1. Bundesliga 16/17
| 21.47 Uhr

Star-Trainer sieht BVB-Spiel
Tuchel witzelt über Mourinho: "Das ist überhaupt nicht okay!"

Fotos: Mourinho sieht BVB-Spiel bei Hertha
Fotos: Mourinho sieht BVB-Spiel bei Hertha FOTO: ap
Berlin. Erstmals in dieser Saison ist die hochgelobte Offensive von Borussia Dortmund in der Bundesliga leer ausgegangen. Mit der Nullnummer gegen Hertha BSC hat der BVB aber die "Vizemeisterschaft" so gut wie sicher.

Startrainer Jose Mourinho saß also auf der Tribüne? Direkt neben BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke, der den Portugiesen auch noch persönlich eingeladen hatte? Der prominente Besuch im Berliner Olympiastadion kam Trainer Thomas Tuchel ganz gelegen, um nach der Dortmunder Nullnummer bei Hertha BSC zumindest verbal für gute Laune zu sorgen.

"Nicht okay, okay, nicht okay"

"Ich wusste es nicht, das ist überhaupt nicht okay!", sagte Tuchel mit gespielter Entrüstung im Presseraum. Kurze Pause, Gelächter unter den Journalisten, dann die Auflösung: "Die Wahrheit ist: Ich wusste es, und es ist natürlich völlig okay." Kurze Pause, dann der nächste Scherz: "Wenn er mich nächste Woche ablöst, dann ist es nicht mehr okay."

Das wird Mourinho nicht, angeblich verhandelt der ehemalige Chelsea-Coach derzeit mit Manchester United über ein Engagement ab Sommer. Außerdem steht Tuchel in Dortmund außerhalb jeder Diskussion, auch wenn das erste torlose Ligaspiel in dieser Saison vor 74.244 Zuschauern in Berlin wohl das endgültige Ende aller Meisterträume bedeuten dürfte.

Hertha - Dortmund FOTO: ap

"Das Ergebnis geht in Ordnung, weil wir heute keine Top-Leistung abgerufen haben", sagte BVB-Kapitän Mats Hummels. Der Nationalspieler erweckte glaubhaft den Eindruck, als habe er schon vor dem Spiel nicht mehr auf Tabellenführer Bayern München geschielt. "Das Wichtigste ist, dass wir den zweiten Platz nicht mehr in Gefahr bringen. Das ist uns gelungen."

Tuchel meckert über Platz

Das Zehn-Punkte-Polster auf "Verfolger" Hertha stimmte auch Tuchel wieder zufrieden, auch wenn ihm der löchrige Rasen im Olympiastadion die Laune verhagelt hatte. "Der Platz war in einem extrem bescheidenen Zustand, das macht einfach keinen Spaß", wetterte der 42-Jährige.

Seine Offensivstars Marco Reus und Pierre-Emerick Aubameyang hatten aber nicht nur mit Rasen, sondern auch mit den aggressiven Herthanern große Mühe. Tuchel wollte Reus nach eigener Aussage eigentlich zu einem "Monster" auf dem Platz aufbauen, doch großen Schrecken verbreitete der Nationalspieler nicht.

20. Spieltag: Fakten

Noch schwächer war Aubameyang, der von seinem 21. Saisontreffer meilenweit entfernt war und in der 72. Minute für den Ex-Herthaner Adrian Ramos ausgewechselt wurde. "Ich nehme Auba nur sehr ungern aus dem Spiel, aber ich hatte nicht das Gefühl, dass er noch in eine entscheidene Situation kommt", erklärte Tuchel. Auch für Reus war frühzeitig Schluss.

"Es ist ein Qualitätsmerkmal, wenn wir solche Spieler im Griff haben", meinte der Berliner Abwehrchef Sebastian Langkamp. Auch Hertha-Trainer Pal Dardai konnte mit dem dritten Unentschieden im dritten Rückrundenspiel gut leben: "Das war ein genießbares 0:0."

Fokus auf DFB-Pokal

Der Fokus beider Teams liegt nun voll auf der Viertelfinal-Runde im DFB-Pokal. Die Dortmunder müssen am Dienstag beim sensationell aus der Winterpause gestarteten VfB Stuttgart antreten. Dabei freuen sie sich vor allem auf ein Wiedersehen mit Ex-Teamkollege Kevin Großkreutz. "Das wird ein seltsames Gefühl für ihn, uns und die Fans", sagte Hummels.

Hertha hat am Mittwoch im Auswärtsspiel bei Zweitligist 1. FC Heidenheim die realistische Chance, dem Ziel vom Pokalfinale im heimischen "Wohnzimmer" einen großen Schritt näher zu kommen.

(areh/sid)
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