphäre im mit mehr als 80 000 Fans gefüllten Signal Iduna Park nicht einschüchtern lassen werde: "Von uns scheißt sich jetzt keiner in die Hosen... Wir haben keinen sportlichen Druck."

(lnw)
 
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