1. Bundesliga 16/17
| 19.00 Uhr

Klopp-Nachfolger
Tuchel übertrifft beim BVB alle Erwartungen

Fotos: Kagawa und Ramos treffen beide kurz nach der Einwechslung
Fotos: Kagawa und Ramos treffen beide kurz nach der Einwechslung FOTO: afp, PST
Dortmund. Dortmund fiebert der Rückkehr von Jürgen Klopp entgegen. Dessen Nachfolger Thomas Tuchel ist aber auf dem besten Weg, aus dem Schatten des Kult-Trainers zu treten.

Die Tränen nach Jürgen Klopps Abschied sind längst getrocknet, Thomas Tuchel lässt Borussia Dortmund als Nachfolger des Kult-Trainers von Titeln träumen. Der BVB fiebert zwar der emotionalen Rückkehr Klopps mit dem FC Liverpool zum Viertelfinal-Hinspiel der Europa League am Donnerstag (21.05 Uhr/Live-Ticker) entgegen, doch sportlich ist Tuchel nicht nur aufgrund der bereits feststehenden Champions-League-Teilnahme auf einem guten Weg, aus dem langen Schatten des Meistermachers zu treten.

"Thomas Tuchel hat nicht nur alle Erwartungen erfüllt, er hat sie übertroffen. Er hat das Optimale herausgeholt. Dabei haben viele Kritiker ja damals befürchtet, dass alles in Schutt und Asche liegen würde, wenn Jürgen Klopp uns verlässt. Das ist definitiv nicht eingetreten", sagte Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zuletzt im Interview mit der "Welt am Sonntag".

Guardiola lobt Tuchel in den höchsten Tönen

Tuchel hat das laufintensive Spiel der Schwarz-Gelben unter Klopp erweitert, es auf eine neue Ebene gehoben. Oder wie der 42-Jährige es immer wieder gerne ausdrückt: Grenzen verschoben. Seine Bilanz vor dem Saisonfinale ist beeindruckend: Beste Rückrundenmannschaft der Bundesliga, im DFB-Pokal nur noch einen Schritt vom Finaleinzug entfernt und in der Europa League der Favorit auf den Titel. "Er hat in wenigen Monaten die Mentalität von Borussia Dortmund gewechselt. Das ist nicht einfach. Es ist eine komplett andere Mannschaft. Er ist einer der besten Trainer der Welt", lobte zuletzt auch Bayern-Coach Pep Guardiola den BVB-Trainer.

Fotos: Das ist Thomas Tuchel FOTO: dpa, dna nic ljm nic

Im Training arbeitet Tuchel akribisch mit den Spielern, er hat den Dortmunder Fußball reformiert. Während es unter Klopp einen beeindruckenden Tempo-Fußball zu sehen gab, der zu zwei Meisterschaften und einem Pokalsieg führte, ist der BVB unter Tuchel taktisch viel flexibler geworden. In der Hinrunde taten sich in der Defensive zwar immer wieder große Lücken auf, doch auch dieses Problem hat Tuchel in den Griff bekommen. 14 Siege in 16 Pflichtspielen (zwei Unentschieden) nach der Winterpause sind ein eindrucksvoller Beleg dieser Arbeit.

"Wir können nicht vorhersagen, was passieren wird, wir können es auch nicht kontrollieren. Wir können aber ganz klar kontrollieren, wie wir uns verhalten, auf das, was passieren wird", sagte Tuchel zuletzt bei bundesliga.de. Der Trainer, mit einem Vertrag bis Juni 2018 ausgestattet, hat viele Spieler besser gemacht. Der Armenier Henrich Mchitarjan blüht unter Tuchel regelrecht auf.

Tuchel ein "Glücksfall" für Borussia Dortmund

"Wenn ich sehe, wie akribisch Tuchel sein Training vorbereitet und welchen Aufwand er betreibt, nötigt mir das Respekt ab", sagte Watzke, während Präsident Reinhard Rauball den Klopp-Nachfolger als "Glücksfall für Dortmund" bezeichnete.

Tuchel hat es geschafft, seine neu gewonnene Energie nach seinem Sabbatjahr auf den Verein und die Mannschaft zu übertragen. "Wir hatten schon gehofft, dass er mit seinem Input und mit seiner Strategie bei uns sehr, sehr viel bewirken kann. Das ist über die Maßen eingetroffen. In dieser Phase ist er für uns der perfekte Trainer", sagte Sportdirektor Michael Zorc. Klopp war es am Ende nicht mehr.

(sid)
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